Erstellt am 15. Mai 2016, 19:45

von Bernhard Fenz

SVM-Niederlage mit turbulentem Finish. Lange Zeit sah es im letzten Saisonspiel des SV Mattersburg gegen Fixabsteiger Grödig aufgrund einer insgesamt matten Leistung nach einer finalen Heimniederlage aus. Im Finish drehten die Burgenländer dann zwar kurz auf und kamen auf 2:2 heran, die Partie sollte aber letztlich doch noch mit 2:3 verloren gehen.

Alois Hoeller (SV Mattersburg) und Lukas Denner (SV Grödig)  |  NOEN, APA/EXPA/Thomas Haumer

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MATTERSBURG – GRÖDIG 2:3.

Es war angerichtet für einen schönen Mattersburger Saisonabschluss. Rechtzeitig zum Anpfiff kam die Sonne heraus, der Verein hatte im Pappelstadion ein kollektives Antialk-Freigetränke-Zuckerl parat,  vergünstigte oder freie Tickets hinter den Toren - ein großes Dankeschön einfach an die Zuseher.

Nicht ans Drehbuch eines feinen letzten Spiels der Saison hielten sich allerdings die Hauptdarsteller, sprich die Profis am Platz: Die hielten sich nach dem verdienten 1:1-Remis am Mittwoch bei Sturm Graz (gleichbedeutend mit dem Klassenerhalt) gegen FixabsteigerGrödig vornehm zurück, ließen stattdessen die Salzburger gewähren.

Und die Grödiger, deren zehn mitgereiste Fans sich per Transparent für „drei geile Jahre“ bedankten, nahmen die Mattersburger Passivität vor der Pause dankbar an.

Bereits nach vier Minuten kam Goalie Markus Böcskör bei einem Ball im Strafraum gegen Valentin Grubeck zu spät, Referee Harald Lechner entschied auf Elfmeter. Den verwandelte Christian Derflinger mit der „Eh-schon-wurscht“-Leichtigkeit eines Absteigers bombensicher ins linke Kreuzeck.

Auch in der Folge blieb die Mannschaft von Peter Schöttel gefährlich und war dem zweiten Treffer näher.

Nur eine Großchance vor der Pause, dann wurde es besser

Einzig bald nach der Gästeführung hätten die Mattersburger das Grödiger 1:0 eigentlich egalisieren müssen, aber Alex Ibser scheiterte gleich doppelt aus höchst aussichtsreicher Position. Ansonsten blieben die Burgenländer vor dem Wechsel vor allem eines: farblos.

Das sollte sich dann aber mit dem Beginn der zweiten Hälfte ändern. Endlich bot die Mannschaft jene offensive Leidenschaft auf, die sich die Besucher von Beginn weg erwartet hatten.

Manuel Prietl und Alois Höller fanden da im Doppel bereits in Minute 52 die ganz große Ausgleichschance vor. Erst scheiterte Prietl, im zweiten Versuch dann schob Höller die Vorlage Richtung Tor, der Ball wurde aber noch vor der Linie geklärt.

Nur sechs Minuten später verschätzte sich Grödig-Goalie Alexander Schlager bei einer Flanke, der eingewechselte Julius Ertlthaler brachte den Ball aber nicht mehr entscheidend zur Mitte.

Doppelter Grubeck , SVM-Aufholjagd, späte Entscheidung

Und doch sollte es an diesem Tag keine entscheidende Belohnung für die SVM-Profis geben. So schien es jedenfalls. Denn auf der Gegenseite prüfte erst Reagy Baah Ofosu Goalie Markus Böcskör per Kopf (da parierte der 33-Jährige glänzend), die anschließende Ecke landete dann aber am Kopf des freistehenden Valentin Grubeck, der ins lange Eck traf und somit zum doppelten Torschützen mutierte.

Wie es auf Seiten der Mannschaft von Ivo Vastic gehen könnte, zeigten die Herren Ertlthaler und Bürger in Minute 80 vor. Da bediente der 19-Jährige seinen 28-jährigen Mitspieler mit einer Flanke – und der kopfballstarke Bürger machte trotz Rückenlage kurzen Prozess – 1:2.

Und weil dieses Rezept so erfolgreich war, besann sich auch Alois Höller darauf, flankte und fand – genau, wieder Bürger. Weil der Bad Tatzmannsdorfer erneut nichts anbrennen ließ, gelang innerhalb von nur vier Minuten die Aufholjagd von 0:2 auf 2:2.

Wer glaubte, dass damit Schluss war, irrte. Mittlerweile hatte die Partie hohen Unterhaltungswert, allerdings letztlich mit dem besseren Ende für Grödig. Schiedsrichter Harald Lechner zeigte nämlich noch einmal auf den Elferpunkt, konkret nach Foul von Fran Sanchez an Kainz. Da ließ sich dann Sandro Djuric die Gelegenheit zum 3:2-Siegestreffer nicht entgehen – es sollte die endgültige Entscheidung in dieser Partie sein.


Stimmen zum Spiel:

Manuel Prietl: „Wir sind nicht wirklich ins Spiel gekommen, haben eine schlechte erste Halbzeit gespielt, sind aber nach der Pause dann stärker geworden und haben wieder ins Spiel zurückgefunden. Am Ende hat es dann leider doch nicht gereicht.“
 
Nedeljko Malic: „Wir haben leider nur in den letzten 20 Minuten gut gespielt. Davor waren wir nie richtig in der Partie.“

SVM-Trainer Ivo Vastic: „Dieses Spiel war anders geplant. Wenn wir nicht alle konsequent sind, dann passiert so etwas, dass wir bestraft werden. Grödig war letztlich ein verdienter Sieger.“
 
Grödig-Trainer Peter Schöttel: „Wir wollten uns anständig verabschieden und sind letztlich mit einem verdienten Sieg belohnt worden.“
 


MATTERSBURG – GRÖDIG 2:3 (0:1).-

Torfolge: 0:1 (5.) Derflinger (Foulelfer), 0:2 (71.) Derflinger, 1:2 (80.) Bürger, 2:2 (84.) Bürger, 2:3 (89.) Djuric (Foulelfer).

Gelb: Malic (84., Unsportlichkeit); Schütz (59., Foul), Djuric (83., Foul).

SR: Lechner.- Pappelstadion, 2.400.

Mattersburg: Böcskör; Höller, Malic, Mahrer, Maksimenko; Prietl, Sprangler (69. Fran Sanchez), Jano, Ibser (46. Templ); Bürger, Pink (54. Ertlthaler).

Grödig: Schlager; Kainz, Maak, Pichler, Denner; Djuric, Völkl; Schütz (66. Ofosu), Derflinger, Goiginger; Grubeck.