Erstellt am 22. Oktober 2015, 05:52

von Bernhard Fenz

SVM will 0:4 ausmerzen: „Wir haben noch was gutzumachen“. Mattersburg ist wieder in der Spur. Nun soll auch daheim die 0:4-Heimpleite gegen Admira vergessen werden.

Der letzte Heimdreier: Am 13. September besiegten Florian Templ (l.), Alois Höller (r.) und Co. den SK Sturm Graz im Pappelstadion. Am Samstag soll Altach vor SVM-Publikum geschlagen werden. Fotos: Ivansich  |  NOEN, Ivansich
So kann sich die Prioritätenliste verschieben. Weil das Mattersburger Selbstverständnis eines verdienten Aufsteigers, der die Liga aufmischt, zuletzt bröckelte, besann sich Grün-Weiß in Ried wieder ganz auf die Basisarbeit.

„Sobald wir als Mannschaft auftreten,
hat es gegen uns jeder schwer. Speziell
die zweite Halbzeit war sehr gut.“
Manuel Prietl über die Leistung
beim 1:0 in Ried

Das sieht dann bei einer Mannschaft, die sich den spielerischen Stempel über einen längeren Zeitraum hinweg spektakulär erarbeitete, bieder aus, ist aber wirkungsvoll.

Defensiv kompakt agieren war am Samstag demnach erst einmal das Wichtigste, im Lauf der Partie kam dann auch offensiv zur optischen Überlegenheit zumindest zweimal richtig Hochkarätiges dazu – Michi Perlak nutzte eine seiner beiden Chancen mustergültig per Lupfer zum 1:0-Siegestreffer.

Trainer Ivo Vastic: „Man kann nicht erwarten, dass wir immer ein Feuerwerk an Chancen abbrennen. Die Mannschaft hat defensiv sehr gut gearbeitet und den Gegner immer wieder entscheidend gestört.“ Zudem habe seine Elf vor allem nach der Pause gespürt, dass mehr drin war. „Deshalb geht der Sieg in Ordnung.“

Das bestätigt auch Manuel Prietl: „Speziell die zweite Halbzeit war sehr gut. Wir wissen ja, was wir können und sind als Mannschaft aufgetreten. Da hat jeder seinen Teil zum Erfolg beigetragen.

Nur der Cup „stört“ die Heimspiel-Phase

Der 24-jährige Steirer ist defensiv sowieso eine Bank, im Spiel nach vorne lieferte er am Samstag den Assist zur ersten Großchance von Perlak. „Mittlerweile bin ich längst wieder vollfit“, sagt er nach der überstandenen Nebenhöhlenentzündung, die ihm vor einem Monat zehn Tage Antibiotika einbrockte.

Also können Prietl und Co. mit einem 1:0-Sieg im Rücken den nächsten Spielen entgegenblicken. Angenehm: Jetzt geht es in der Bundesliga zweimal vor heimischem Publikum zur Sache – am Samstag gegen Altach, übernächsten Sonntag, zu Allerheiligen, dann gegen die Austria.

„Gestört“ wird die Austragungs-Idylle lediglich vom ÖFB-Cup-Achtelfinal-Ausflug nach Wattens, wo der SVM am kommenden Mittwoch spielt.

„Seit drei Wochen stehe ich
wieder voll im Training – und
das Knie schwillt nicht mehr an.
Mir geht es also super.“
Patrick Bürgers Freuden am
Rand des Bundesliga-Alltags

Einen Sieg vor heimischem Publikum konnte Grün-Weiß übrigens schon länger nicht mehr feiern, schuld daran ist aber nicht nur die 0:4-Pleite am 3. Oktober gegen die Admira. Die einwöchige länderspielbedingte Bundesliga-Pause sowie zwei Auswärtsspiele in der Liga en suite verlängerten die Flaute im Pappelstadion entscheidend.

Der letzte Heimsieg datiert demnach vom 13. September beim 2:0 gegen Sturm Graz. Nicht zuletzt ist Vastic klar: „Nach der Vorstellung gegen die Admira haben wir vor unserem Publikum noch was gutzumachen. Gegen Altach werden wir uns anders präsentieren und auf Sieg spielen.“

Bürger zumindest in der Joker-Rolle

Zurückgreifen kann der Coach dabei auch wieder auf Patrick Bürger, der sich im Genesungszuge des zweiten Kreuzbandrisses mit seinem immer wieder geschwollenen Knie herumschlagen musste, mittlerweile aber therapiert ist. „Seit drei Wochen stehe ich wieder voll im Training, das Knie schwillt nicht mehr an“, berichtete er zufrieden.

In Ried saß Bürger erstmals wieder auf der Ersatzbank. Tags darauf kam er bei den Amateuren 45 Minuten in Eberau zum Einsatz. Resümee? „Mir geht es super, das Knie hat nicht reagiert und ist auch nicht geschwollen.“

„Im Kopf ist er frei, die Praxis
muss er sich nach der langen
Pause nun erarbeiten. Wir
geben ihm dafür genug Zeit.“
SVM-Trainer Ivo Vastic über
Patrick Bürgers Comeback

Dementsprechend wird der Bad Tatzmannsdorfer Stürmer künftig wieder vermehrt zur Wahl stehen. Vorerst bleibt Vastic aber noch defensiv: „Die Belastung in der Meisterschaft ist eine andere als im Training. Im Kopf ist Patrick frei, er hat auch keine Schmerzen, jetzt kann er sich wieder herantasten. Natürlich merkt man aber die Pause.“

Hört sich für die nächsten Spiele tendenziell nach einer Joker-Rolle an. Gute Aussichten, denn: Es gibt schlechtere Voraussetzungen, als einen hungrigen Patrick Bürger in der Hinterhand zu haben.