Erstellt am 12. Mai 2015, 20:20

von Bernhard Fenz

Wir sind wieder Bundesliga!. Bravo SV Mattersburg! Unser Fußball-Aushängeschild hat nach dem schmerzlichen Abstieg 2013 und zwei Saisonen in der Sky Go Ersten Liga mit einem 1:1-Unentschieden am Dienstagabend gegen Austria Lustenau vorzeitig den Wiederaufstieg in die Tipico Bundesliga fixiert.

SVM-Jubel: Den zweiten Matchball nutzten die grün-weißen des SV Mattersburg - nach der Heimpartie gegen Austria Lustenau steht der Aufstieg nun fest! Foto: Mathias Schranz  |  NOEN, Mathias Schranz
Die Burgenländer bleiben obendrein Erster der Tabelle und können von keinem aufstiegsberechtigten Verein mehr überholt werden. Herzlich willkommen zurück im österreichischen Fußball-Oberhaus!

Hier geht's zur Tabelle der Sky Go Ersten Liga!

MATTERSBURG - AUSTRIA LUSTENAU 1:1.

Als ob es im Aufstiegs-Drehbuch gestanden wäre, dass die Burgenländer das vorzeitige Bundesliga-Comeback vor heimischem Publikum feiern müssen, hat der (über weite Strecken der Meisterschaft) schärfste Rivale LASK am Freitag mit einem Tor in der Nachspielzeit zum 2:2 im direkten Duell noch den totalen Mattersburger Jubel verhindert.

Bereits da stand aber fest, dass die Grün-Weißen praktisch durch sind – zehn Punkte Vorsprung vor den letzten vier Spieltagen waren einfach nicht mehr zu verspielen. Und die Mannschaft von Ivo Vastic nutzte gleich die erstbeste Gelegenheit im Heimspiel gegen Austria Lustenau (siehe auch Fotoserie unten).



Dass der LASK (der Zweite, Liefering, ist als Red Bull Salzburg-Satellitenklub nicht aufstiegsberechtigt und unterlag Kapfenberg daheim) in Horn mit 0:2 verlor, machte den Abend aus Mattersburger Sicht perfekt. So reichte ein 1:1 (selbst bei einer Niederlage wäre Mattersburg der Aufstieg übrigens nicht mehr zu nehmen gewesen).

SVM drehte nach verhaltenem Beginn doch auf

Allerdings dauerte es gegen die Vorarlberger eine Weile, ehe die Hausherren in die Gänge kamen.

Nach rund 20 Minuten war es Manuel Prietl mit einem Schuss über das Tor, danach dockten Kapitän Patrick Farkas (traf nach Onisiwo-Vorlage nur die Außenstange) und zweimal Markus Pink (erst per Kopfball, dann per Abstauber, der aber im Lustenauer Duett abgewehrt werden konnte) bereits gefährlich an.



In Minute 35 war es dann soweit: Markus Pink schloss nach Farkas-Vorlage zum 1:0 ab, ein Schuss von Karim Onisiwo beendete die immer besser gewordene erste Hälfte der Mattersburger.

Ausgleich konnte Jubel nach Schlusspiff nicht schmälern

Nach Wiederbeginn verfehlte Alois Höller bei einem Alleingang in den Sechzehner das Gehäuse nur knapp, auch Pink war mit einem Schuss nicht erfolgreich.

Also brachte sich auch die Lustenauer Austria ins Spiel ein – und das wurde prompt mit einem Torerfolg belohnt. 70. Minute: Flanke Eric Zachhuber – und Thiago verwandelte per Hechtkopfball zum 1:1.

In der Folge verpassten Karim Onisiwo und der eingewechselte Thorsten Röcher im Zuge einer Chance gleich doppelt die Möglichkeit auf den Sieg, letztlich war es aber – trotz weiterer guter Chancen – egal.

Der SVM war durch, dementsprechend kannte der Jubel nach Schlusspfiff auch keine Grenzen. Obwohl: In jeder Silbe schwang bei den Analysen der Spieler mit, dass nun erst der erste Schritt gesetzt wurde.

