Erstellt am 29. Juni 2016, 06:36

von Bernhard Fenz

Kurt Russ: „Die Mannschaft ist schon viel positiver“. Kurt Russ hat seinen Start als neuer Co-Trainer des SVM hinter sich – und sieht die Unsicherheit im Team weichen.

Neues Betreuerduo: Mattersburg vertraut künftig Ivo Vastic als Chefcoach und Kurt Russ als Co-Trainer. Fotos: Bernhard Fenz  |  Bernhard Fenz

Klassenerhalt hin, Schadensbegrenzung her: Die Profis des SV Mattersburg haben nach der Aufstiegssaison 2014/2015 und dem furiosen Beginn in der Tipico Bundesliga eine fette Durststrecke hinter sich. Zwei Punkte aus den letzten neun Spielen sind kein Rucksack, der während der Urlaubszeit einfach so verloren geht. Also gilt es, die Spieler wieder mit jener Siegermentalität auszustatten, die sie einmal ausgezeichnet hat.

Aufgabe: Selbstvertrauen weiter einimpfen

Personell hat sich in Mattersburg diesbezüglich nicht viel getan, am Betreuersektor löste Kurt Russ Markus Karner als Co-Trainer von Ivo Vastic ab. Der Steirer wechselte als Cheftrainer aus Kapfenberg nach Mattersburg in die zweite Reihe.

Sein Eindruck nach gut drei Wochen Arbeit mit dem neuen Team: „Super. Die Arbeit funktioniert gut, das Klima passt und die Mannschaft zieht voll mit. Wir spielen jetzt auch schon ein bisschen frecher. Man sieht bereits Fortschritte, auch wenn wir noch einige Zeit vor uns haben, um alles zu verfestigen.“

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Kein Wunder. Russ merkte zu Beginn, dass die Profis nicht gerade vollgepumpt mit Zuversicht starteten. „Wenn man nicht viel gewonnen hat, ist das ganz normal, dass dann kein Selbstvertrauen da ist. Die Mannschaft ist aber schon viel positiver als am Anfang, man spürt einen Riesenunterschied.“

Da gelte es nun, dran zu bleiben. Auch das sieht Kurt Russ als eine seiner Aufgaben, an der Seite von Ivo Vastic den Kickern das nötige Selbstvertrauen einzuimpfen. „Ich bin ein ehrgeiziger und positiver Mensch, arbeite einfach gerne am Platz und bin aber nicht nur zum Hüterlaufstellen hier, sondern kann auch meine Ideen einbringen. Wir sind ein gutes Team und ergänzen uns da dementsprechend“, freut sich der 51-Jährige über die (Mit-)Verantwortung, die ihm im Burgenland zuteil wird.

„Ich bin nicht nur zum Hüterlaufstellen hier, sondern kann auch meine Ideen einbringen.“

Mattersburgs Neo-Co-Trainer Kurt Russ über seine neue sportliche Herausforderung

Nicht zuletzt deshalb sei der Wechsel vom hauptverantwortlichen Trainer eines Erste Liga-Klubs zum Assistenten eines Bundesliga-Vereins auch als Aufstieg zu sehen. „In Kapfenberg habe ich gemerkt, dass wir anstehen und dass die Arbeit für mich an gewisse Grenzen stößt. Das hier ist eine neue und interessante Aufgabe, die ich sehr gerne angenommen habe.“

Dafür nimmt Russ auch in Kauf, aufgrund der Entfernung auf die tägliche Heimreise zu verzichten und den Großteil der Woche vor Ort zu verbringen. „Ich bin direkt in der Akademie, habe alles, das passt.“ Einzig für den optimalen Konsum der EM-Spiele hat der neue Co-Trainer selbst gesorgt. Der eigens angeschaffte große Fernseher bringt ihm nun abseits der Arbeit beim SVM den nötigen Durchblick.