Erstellt am 17. März 2015, 20:31

von Bernhard Fenz

Rückschlag in Lustenau. Der SV Mattersburg musste sich bei Abstiegskandidat Austria Lustenau mit 1:3 geschlagen geben. Der Pinkafelder Dario Tadic im Dress der Vorarlberger drückte der Partie mit einem Doppelschlag seinen Stempel auf.

Pleite in Lustenau: Mattersburgs Kicker mussten sich dem Nachzügler mit 1:3 geschlagen geben.  |  NOEN, Bernhard Fenz
Weil Verfolger LASK gegen Horn daheim 1:1 spielte, beträgt der Vorsprung des SVM auf die Oberösterreicher aktuell nur noch drei Punkte.

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Nach dem fantastischen 3:0-Erfolg gegen den schärfsten Aufstiegsrivalen LASK waren die Erwartungen auf Seiten der Burgenländer vor dem Gastspiel im Ländle klarerweise hoch. Es sollte aber anders kommen, die Heimischen rehabilitierten sich nach der 0:4-Heimpleite gegen Hartberg.
 
Zum Spiel: Vor der Pause tat sich längere Zeit eher wenig, eine Flanke von Marcel Schreter mutierte zur gefährlichen Schuss-Annäherung aus spitzem Winkel – das war es aber auch schon.

Auf Seiten des Tabellenführers fand Jano die vorerst beste Gelegenheit vor, sein Kopfball nach Freistoß von Michi Perlak wurde von Emanuel Sakic von der Linie über das Tor geklärt (21.). Schön langsam kamen die Burgenländer auf, in dieser Phase fanden Karim Onisiwo und Manuel Prietl weitere gute Chancen vor.

Lustenau mit Fortdauer der ersten Hälfte immer stärker

Die Liste der Top-Gelegenheiten häufte sich aber dann, je länger die erste Hälfte dauerte, vor allem auf Seiten der Lustenauer Austria. Erst parierte Markus Kuster einen Kopfball samt anschließendem Nachschuss, dann allerdings war es soweit. Minute 37: Hoher  Corner Richtung lange Torecke des SVM, Kuster verschätzt sich, kann den Ball nicht über die Querlatte lenken und Thiago nickt aus kurzer Distanz zum 1:0 ein.

Glück für die Burgenländer, dass es nur bei der 1:0-Führung der Vorarlberger vor dem Wechsel blieb. Da musste etwa Thorsten Mahrer auf der Linie retten, nachdem Zachhuber auf Schreter ablegte und dieser Kuster schon bezwungen hatte.

Kurz vor dem Pausenpfiff folgte noch einmal Alarmstufe rot im grün-weißen Strafraum, als der Ex-Parndorfer „Schoko“ Jailson einen Eckball per Kopf an die Stange setzte, im anschließenden Getümmel setzte Wal-Fall den Ball knapp neben das Tor.

Jano-Kopfball knapp übers Tor, nächste Chance passte

Nach Wiederbeginn waren es gleich die Profis des SVM, die dem Ausgleich nahekamen. So wie in Halbzeit eins stellte Jano (nicht nur aufgrund seines in Spanien abgeschlossenen Wirtschaftsstudiums) unter Beweis, dass er mit dem Köpfchen fit ist. Allerdings war der Ball eben wieder nicht gut genug, um zum Torerfolg zu reichen. Diesmal streifte die Kofballverlängerung knapp über die Latte.

Generell entwickelte sich da eine sehr kampfbetonte Partie, der aber Riesenchancen wie jene gegen Ende der ersten Halbzeit abgingen. Bis zur Minute 72: Da kam Mattersburg mit der nächsten guten Gelegenheit zum Ausgleich. Ein Ball über mehrere Stationen kam letztlich von Onisiwo geschickt zum freistehenden Markus Pink, der Christopher Knett aus kurzer Distanz keine Chance ließ – 1:1.

Unmittelbar danach war plötzlich wieder die Austria Lustenau am Zug, als Riesengefahr herrschte: Ein langer Einwurf landete auf Thiagos Kopf – der Ball kullerte ganz knapp neben der Stange vorbei.

Ein Pinkafelder schoss die Mattersburger k.o.

Die Big Points der Begegnung sollten aber noch folgen. Während aufgrund der zweiten Mattersburger Luft mit einem Auswärtssieg spekuliert werden durfte, nutzte der eingewechselte Dario Tadic eine Unachtsamkeit beim Spielaufbau und bezwang Markus Kuster zum 2:1 in Minute 80.

Nur eine Minute später war es erneut der gebürtige Pinkafelder im Dress der Vorarlberger, der für die Entscheidung sorgte, als er eine Sakic-Flanke per volley herrlich in die lange Ecke zum 3:1-Endstand setzte.

