Erstellt am 15. Februar 2013, 07:38

Stranzl bei Gladbachs 3:3 im Mittelpunkt. Borussia Mönchengladbach muss trotz des ersten Europacuptores des Güssingers Martin Stranzl um den Einzug ins Achtelfinale der Fußball-Europa-League bangen.

 |  NOEN, zVg
Die Gladbacher kamen am Donnerstag zu Hause gegen Lazio Rom nicht über ein 3:3 (1:0) hinaus. Stranzl verwertete einen Elfmeter (17.), scheiterte aber mit einem weiteren (70.). Nur unwesentlich besser ist die Ausgangsposition des VfB Stuttgart nach einem 1:1 (1:0) mit Martin Harnik und Raphael Holzhauser zu Hause gegen KRC Genk.

Stranzl, Kapitän der Gladbacher Borussia, avancierte nach einer Achterbahnfahrt der Gefühle zu einem der tragischen Helden des Hinspiels. Der Güssinger freute sich erst über das Premieren-Europacuptor seiner beinahe 15-jährigen Profikarriere. Den ersten Strafstoß nach Foul an Patrick Herrmann versenkte Stranzl noch relativ humorlos halbrechts und hoch im Tor, den schwächer geschossenen zweiten parierte Lazio-Schlussmann Federico Marchetti.

Stranzl war zuvor selbst im Strafraum niedergerungen worden. Lazios Andre Dias sah dafür Gelb-Rot. Zum dritten Elfmeter trat dann der eingewechselte Torben Marx an (84.), traf ebenso wie wenig später Juan Arango per Freistoß (88.). Für die drei Auswärtstore in einer völlig verrückten Partie sorgten Lazios Stürmerstar Sergio Floccari (57.), der den am Knie verletzten Miroslav Klose ersetzte, sowie Libor Kozak im Doppelpack (64., 94.).

Der sonst als Innenverteidiger gesetzte Stranzl half gegen den aktuellen Dritten der italienischen Serie A als rechter Außenverteidiger aus. Nach seinem vergebenen Elfmeter kam der 32-Jährige im Strafraum einmal glücklich an den Ball, schoss aber an die Stange (71.). In der deutschen Bundesliga hat der Defensivspieler, der nach Unstimmigkeiten mit dem damaligen Teamchef Dietmar Constantini Ende 2009 aus der österreichischen Nationalmannschaft zurückgetreten ist, in dieser Saison bereits vier Tore erzielt.

Auch Stuttgart brachte sich in der Nachspielzeit um einen befreienden Heimsieg. Die Schwaben, die in der Liga zuletzt fünf Spiele in Serie verloren hatten, gingen zwar durch Christian Gentner in Führung (42.), den Belgiern gelang durch Glynor Plet aber noch der Ausgleich (91.). ÖFB-Teamspieler Harnik vergab vor der Pause eine Großchance (31.), wurde nach Seitenwechsel ausgewechselt (57.). Landsmann Holzhauser kam zur Pause ins Spiel, setzte aber keine entscheidenden Akzente.

Als einziger Österreicher für das Achtelfinale planen darf Aleksandar Dragovic. Der Innenverteidiger spielte beim 2:0-Heimsieg des FC Basel gegen Dnjepr Dnjepropetrowsk durch. Titelverteidiger Atletico Madrid dagegen steht nach einer 0:2-Heimniederlage gegen Rubin Kasan vor dem Aus. Die Tore für die Russen erzielten der Türke Gökdeniz Karadeniz (6.) sowie Pablo Orbaiz (95.). Die Rückspiele steigen kommenden Donnerstag (21. Februar).

Wie stehen nach dem späten Nackenschlag nun die Chancen von Martin Stranzls Gladbachern auf den Aufstieg? Wie viele "Österreicher-Klubs" werden den Einzug ins Achtelfinale überhaupt schaffen?
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