Erstellt am 20. Februar 2016, 18:12

von Bernhard Fenz

Später Ausgleich in Unterzahl. Der SV Mattersburg erkämpfte sich bei der Wiener Austria einen verdienten Punkt.

 |  NOEN, Martin Ivansich

Über eine Hälfte lang agierten die Burgenländer in numerischer Unterelegenheit und kamen trotzdem kurz vor dem Schluss noch zum 2:2 – ein Ergebnis, das eine zusätzliche Moralinjektion für Grün-Weiß im Hinblick auf die kommenden Runden bedeuten sollte.

AKTUELLE TABELLE DER TIPICO BUNDESLIGA
 
AUSTRIA – MATTERSBURG 2:2. Nach dem 2:1-Auswärtserfolg in Altach rechnete man sich im Lager der Mattersburger klarerweise auch bei der Auftaktpartie der 23. Runde am Samstagnachmittag in der Generali-Arena einiges aus. Und das Duell sollte anfangs auch sehr gut für die Gäste starten, die den ersten versuchten Schwung der Violetten gut schluckten und ihrerseits sogar in Führung gehen konnten. Nach einem Einwurf von Alois Höller setzte sich Thorsten Röcher gegen Martschinko durch, brachte den Ball per Stangler in die Mitte, wo Markus Pink nur noch einschieben musste.
 


Da waren 16 Minuten gespielt – und die Austria konnte froh sein, zu diesem Zeitpunkt noch zu elft zu sein. Bei einem Zweikampf von Christoph Martschinko und Thorsten Röcher in der 7. Minute hatte Ersterer den Fuß gefährlich hoch aktiv - und in Kopfrichtung. Eine Aktion, die im Eifer des Gefechts schwer zu bewerten war, aber zumindest in der Zeitlupe wirkte das Foul rotverdächtig. 
Wie auch immer. Zehn Minuten nach der Führung des SVM ließ dann abermals Pink mit einem tollen Fallrückzieher-Treffer aufhorchen, Referee Dominik Ouschan aber verwehrte dem vermeintlichen 0:2 die Anerkennung (gefährliches Spiel) – sehr zum Missfallen der Burgenländer.
 

Zwei Aktionen drehten die Partie noch vor der Pause     

 
Und es sollte noch richtig bitter kommen. Erst gelang der Austria in Minute 38 der Ausgleich zum 1:1. Alexander Gorgon legte eine hohe Vorlage quer – und Mike Novak spitzelte den Ball vor Lucas Venuto ins eigene Tor. Schwacher Trost: Die Kugel wäre wohl so oder so im Netz gelandet.  Dann drehte sich die Partie völlig, als Nedeljko Malic Larry Kayode im Lauf Richtung Torout von den Beinen holte und vorzeitig duschen gehen musste. Foul: keine Frage. Gelb-Rot: ebenfalls klar. Ob das Vergehen knapp vor oder doch im Strafraum begangen wurde, ist die heikle Frage. Ouschan jedenfalls zögerte nicht und entschied sofort auf Elfer, den Gorgon souverän zum 2:1 verwertete.

Nach Wiederbeginn waren die Voraussetzungen aufgrund der numerischen Überlegenheit der Violetten freilich etwas anders. Trotzdem blieb die Begegnung spannend, weil dem Team von Thorsten Fink trotz einer optischen Überlegenheit die wohl endgültige Entscheidung in Form des dritten Treffers nicht gelang und die Burgenländer somit im Spiel blieben. Da zeigte dann etwa Austria-Goalie Osman Hadzikic bei einem Gegenstoß Unsicherheiten, als Markus Pink das kurze Eck anvisierte. Auf der Gegenseite rutschten alle an einem gefährlichen Stangler vorbei, klärte Goalie Markus Kuster einen Martschinko-Weitschuss mit der Faust, scheiterte Kayode aus aussichtsreicher Position im Sechzehner oder versemmelte Lukas Rotpuller eine ebenfalls erfolgsversprechende Kopfballgelegenheit.

Versöhnliches Ende durch späten SVM-Ausgleich

Und so nutzten eben die Profis von Ivo Vastic die Gunst der späten Stunde, um aus einer Standardsituation doch noch zum Ausgleich zu kommen. Freistoß Jano, Kopfvorlage Vitaljis Maksimenko – und Thorsten Mahrer war zur Stelle – 2:2. Kurz vor dem Ende rettete dann Markus Kuster noch einmal gegen Kayode den Punkt.
Fazit: Ein vom Auftreten her sehr starkes Unentschieden des SVM, der nicht aufgab und sich so den Punkt mehr als verdiente. Weiter geht es nun am kommenden Samstag mit dem Heimspiel gegen den WAC.

STIMMEN

SVM-Trainer Ivica Vastic: Wir haben heute sehr gut ins Spiel gefunden, haben nicht viel zugelassen und sind auch verdient in Führung gegangen. Das zweite Tor war aus meiner Sicht regulär und wäre auch Marke Tor des Jahres gewesen, aber der Schiedsrichter hat die Partie heute mit merkwürdigen Entscheidungen in eine andere Richtung gelenkt. Wir haben aber schon daheim gegen Ried mit zehn Mann zwei Tore aufgeholt, die Mannschaft hat auch heute nicht nachgelassen.“

Austria-Trainer Thorsten Fink: „Mattersburg hat zu Beginn sehr gut gespielt, war besser. Dann haben wir – für mich zurecht - den Elfer bekommen. Leider haben wir in Überzahl nicht das 3:1 gemacht, das war der springende Punkt. Deshalb ist das 2:2 am Ende auch verdient. Mattersburg ist auch nicht irgendwer, sondern eine gute Mannschaft.“

Thorsten Mahrer: „Wir haben das Spiel in der ersten halben Stunde sehr gut im Griff gehabt, hätten eigentlich 2:0 führen können. Dann haben wir aber zweimal naiv agiert und unnötige Gegentore bekommen. In der zweiten Halbzeit war unser Plan, das 2:1 lange zu halten und dann noch einmal zuzuschlagen. Das ist uns gut gelungen.“
 
Nedeljko Malic: „Ich habe die Situation noch nicht im Fernsehen gesehen, aber es war auf jeden Fall ungeschickt von mir. Wenn es außerhalb war, dann ist trotzdem bitter. Gratulation an die Mannschaft, die toll gekämpft hat.“ 

STATISTIK

AUSTRIA - MATTERSBURG 2:2 (2:1).
Torfolge:
0:1 (16.) Pink, 1:1 (38.) Novak (Eigentor), 2:1 (43.) Gorgon (Foulelfer), 2:2 (89.) Mahrer.
Gelb-Rot: Malic (42, Foul).
Gelb: Martschinko (7., Foul), Grünwald (85., Foul); Malic (29., Foul).
SR: Ouschan.- Generali-Arena, 6.235.

Austria: Hadzikic; Larsen, Windbichler, Rotpuller, Martschinko; Holzhauser, Grünwald; Gorgon, Kehat (75. Meilinger), Venuto (86. Friesenbichler); Kayode.
Mattersburg: Kuster; Höller, Malic, Mahrer, Novak; Jano, Sprangler (46. Maksimenko), Prietl, Röcher (82 Templ); Ibser (46. Farkas), Pink.