Für den SVM gilt jetzt die Devise: Spiel abhaken und auf die nächste Aufgabe konzentrieren. Die folgt am Freitag, wenn Aufsteiger FAC um 18.30 Uhr zu Gast im Pappelstadion ist. Verfolger LASK muss sich am nächsten Spieltag beim (nicht aufstiegsberechtigten) Spitzenteam Liefering behaupten – der SVM bleibt im Aufstiegsrennen in der Pole Position!

AUSTRIA LUSTENAU – MATTERSBURG 3:1 (1:0).

Torfolge: 1:0 (37.) Thiago, 1:1 (72.) Pink, 2:1 (80.) Tadic, 3:1 (81.) Tadic.

Gelb: Zachhuber (39., Foul), Schreter (57., Kritik), Bolter (60., Foul); Rath (64., Foul), Jano (78., Foul).

Reichshofstadion, 2.000.- SR: Eigler.

Austria Lustenau: Knett; Fall, Kobleder, Sakic, Sobkova (46. Pürcher); Strandvall, Bolter, Schreter, Jailson (75. Tadic); Zachhuber (61. Aschauer), Thiago.

Mattersburg: Kuster; Farkas, Mahrer, Rath, Novak; Jano, Prietl (67. Klemen), Röcher (79. Höller); Perlak, Onisiwo, Pink.


Stimmen zum Spiel:

Ivica Vastic (Trainer SV Mattersburg): „Wir haben genau das gemacht, was wir nicht wollen, nämlich durch die Mitte zu spielen. Und dafür wurden wir bestraft. Es war schwierig, das haben wir aber gewusst. Auch die Platzverhältnisse waren nicht so auf unserer Seite, dass wir unser Spiel durchziehen konnten. Heute waren andere Tugenden gefragt: Kampf, Zweikampf, zweite Bälle. Das haben die Lustenauer besser gemacht als wir. Es war eine verdiente Niederlage, weil wir uns nicht so verhalten haben wie bei den erfolgreichen Partien der letzten Zeit. Wir wussten, dass das ein anderes spiel als gegen den LASK wird – wir haben aber geglaubt, dass es ein Selbstläufer wird. Gratulation aber an Lustenau, sie haben dann sogar schöne Tore geschossen. Sie waren hinten kompakt und aggressiv, wie man das im Abstiegskampf erwarten kann. Durch das Unentschieden des LASK ist zwar nicht viel passiert, wir sind weiter vorne. Bitter ist allerdings, dass für uns mehr drin war, vor allem nach dem Ausgleich – da hätten wir das Spiel noch drehen können.“

Dario Tadic (aus Pinkafeld/Bezirk Oberwart, Doppeltorschütze Austria Lustenau): „Das war ein Super-Abend! Dass wir 3:2 gewinnen, ist nicht selbstverständlich. Meine zwei Treffer freuen mich umso mehr. Die Mannschaft hat sich endlich belohnt. Bei meinem Traumtor zum 3:1 muss ich mich bei Saki (Anm.: Emanuel Sakic) bedanken, das war ein unglaubliches Solo und er hat eine tolle Flanke geschlagen. Als Stürmer darf man nicht zu viel nachdenken, ich hab‘ daher einfach durchgezogen und drin war der Ball... Durch den Trainerwechsel sind die Karten neu gemischt worden, jeder hat gesehen dass jeder für den anderen kämpft auf dem Platz. Der Teamgeist ist gewachsen, wir müssen jetzt schauen dass wir eine Serie starten.“

Lassaad Chabbi (Neo-Trainer Austria Lustenau): „Ich habe immer gesagt, dass die Mannschaft Qualität hat. Wir haben heute teilweise auch Glück gehabt. Der Sieg geht auch an Mladen (Posavec; Anm.: Vorgänger als Lustenau-Coach). Ich hoffe, dass das glück auf meiner Seite bleibt. Wenn man gewinnt, sagen die Spieler der Trainer ist super. Es geht auch nicht um den Trainer, es geht um den Verein, um Austria Lustenau. Das ist meine zweite Familie. Morgen gehen die Vorarlberger, die Fans der Austria mit viel Freude zur Arbeit. Ich war überall, Katar, Tunesien, Deutschland, und habe dort eines gelernt: Man muss positiv an alles herangehen. Wenn man sagt „Morgen verlier‘ ich“, dann verlier‘ ich. Ich habe die Festplatte des Teams gelöscht und auf Null gesetzt. Wir müssen jetzt am Boden bleiben und schauen, was die Zukunft bringt. Das Brot ist noch nicht gegessen, es wartet noch viel Arbeit.“

Marcel Schreter (Stürmer Austria Lustenau): „Die Mannschaft hat einig‘haut, gekämpft und gebissen – ich glaub, der Sieg geht in Ordnung. Wir haben gewusst, wenn wir so weiterspielen wie erste Halbzeit, dann schaff wir das. Abstieg? Wenn wir so spielen wie heute, dann schaffen wir den Klassenerhalt.“