Erstellt am 30. April 2016, 20:26

von Bernhard Fenz

SV Mattersburg: Langsam wird‘s ungemütlich. Wieder nichts. Auch im sechsten Spiel nach dem letzten Sieg des SV Mattersburg konnten die Burgenländer nicht voll punkten.

 |  NOEN, GERT EGGENBERGER (APA)

Im Gegenteil: Beim 0:2 auswärts gegen den WAC war nicht einmal ein Remis drin. Somit hat die Mannschaft von Ivo Vastic aus den letzten sechs Partien gerade mal einen Punkt geholt. Der Vorsprung auf den Letzten Grödig ist somit auf sechs Zähler reduziert worden, Mattersburg rutschte auf Platz acht, außerdem ist der Aufsteiger derzeit stark personalgeschwächt.
 
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WAC – MATTERSBURG 2:0. Dass Goalie Markus Kuster (sechs Spiele Sperre) und Manuel Prietl (eine Partie Sperre) im Lavanttal nicht dabei sein würden, war vorhersehbar. Zu den beiden weiteren - verletzungsbedingten - Ausfällen nach der 0:9-Heimpleite gegen die Austria (Patrick Farkas und Michi Perlak schieden aus und fehlten) gesellten sich mit Jano (Hand) und Markus Pink (Sprunggelenk) aber auch noch weitere Kicker, die nicht mitwirken konnten.

Also war die Startformation mit Tormann Thomas Borenitsch, den Defensivspielern Lukas Rath und Vitaljis Maksimenko, Mittelfeldakteur Sven Sprangler sowie den beiden Stürmern Patrick Bürger und Florian Templ stark verändert. Thorsten Mahrer rückte ins defensive Mittelfeld, auch Mike Novak durfte etwas weiter vorne als üblich ran.

Eine Führung, ein verpasster Ausgleich und eine Vorentscheidung

 
Die Hoffnung, dass diese Mannschaft die Trendwende schaffen und endlich wieder für den SVM anschreiben könne, erhielt bereits in der fünften Minute aber einen Dämpfer. Nedeljko Malic klärte einen langen Ball von Joachim Standfest, Jacobo schnappte sich den Ball, bediente Issiaka Quedraogo, der -  von Maksimenko alleingelassen – zum 1:0 in die lange Ecke einschob.

Was folgte, war ein verpasster Ausgleich der Gäste, weil Patrick Bürger bei einem rasch vorgetragenen Angriff eine Vorlage von Thorsten Röcher nur neben die Stange setzte (8.). Zehn Minuten danach erhärtete sich der Verdacht nachhaltig, dass die Burgenländer erneut nichts mitnehmen würden.

Ein Alleingang von Thomas Zündel endete in einer gleichermaßen unglücklichen wie ungewollten Vorlage von Alois Höller für Marc Andre Schmerböck, der nur noch einschieben musste.

Eine 72. Minute, bezeichnend für die Lage beim SV Mattersburg

Das 2:0 war die Vorentscheidung. Weil der WAC nach der Pause aber nicht den Sack zumachte (Beispiele: Schmerböck-Fersler neben das Tor, Zündel-Abschluss nur an die Latte), blieb das Team von Ivo Vastic nach wie vor irgendwie im Spiel. Und tatsächlich bewiesen die Burgenländer Moral und wurden gegen Mitte der zweiten Hälfte wieder stärker.

Bezeichnend für die Lage beim SV Mattersburg war aber die 72. Minute, als Patrick Bürger nach Röcher-Vorlage erst aus elf Metern an WAC-Goalie Kofler scheiterte, der eingewechselte Alex Ibser den Abpraller verstolperte und Bürger dann gewaltmäßig mit links den Ball an die Stange donnerte. Kurzum: Es wollte einfach nicht sein.

Fazit: Über die gesamten 90 Minuten war es eine verdiente Niederlage, weil Mattersburg über weite Phasen zu wenig für das Spiel tat. Weiter geht es am 8. Mai um 16.30 Uhr im Pappelstadion gegen Rapid. Drei Runden vor Schluss bleibt festzuhalten: Noch hat es der SVM selbst in der Hand, noch ist der Abstand zum Ende der Tabelle groß genug. Trotzdem droht es langsam ungemütlich zu werden.

STATISTIK

WAC - MATTERSBURG 2:0 (2:0).-
Torfolge: 1:0 (5.) Quedraogo, 2:0 (18.) Schmerböck.
Gelb: Baldauf (28., Foul), Quedraogo (45., Foul); Templ (48., Foul), Wernitznig (82., Foul); Röcher (68., Foul), Malic (86., Foul).
SR: Ouschan.- Lavanttal-Arena, 3.740.
WAC: Kofler; Standfest, Sollbauer, Hüttenbrenner, Baldauf; Zündel, Rabitsch (73. Seidl), Tschernegg, Jacobo (73. Wernitznig); Quedraogo (80. Hellquist), Schmerböck.
Mattersburg: Borenitsch; Höller, Malic, Rath, Maksimenko; Mahrer, Sprangler (76. Ertlthaler), Novak, Röcher; Templ (61. Ibser), Bürger.
 


Stimmen zum Spiel

SVM-Stürmer Patrick Bürger: „Wie man sieht, sind wir in der Kiste, da brauchen wir gar nicht herumreden. Jetzt heißt es zusammenstehen und uns auf nächsten Sonntag konzentrieren. Dort müssen wir dann ein Tor und einen Sieg einfach erzwingen und uns selbst aus der Scheiße herausholen.“ 

Mattersburg-Trainer Ivo Vastic: „Die Situation ist nicht angenehm, wir haben aber noch immer eine gute Ausgangsposition. Nach wie vor müssen und wollen wir von Spiel zu Spiel schauen, uns auf die eigene Leistung konzentrieren und Lösungen finden.“
 
WAC-Coach Heimo Pfeifenberger: „Wir waren die klar bessere Mannschaft. Es war ein souveräner Auftritt, ich kann der Mannschaft nur gratulieren.“