Erstellt am 13. Februar 2016, 20:38

von Bernhard Fenz

SVM-Joker stachen zum Sieg. Acht Bundesliga-Spiele lang musste der SV Mattersburg auf einen vollen Erfolg warten, beim Spiel in Altach war es wieder soweit.

 |  NOEN, DIETMAR STIPLOVSEK (APA)

Der SVM gewann im Ländle mit 2:0 und setzte somit endlich wieder ein deutliches positives Zeichen. Besonderes Detail am Rande: Trainer Ivo Vastic brachte Patrick Bürger und Florian Templ in der zweiten Halbzeit ins Spiel – beide trafen unmittelbar nach ihrer Einwechslung gleich ins Schwarze zum völlig verdienten Sieg.

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ALTACH – MATTERSBURG 1:2. Die Burgenländer traten nach dem 3:3 in der Vorwoche gegen Ried und dem 1:2 im ÖFB-Cup-Viertelfinale am Dienstag gegen St. Pölten mit einer personell veränderten Startformation auf. Mike Novak kehrte nach seiner Sperre auf die linke Seite in der Viererkette retour, Sven Sprangler durfte im Mittelfeld ran, Alex Ibser im Sturm. Draußen blieben diesmal Kapitän Patrick Farkas (die Schleife übernahm Nedeljko Malic), Stürmer Patrick Bürger und Mittelfeldmotor Michi Perlak – Letzterer war noch vom Cup-Spiel gegen St. Pölten angeschlagen.

Und von Beginn weg zeigte Mattersburg auch unmissverständlich auf, dass man Zählbares aus Vorarlberg mitnehmen wolle. Ergo war der SVM auch gleich einmal optisch überlegen, zwei gute Gelegenheiten inklusive: Erst setzte Malic nach Freistoß von Jano einen Kopfball an der Stange vorbei (6.), dann war es Markus Pink, der sich durchsetzte und aus spitzem Winkel noch Altach-Tormann Andreas Lukse prüfte.

In der Folge entwickelte sich dann ein ausgeglichenes Match, bei dem Mattersburg trotzdem die aktivere und gefährlichere Mannschaft blieb. Abermals war es Pink, der in Minute 27 den Ball in die lange Ecke schlenzen wollte – Lukse war aber auf dem Posten. Gut zehn Minuten später ging ein Schuss des Stürmers aus Kärnten flach an der Stange vorbei.

Von den Gastgebern war wenig bis nichts zu sehen, was sich eine Erwähnung verdient hätte. Erst gegen Ende der ersten Hälfte schaffte es Altach, sich zumindest kurzfristig in der Hälfte der Grün-Weißen festzusetzen. Ein Schuss von Philipp Netzer diente dann aber doch nur der Torschuss-Statistik, bei SVM-Goalie Markus Kuster löste der Versuch kein Herzrasen aus.  

Beide Einwechselspieler trafen für Mattersburg

Nach Wiederbeginn präsentieren sich die Heimischen dann deutlich aktiver, weshalb sich auch ein lebhafteres Hin und Her entwickelte. Trotzdem musste man sich im Lauf der zweiten Hälfte schön langsam mit einem torlosen Unentschieden anfreunden, weil die ganz zwingenden Chancen ausblieben.

Nach gut 70 Minuten wurde es dann aber doch noch richtig prickelnd – speziell aus Mattersburger Sicht. Erst brachte Trainer Ivo Vastic Patrick Bürger ins Spiel. Bürger und Altach? Da war was: Am 24. Oktober kam der Bad Tatzmannsdorfer im Zuge seines Bundesliga-Comebacks nach langer Verletzungspause daheim gegen Altach als Joker ins Match und fixierte danach den 2:1-Sieg per Kopf.

Diesmal war Bürger in derselben Rolle wieder ein entscheidender Faktor, als er einen raschen Konter über den ebenfalls eingewechselten Farkas und Pink (der noch an Lukse scheiterte) im Netz versenkte und so die Vorentscheidung brachte. Dem 0:1 folgte nur sechs Minuten später sogar das zweite Tor, abermals durch einen Joker. Flo Templ kam ins Spiel und verwertete eine weite Passvorlage wunderbar mit einem Heber zum 2:0 für Mattersburg.

Als dann auch noch Patrick Salomon nach einem Torraub Rot sah, schien alles vorzeitig gelaufen zu sein. Weil aber Boris Prokopic nach einem Corner noch der Anschlusstreffer gelang, kam ganz zum Schluss noch kurzfristig Hektik auf. Sei’s drum. Die Riesenausgleichschance fand das Team von Coach Damir Canadi nicht mehr vor, auf der Gegenseite verpasste Bürger im Konter nach Vorlage von Manuel Prietl sogar das 1:3 – und dann war Schluss.

Weiter geht es für den SV Mattersburg am kommenden Samstag, übrigens wieder auswärts, dann bei der Wiener Austria.

STIMMEN

Patrick Bürger: „Anscheinend passt das mit mir und Altach gut. Heute haben wir aber grundsätzlich souverän gespielt, nichts zugelassen und zum Schluss haben die Joker gestochen. Ich habe natürlich gehofft, dass ich ein Tor mache – das ist mir gut gelungen. Man kann es nicht in Worte fassen, wie wertvoll der Sieg für uns heute war. Mit dem Tor ist der Druck abgefallen, jetzt haben wir viel Selbstvertrauen. Das hilft uns natürlich jetzt enorm vor der nächsten schweren Aufgabe bei der Austria.“

Florian Templ: „Ich habe mich schon extrem gefreut über die Führung. Dass ich das 2:0 dann nachlegen konnte, war natürlich super für mich. Für den Heber habe ich mich erst ganz zum Schluss entschieden - bis zuletzt war ich überzeugt, dass ich mit dem Vollrist abschließe, dann habe ich aber gemerkt, dass sich das gut ausgeht. Der Sieg ist natürlich ein Befreiungsschlag für uns.“

Trainer Ivo Vastic: „Wir haben einen kleinen, aber ausgeglichenen Kader. Da kann jeder jeden ersetzen, das hat man heute auch gemerkt. Mit zwei frischen Stürmer haben wir dann noch gewonnen.“
 

STATISTIK

SCR ALTACH - SV MATTERSBURG 1:2 (0:0).- Torfolge: 0:1 (73.) Bürger, 0:2 (79.) Templ, 1:2 (88.) Prokopic.
Rot: Salomon (83., Torchancenverhinderung).
Gelb: Galvao (20., Foul); Sprangler (24., Foul), Röcher (89., Foul).
SR: Weinberger.- Altach, 3.000.
Altach: Lukse; Lienhart, Zwischenbrugger, Zech, Galvao; Hofbauer (61. Prokopic), Salomon, Netzer (78. Harrer), Tajouri (68. Topcagic); Ngwat-Mahop, Aigner.
Mattersburg: Kuster; Höller, Malic, Mahrer, Novak; Jano, Sprangler (61. Farkas), Prietl, Röcher; Ibser (70. Bürger), Pink (77. Templ).