Erstellt am 20. Februar 2015, 11:30

von Bernhard Fenz

Dujmovits: „Fühle mich nicht unterfordert“. Olympiasiegerin und Vizeweltmeisterin Julia Dujmovits (27) aus Sulz (Bezirk Güssing) spricht über WM-Silber, den Weltcup und ihre Zeit im Winter.

Entspannt: Vizeweltmeisterin Julia Dujmovits beim Gespräch mit der BVZ. Foto: Müllner  |  NOEN, Werner Müllner

BVZ: Sie haben bei der WM im Jänner im Lachtal zweimal Gold anvisiert. Geworden ist es Silber im Slalom und das Achtelfinal-Aus im Riesenslalom. Wie bilanzieren Sie mit ein wenig Abstand?
Julia Dujmovits: Klar wollte ich zweimal Gold holen, jedes andere Ziel wäre falsch gewesen. Trotzdem bin ich sehr zufrieden. Es werden nur sechs Medaillen verteilt, also ist jede Medaille ein Erfolg. Im Riesentorlauf habe ich es technisch nicht so hingebracht, beim Training davor ist es besser gegangen.

x  |  NOEN, GEPA pictures/Mario Kneisl

Gegen die spätere Weltmeisterin Claudia Riegler kam hier das rasche Aus im Achtelfinale. Stichwort Single-Format: Mittlerweile werden, anders als noch etwa bei Olympia 2014, die K.o.-Duelle in nur einem Lauf entschieden. Auch wenn dadurch die Qualifikation aufgewertet wird, weil sich die besser platzierten Athleten den Kurs aussuchen können: Macht es wirklich Spaß, so ein Duell in nur einem Lauf zu entscheiden?
Die Meinungen gehen hier sehr auseinander. Ich persönlich fahre das Re-Run-Format schon lieber, weil es einfach fairer ist. Man kann auf zwei verschiedenen Kursen nie gleiche Bedingungen schaffen. Klar wird die Quali aufgewertet, aber das Niveau ist im Moment so hoch, dass aus den Top-20 jede Läuferin Rennen gewinnen kann. Eins gegen 16 aus der Quali ist also kein Freilos, man darf sich nichts erlauben.

Andererseits ist die Belastung bei zwei Läufen pro K.o.-Duell höher.
Das Format mit zwei Läufen macht für die Sinn, die gut trainiert sind. Wenn man zehnmal an einem Tag fährt, ist das körperlich sehr anstrengend. Nach einem Sprint-Slalom im Single-Format kommt die Erschöpfung, die man spürt, eher vom mentalen Stress.

„Wunschkonzert geht nicht immer so auf“

Im Weltcup wechselt der Tross Ende Februar nach Japan. Worauf liegt Ihr Fokus bis Saisonende?
Im Slalom-Weltcup ist noch alles möglich. Da möchte ich zeigen, dass ich stark drauf bin.

x  |  NOEN, Werner Müllner

Wie wichtig wäre Ihnen ein Sieg im Gesamtweltcup?
Als Sportlerin will man am liebsten alles gewinnen – und das am besten gleich in einer Saison. Nur geht das Wunschkonzert nicht immer so auf, wie man sich das oft vorstellt. Klar bleibt der Gesamtweltcup das große Ziel.

Sind Sie mit der Entwicklung der Snowboard-Bewerbe zufrieden?
Alle Rennen werden live übertragen, es geht in die richtige Richtung. Der Weltcup war noch nie so gut wie in dieser Saison. Dass wir etwa wieder in Japan Rennen haben, ist ein Riesenschritt.

„In diesem Winter ist es eine richtig gute Tour“

Wünschen Sie sich trotzdem auch noch mehr Rennen pro Saison?
Klar ginge ein bissl mehr. Aber in diesem Winter ist es eine richtig gute Tour. Die FIS hat sich bei der Qualität der Rennen sehr gesteigert. Letzte Saison waren die Pistenbedingungen eher schlecht, heuer waren sie bis dato immer perfekt. Ich habe jedenfalls genug zu tun im Winter und fühle mich nicht unterfordert.

Wann gehen Sie in Urlaub?
Nach den österreichischen Meisterschaften (Anm.: 22./23. März). Ich gönne mir da eine Zeit, wo ich für mich Sport betreiben kann und zwei Wochen lang einmal keine Taschen packen muss.

Aber es wird keine bewegungsfreie Phase, in der Sie auch froh sind, das Board nicht zu sehen?
Nein, ich hoffe, dass ich zum „Powdern“ komme und es dann noch guten Tiefschnee gibt. Erst im Sommer bin ich froh, wenn ich das Board nicht sehe.


Zur Person: Julia Dujmovits

  • Die Sulzerin liegt derzeit im Snowboard-Parallel-Gesamtweltcup mit 1.546 Punkten auf Platz acht. In Führung: Marion Kreiner (3.290).

  • In der Parallel-Slalom-Wertung steht Dujmovits mit 900 Punkten auf Platz fünf, 190 Zähler hinter der führenden Österreicherin Sabine Schöffmann.

  • Im Parallel-Weltcup stehen in dieser Saison noch die Bewerbe in Asahikawa (Japan, Riesenslalom, Slalom), Moskau (Russland, Slalom) sowie im deutschen Winterberg (Slalom) am Programm.