Erstellt am 13. März 2014, 11:23

Start zum Rennen um die Bundesliga-Lizenzen. Mit der Einreichung der Unterlagen beginnt am Montag offiziell der Lizenzierungsprozess für die Saison der Fußball-Bundesliga 2014/15.

Reinhard Herovits, der Vorstand für Finanz und Lizenzierung in der Bundesliga, hofft in der nahen Zukunft auf wichtige Lehren aus den zuletzt lebhaften Diskussionen rund um die Oberhaus-Vereine SV Grödig und Admira Wacker.

"Gewissen Energien kann man nicht Herr werden"

Bezüglich angeblicher Schwarzgeldzahlungen, von denen zuletzt Ex-Grödig-Spieler Dominique Taboga berichtet hatte, meinte Herovits aber realistisch: "Gewissen Energien kann man mit keinen Gesetzen und Lizenzierungsbestimmungen Herr werden." Allerdings ist sich der Burgenländer sicher, dass verbotene Geschäfte auf Dauer ohnehin nicht gut gehen.

"Man kann sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil holen, das ist aber zeitlich begrenzt. Alles, was man regelmäßig macht, geht auf Dauer nicht gut. Irgendwann 'pascht' es dann", sagte Herovits am Mittwochabend in Wien. Konsequenzen für Grödig sind aufgrund von Tabogas Aussagen nicht zu erwarten, schließlich hat Club-Manager Christian Haas alle Vorwürfe vehement zurückgewiesen. "Da steht Aussage gegen Aussage. Erst wenn evident etwas auftauchen sollte, dann wird's happig", so Herovits.

In Zukunft keine Infrastruktur-Ausnahmen mehr

Den Strafrahmen für nachgewiesene Schwarzgeldzahlungen sieht Herovits als passend. Schließlich sei der FC Lustenau nicht zuletzt aufgrund dieses Delikts nach der Saison 2012/13 zum Zwangsabstieg verdonnert worden. Auch für Vienna, Admira und Kapfenberg habe es in der Vergangenheit aufgrund sogenannter Doppelverträge Geldstrafen von bis zu 50.000 Euro gesetzt.

Sollten Schwarzgeldzahlungen nachgewiesen werden können, dann würde die Strafe laut Herovits gemäß folgenden Komponenten ausgesprochen werden: "Wie viele Spieler sind betroffen? Welchen Vorteil gab es dadurch? Waren es Stammspieler, waren es Reservisten?"

Auch die Infrastruktur des Stadions von Sensationsaufsteiger Grödig hat zahlreiche Diskussionen ausgelöst. So sind u.a. fehlende Sitzplätze und asphaltierte Parkplätze nur aufgrund einer Übergangsregelung genehmigt worden. Derartige Ausnahmen werde es laut Herovits in naher Zukunft nicht mehr geben.

Punktabzüge: Abläufe sollen "klarer gestaltet" werden

"Mit einer derartigen Infrastruktur soll es in Zukunft nicht mehr möglich sein, Bundesliga zu spielen. Da müssen Aufstiegsaspiranten den Nachweis erbringen, dass sie wo anders spielen können."

Dass der ursprüngliche Abzug von acht Punkten für die Admira im Jänner 2014 vom Ständigen Neutralen Schiedsgericht auf fünf Zähler reduziert worden ist, sorgte bei Herovits nach wie vor für Verwunderung. "Das ist zu akzeptieren, auch wenn es unserer Meinung nach nicht ganz glücklich war."

In Zukunft sollen die Abläufe "noch klarer" gestaltet werden, das Neutrale Schiedsgericht soll dann wenn möglich lediglich "Ja-Nein-Entscheidungen" (im Fall Admira null oder acht Punkte) aussprechen können.