Erstellt am 09. Oktober 2015, 05:57

von Bernhard Fenz

SV Mattersburg: Zurück zur Basis, aber ohne Hektik. Mattersburg sieht sich mit dem ersten echten Saison-Dämpfer konfrontiert. Nun sollen alte Tugenden her.

Na bumm: Den Profis des SVM stand die 0:4-Pleite gegen die Admira ins Gesicht geschrieben: Manuel Prietl, Markus Pink und Vitaljis Maksimenko (v.l.).  |  NOEN, Martin Ivansich
Alte Tugenden. Das sind für den SV Mattersburg neu längst nicht mehr bloße spielzerstörende Defensiv-Maßnahmen oder aufgestellte Bälle nach vorne, sondern Kompaktheit und volle Konzentration – ganz gleich, wann und bei welchem Stand.

Mannschaft fiel nach dem 0:2 auseinander

Besagte Tugenden vermisste Trainer Ivo Vastic am Samstag beim 0:4 gegen die Admira. „Bis zum 0:2 in der 77. Minute bestand noch immer die Möglichkeit, zumindest auszugleichen – auch wenn uns die Admira offensiv natürlich gut neutralisiert hat.“

Dann fiel die Mannschaft auseinander – aus einem 0:1-Rückstand wurde noch eine klare 0:4-Klatsche. „Wir müssen hier zurück zu unserer Basis, nämlich 90 Minuten lang kompakt stehen und so wenig wie möglich zulassen. Stattdessen haben wir einfache Tore erhalten, dann war das Spiel natürlich gelaufen.“

Die Möglichkeit für einen Lucky Punch im Finish trotz eines schlechten Tags, zumindest diese Variante hätte sich Vastic mit seinem Team gerne offengelassen.

„Das war ein Minustag hoch drei.“
SVM-Präsident Martin Pucher über
das 0:4 gegen die Admira. Trotzdem
gebe es überhaupt keinen Grund,
gleich die Nerven wegzuschmeißen.

Irgendwie war es aber auch einfach zum Verzweifeln für Grün-Weiß, weil mit Fortdauer der Partie immer weniger zusammenpasste und die Stützen von der Admira allesamt perfekt ausgeschaltet werden konnten. Einer davon war Michi Perlak, seines Zeichens Lenker und Denker im Mattersburger Offensivspiel.

Der 29-jährige Salzburger resümierte nüchtern: „Die Admira war frischer und agiler – uns wiederum sind zu wenig Lösungen eingefallen. Leider gibt es solche Tage, an denen es nicht gut läuft.“ Dass aufgrund der EM-Qualifikation am Wochenende kein Bundesliga-Spiel stattfindet (am 17. Oktober geht es in Ried weiter), empfindet Perlak nicht als Nachteil. „Jetzt haben wir Zeit, um uns wieder ordentlich vorzubereiten.“

In aller Ruhe neue Kräfte sammeln, das ist es. Grund zur Panik sei ohnehin nicht angebracht, daran denkt Trainer Vastic gar nicht: „Wir werden die Niederlage gegen die Admira noch genau analysieren, hektisch werden wir deshalb aber nicht.“

Vorne fehlte es dem Coach an der Durchschlagskraft und am perfekten Timing, hinten an der Kompaktheit. In Verbindung mit einem stark und effizient auftretenden Gegner ist das 0:4 demnach fast logisch.

„Zu Null“ als Ziel nach acht Gegentreffern

Für SVM-Boss Martin Pucher war die Pleite klarerweise bitter, „weil bei uns bis zum Schluss nichts gegangen ist. Einmal Markus Pink vor der Pause und einmal Florian Templ nach der Pause war zu wenig im Spiel nach vorne.“ Nachsatz: „Die letzten 15 Minuten waren grauslich anzusehen.“

Sei‘s drum. Mit 16 Punkten haben die Grün-Weißen noch immer die Spitzengruppe in Sichtweite. Um das beizubehalten, muss aber wieder ein Erfolgserlebnis her, etwa in der nächsten Runde in Ried. Da will Vastic nach der 2:4-Niederlage in Salzburg und dem 0:4-Debakel gegen die Admira vor allem hinten wieder die „Null“ sehen – als Basis für einen Punkt(e)zuwachs.