Erstellt am 03. Dezember 2010, 10:35

Stranzl : "Großer Aufschwung für Russland". Martin Stranzl, Burgenländer in Diensten des russischen Fußball-Spitzenclubs Spartak Moskau, hat die Vergabe der WM 2018 am Donnerstag an seine Wahlheimat in Budapest mitverfolgt.

Stranzl und seine Teamkollegen sind nämlich vor der klirrenden Kälte in Moskau geflohen und bereiten sich in Ungarn aufs Champions-League-Match am 8. Dezember in Zilina/Slowakei vor.

"Überraschend war der Zuschlag für mich auf keinen Fall. Russland hat sich große Chancen auf die WM ausgerechnet, jetzt sind natürlich alle froh und freuen sich. Auch bei uns in der Mannschaft", berichtete Stranzl, der sich durch das Turnier eine starke und positive Auswirkung auf den Fußballsport in Russland erwartet.

"Die Infrastruktur samt der Stadien wird modernisiert. Die WM wird einen großen Aufschwung für den russischen Fußball bringen", meinte der 30-Jährige, der mit Spartak die russische Meisterschaft vor wenigen Tagen auf Rang vier beendet hat. In der Champions League ist Spartak vor dem abschließenden Gruppenmatch ohne Chance auf den Einzug ins Achtelfinale, als fixer Gruppendritter wird man ins Sechzehntelfinale der Europa League übersiedeln.

 Die russische Delegation bei der WM-Vergabe in Zürich konnte größtenteils nur Computersimulationen zeigen, wie es in acht Jahren an den Austragungsorten aussehen wird. In den kommenden Jahren stehen große Herausforderungen vor den WM-Machern. Die riesigen Distanzen zwischen den geplanten 13 Spielorten gelten als Problem, zumal die Flug- und Zugverbindungen schlecht sind. Von den 16 Spielstätten müssen 13 neu gebaut oder komplett umgebaut werden. Die veranschlagten Gesamtkosten liegen bei 3,82 Milliarden Dollar (2,90 Mrd. Euro).

Die enorm weiten Wege zwischen den Spielstätten kennt Stranzl aus dem russischen Ligaalltag. "Am Anfang war es schon eine Umstellung, mittlerweile ist es normal. Aber bei der WM 2010 in Südafrika waren die Wege ja auch nicht gerade kurz", erinnerte Stranzl ans jüngste WM-Turnier. Auch punkto Sicherheit macht sich Stranzl keinerlei Sorgen: "Da wird es sicher keine Probleme geben."