Erstellt am 29. April 2015, 06:55

von Bernhard Fenz

Sturm im Wasserglas?. BFV-Vizepräsident Ernst Gangl hat einen Vorschlag für mehr Regionalität – die Umsetzung ist aber fraglich.

BFV-Vizepräsident Ernst Gangl ist für die Umsetzung einer neuen Klasseneinteilung.  |  NOEN, BFV
Es war ein pikanter Anhang, den der BFV im Zuge des obligaten Protokolls der letzten Vorstandssitzung vom 26. März zuletzt an die Fußball-Öffentlichkeit ausschickte.



Hinter dem „Entwurf Ernst Gangl Klasseneinteilung BFV - neu“ verbarg sich ein Vorschlag des Verbands-Vizepräsidenten, den er bei der Sitzung unter „Allfälligem“ vorstellte.

Annähern an „Bezirksliga“-Gedanken?

Dabei sollen die 2. Klassen aufgelöst und durch zwei (beziehungsweise im Süden drei) gleichgestellte 1. Klassen ersetzt werden.

Die Einteilung dieser Klassen würde nach regionalen Aspekten erfolgen und käme speziell im Norden (siehe Grafik unten) einer „Bezirksliga“ sehr nahe.

x  |  NOEN, Grafik Gerald Bischof














Gangl, der aus Illmitz stammt und den Vorschlag einbrachte, präzisiert: „Einer der Beweggründe war, dass viele Vereine Schwierigkeiten mit der Reserve haben – speziell dann, wenn sie auswärts und außerhalb des Bezirks antreten. Durch mehr Regionalität könnte man weiten Fahrten entgegenwirken.“

Gruppe Nord: Großer Ruf nach Regionalität

Auch die besseren Förderungsmöglichkeiten der eigenen, jungen Spieler sei laut Gangl ein weiterer, wesentlicher Punkt: „Sobald Vereine unter Abstiegsdruck stehen, bleiben die eigenen und jungen Spieler auf der Strecke. So besteht die Möglichkeit, mehr auf eigene Akteure zu setzen.“ Und: Speziell in der Gruppe Nord sei der Ruf nach mehr Regionalität groß, stellte Gangl fest.

Noch hängt dieser Vorschlag aber in der Luft. Soll heißen: Bevor kein Verein oder keine Gruppe einen Antrag zur Behandlung des Themas stellen, bleibt der Entwurf noch in der Schublade liegen. Robert Wieger, Obmann der Gruppe Nord: „Nach Ende der Meisterschaft wird dieser Vorschlag in unserer Gruppe behandelt, davor ist es eigentlich noch zu früh, konkret darüber zu sprechen.“

Umsetzung? Wenn, dann frühestens 16/17

Also tut sich vorab auch nichts. BFV-Präsident Gerhard Milletich: „Es gibt keinen offiziellen Antrag. Von daher hat sich der Spielausschuss auch noch gar nicht damit befasst.“

An eine Umsetzung wäre demnach, wenn überhaupt, frühestens ab 2016/2017 zu denken – dafür bräuchte es aber auch erst entsprechende Mehrheiten. Behandelt wird im Vorstand freilich jeder einzelne Antrag, ein geschlossener Wunsch einer Gruppe wäre aber kein Nachteil.

Milletich selbst bleibt aber defensiv: „Reine Bezirksligen wird man nie zusammenbringen und sportlich bringt das auch keine wirklichen Vorteile – meine Begeisterung ist also überschaubar.“