Erstellt am 12. Juli 2012, 10:31

Stögers Austria-Plan: "So offensiv wie möglich". Defensiver Ergebnis-Fußball, Fanproteste und europacupfreie Tage sollen bei der Austria so schnell wie möglich wieder der Vergangenheit angehören.

Die Hauptverantwortung dafür liegt bei Neo-Trainer Peter Stöger. Der 46-Jährige hat seine mittlerweile vierte Ära als Spieler, Sportdirektor oder Coach bei den Violetten angetreten. Das erste Pflichtspiel folgt am Samstag im Cup gegen Oberwart.

Besonders große Hoffnungen setzen die Austria-Fans in Dare Vrsic, den von Olimpija Ljubljana geholten neuen Regisseur. Zurecht, wie Stöger bestätigte: "Vrsic ist nach der hohen Trainingsintensität noch nicht so spritzig, wie wir ihn haben wollen. Aber das bekommen wir hin. Die Art und Weise, wie er Fußball spielt, kann uns weiterhelfen. Er ist torgefährlich, kreativ, offensivorientiert. Mehr kann man sich nicht wünschen."

Nicht zuletzt Vrsic soll dafür sorgen, dass die unter Stöger-Vorgänger Ivica Vastic aufgekommene Kritik an der defensiven Austria-Spielweise nicht mehr entflammt. "Wir wollen unser Spiel so offensiv wie möglich anlegen, schließlich haben wir viele kreative Spieler in unseren Reihen", versprach Stöger.

Der Wiener betonte aber, dass seine Kicker im Endeffekt selbst dafür verantwortlich sein werden, wie viele dieser Kreativspieler gleichzeitig auf dem Rasen stehen dürfen. "Wenn es zwei, drei Spieler gibt, die bei Ballverlust nicht defensiv mitarbeiten, dann werden wir den einen oder anderen Defensiven mehr brauchen", sagte Stöger.

Gemeint hat der 65-fache ÖFB-Teamspieler damit nicht Roland Linz, dessen Konflikt mit Vastic der Auftakt zum völlig verpatzten Frühjahr 2012 gewesen war. Ein ähnliches "Theater" will Stöger um jeden Preis vermeiden. "Für Linz gilt das gleiche wie für jeden anderen Spieler. Wenn er die Mannschaft unterstützt, wird er zu seinen Einsätzen kommen", erklärte Stöger.

Das Hauptziel liegt auf der Hand, die Austria will zurück in den Europacup. Stöger, der mit der Austria dreimal als Spieler und einmal als Trainer Meister war, machte aber kein Geheimnis daraus, dass er sich insgeheim mehr erhofft. "Wenn man bei einem Verein wie der Austria ist, hat man den Cupsieg oder den Meistertitel immer im Hinterkopf. Wir werden im Laufe der Saison sehen, wie gut wir drauf sind und ob die anderen Mannschaften Fehler machen."