Schließlich will die Mannschaft unbedingt als Meister aufsteigen! In diesem Zusammenhang zählt auch schon wieder das nächste Spiel – und zwar am Freitag um 20.30 Uhr beim FAC.


Stimmen zum Spiel:

Trainer Ivo Vastic: „Die Meisterschaft bislang war sensationell, ich glaube, dass wir zu Recht wieder zurück in die Bundesliga kommen.“

Präsident Martin Pucher: „Wir haben ein starkes Jahr hinter uns und haben starke Spiele abgeliefert. Ich will mich bei der Mannschaft und beim Betreuerteam bedanken, trotzdem werden wir als Aufsteiger in der höheren Liga den Ball weiter flach halten.

Manuel Prietl: „Es ist unglaublich, dass wir jetzt wieder zurück sind in der Bundesliga. Aber das war nur das erste Ziel, jetzt wollen wir den Meisterteller holen. Wir haben noch drei schwierige Spiele, da müssen wir zu hundert Prozent überzeugen.““
 
Thorsten Mahrer: „Es ist superlässig. Schade aber, dass wir nicht gewonnen haben. Im Endeffekt haben wir jetzt einmal den ersten Schritt gesetzt.“
 
Markus Pink: „Natürlich ist es geil, aber das Gefühl ist ein wenig komisch, da wir nicht gewonnen haben. Es wird sicher dauern, bis man das alles realisiert.“
 
Karim Onisiwo: „Sicher ist es top, wir freuen uns. Richtig feiern können wir aber erst nach dem Liefering-Spiel, wenn wir da als Erster oben stehen.“
 
Kapitän Patrick Farkas: „Jetzt wollen wir Meister werden, ein Aufstieg ist einfach umso schöner mit dem Meisterteller in der Hand. Trotzdem ist es schade, dass wir nicht gewonnen haben – durch das Liefering-Ergebnis hätten wir den Vorsprung ausbauen können, aber wir können es uns in den drei Spielen selbst richten. Zu entspannt dürfen wir jedenfalls nicht sein, weil es am Freitag schon wieder weitergeht. Gefeiert wird erst am Schluss.“
 
Alois Höller: „Kurz nach dem Spiel ärgere ich mich mehr, als ich mich freue – vielleicht kommt das noch, nach dem zweiten oder dritten Bier. Aber natürlich freuen wir uns, das ist ja klar. Vom Match her ist es ärgerlich, wir hätten klar gewinnen müssen und hätten den Vorsprung ausbauen können. Aber egal, wir haben Großes geschafft – und das Letzte kommt jetzt auch noch.“ 
 
Michael Perlak: „Natürlich ist der Schritt, den Aufstieg zu schaffen, etwas Großes und Bemerkenswertes. Nur haben wir ganz klar gesagt, dass wir nicht Zweiter werden wollen, darum werden auch jetzt noch keine Champagnerflaschen geköpft. In drei Tagen ist das nächste Spiel, wir haben noch etwas vor.“
 
Goalie Markus Kuster: „Wir sind bodenständig, waren auch im Winter bodenständig und haben jetzt einmal dieses Ziel erreicht. Aber wir haben noch ein anderes Ziel, trotzdem freuen wir uns riesig über diesen Schritt.“


SV MATTERSBURG – AUSTRIA LUSTENAU 1:1 (1:0)

Torfolge: 1:0 (35.) Pink, 1:1 (70.) Thiago.
SR: Katona.- Pappelstadion, 4.300.
Mattersburg: Kuster; Höller, Mahrer, Malic, Novak; Farkas (68. Doleschal), Prietl (80. Sprangler), Jano, Perlak, Onisiwo; Pink (58. Röcher).
Lustenau: Knett; Stückler, Sakic, Zachhuber, Kobleder; Wolf, Bolter, Aschauer (46. Chabbi), Jailson (67. Thiago), Sobkova (57. Schreter), Tadic.