Erstellt am 06. Februar 2016, 20:22

von Bernhard Fenz

SVM-Aufholjagd zum 3:3 gegen Ried. Dezimierter Aufsteiger zeigte Moral und machte 1:3-Rückstand noch wett - Innviertler sahen eine Stunde lang wie der sichere Sieger aus.

 |  NOEN, BVZ
Es war der 24. Oktober 2015, als das Publikum im Pappelstadion letztmalig über einen Sieg des SVM jubeln durfte. Damals, vor rund dreieinhalb Monaten, wurde Altach mit 2:1 geschlagen.

Sieben Spieltage lang gelang den Burgenländern dann weder in der Ferne, noch daheim Zählbares in Form von drei Punkten. Und auch der achte Siegesversuch, gleichbedeutend mit dem Pflichtspielstart 2016 gegen Ried, begann denkbar schlecht und sollte wieder keinen vollen Erfolg einbringen. Der finale Eindruck war aber trotzdem positiv – mehr dazu später.

Zum Match: Keine fünf Minuten waren gespielt, als Patrick Möschl jubelnd an der Cornerfahne des SVM lag. Wenige Augenblicke zuvor hatte er eine flache Hereingabe, die die grün-weiße Abwehr passieren ließ, ungehindert über die Linie gedrückt.



Es war eine verdiente Führung der aktiveren Gäste, die mit klugen Gegenstößen die Hintermannschaft der Grün-Weißen in Bedrängnis brachten – so etwa in Minute elf, als Möschl abzog, Goalie Markus Kuster aber parieren konnte. Sechs Minuten später verfehlte ein Kopfball von Gernot Trauner nach einem Freistoß das Ziel.

Die Mannschaft von Ivo Vastic agierte zwar bemüht, aber mit zu wenig Nachdruck. Lediglich einmal wurde es gefährlich, als Markus Pink den Ball per Stangler in die Mitte brachte, der Ball aber geklärt werden konnte.     

Ausgleich, Führung, Ausschluss und vergebener Penalty

Und doch gelang Mattersburg schließlich der Ausgleich. Es musste ein ruhender Ball in Form eines Freistoßes her, der das 1:1 einbrachte. Jano bediente Markus Pink, der das Runde mustergültig an die Innenstange und von dort ins Netz setzte. Zu diesem Zeitpunkt waren knapp 21 Minuten absolviert, die erhoffte Trendwende für die Heimischen sollte dadurch aber ebenfalls (noch) nicht erfolgen.

Denn nur drei Minuten später jubelten erneut die Rieder, als Thomas Fröschl ein Abstimmungsproblem zwischen Kuster und Vitaljis Maksimenko nutzte und den Ball über die Linie spitzelte. Weitere drei Minuten später wäre es abermals Fröschl gewesen, der sich als Torschütze feiern hätte dürfen, wenn, ja wenn sein im Zuge eines Konters abgefälschter Schuss nicht über Kuster hinweg an die Latte gegangen wäre.

Auch der letzte Höhepunkt der ersten Halbzeit sollte den Innviertlern gehören. Fröschl wurde in die Gasse geschickt, ging an Mike Novak vorbei und danach zu Boden – Referee Harald Lechner zeigte auf den Elferpunkt und schloss Novak aus. Den fälligen Penalty konnte Möschl allerdings nicht verwerten, Kuster erriet die Ecke, parierte den Ball und hielt Mattersburg somit im Spiel.

Verrückte Aufholjagd in der zweiten Halbzeit

Nach Wiederbeginn sollten die Gäste dann relativ bald für die vermeintliche Vorentscheidung sorgen. Nach einem weiteren Fröschl-Lattenschuss (dazwischen verfehlte Nedeljko Malic nach einem Eckball per Kopf das Tor noch knapp) war es Nico Antonitsch, der einen Corner im SVM-Tor versenkte. Zu diesem Zeitpunkt schienen die dezimierten Heimischen nicht mehr in der Lage zu sein, dem Spiel noch eine Wende zu geben.

Es kam anders, und wie. Minute 67: Eckball Mattersburg – und Malic steht in der Mitte goldrichtig – 2:3. Minute 71: Manuel Prietl nimmt sich im Sechzehner ein Herz, zieht ab und trifft in die kurze Kreuzecke zum vielumjubelten 3:3.

Das war auch der Endstand einer Partie, die am Schluss auf Augenhöhe war und noch hüben wie drüben entschieden werden hätte können, trotz der numerischen Mattersburger Unterlegenheit. Verrückt: Die Burgenländer können trotz eines Heim-Remis gegen Ried nun mit einem gefühlten Erfolgserlebnis in das ÖFB-Cup-Viertelfinalmatch am Dienstag (18.30 Uhr) gegen St. Pölten gehen.

Stimmen zum Spiel

Alois Höller: „Am Ende bin ich mit dem Punkt sogar unzufrieden, aber wenn man mit einem Mann weniger ein 1:3 aufholt, dann ist man zumindestens der moralische Sieger.“

Manuel Prietl: „Wir sind durch Unachtsamkeiten in Rückstand geraten. Die Rote Karte hat uns dann noch ein Stück verunsichert. Aber ein Spiel dauert einmal 90 Minuten und daran haben wir uns ab der Pause geklammert und das Beste daraus gemacht. Jetzt gilt es den Schwung der zweiten Halbzeit ins Cupspiel am Dienstag mitzunehmen.“
 
Mike Novak: „Eine Berührung war da, das Foul war aber nicht im Strafraum – und die Rote Karte ist sehr hart.“

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Stats & Facts

Fußball-Bundesliga (21. Runde): SV Mattersburg- SV Ried Endstand 3:3 (1:2). Mattersburg, Pappelstadion, 2.600, SR Lechner

Torfolge: 0:1 (5.) Möschl, 1:1 (21.) Pink, 1:2 (24.) Fröschl, 1:3 (59.) Antonitsch, 2:3 (67.) Malic, 3:3 (71.) Prietl.

Gelb: Maksimenko (32., Foul). Bürger (35., Foul), Höller (56., Foul), Kuster (92., Spielverzögerung); Prada (38., Foul), Reifeltshammer (49., Foul), Polverino (77., Foul).

Mattersburg: Kuster; Höller, Malic, Maksimenko, Novak; Jano; Farkas, Perlak (76. Ibser), Prietl; Bürger (46. Röcher), Pink (85. Templ).

Ried: Gebauer; Antonitsch, Reifeltshammer, Janeczek; Trauner, Polverino; Prada, Walch (80. Schubert), Fröschl (70. Kreuzer), Bergmann; Möschl (62. Hart).