Erstellt am 11. Dezember 2015, 04:23

von Bernhard Fenz

SVM will in der Südstadt „alles reinhauen“. Mattersburg kann bei der Admira das letzte Mal 2015 noch Punkte holen. Der Auftrag steht – ganz gleich, wie.

Ein sehenswertes 0:0: Nur bei diesem Schnappschuss scheint es, als ob lediglich Valon Berisha (l.) und Markus Pink (r.) am Spiel beteiligt wären und der Rest der Kicker sich die Partie lediglich ansieht. Tatsächlich bot das 0:0 zwischen Mattersburg und Salzburg ein kollektiv kampfstarkes und attraktives Match. Fotos: Ivansich  |  NOEN, Ivansich
Sie haben sich in den vergangenen Runden allesamt mehr und mehr in den grün-weißen Windschatten gespielt: jene Bundesliga-Gegner im hinteren Tabellendrittel, die davor – gut abgeschottet vom Rest – ihren eigenen Abstiegskampf ausgetragen haben.

Blauäugiges Stürmen wäre der falsche Weg

Aktuell beträgt der Abstand des SV Mattersburg (24 Punkte) zu den Schlusslichtern Ried und WAC (je 19) fünf Punkte – das ist für eine klare Zuordnung der tabellarischen Platzordnung nicht Fisch und nicht Fleisch.

Umso wichtiger wäre es für die Burgenländer also, nach sechs Spielen ohne vollen Erfolg am Samstag bei der Admira wieder gewinnen zu können. Das wird nicht leicht, muss nach der so stark begonnenen Saison aber trotzdem nach wie vor der Anspruch bleiben.

Trainer Ivo Vastic: „Wir brauchen gerade im letzten Spiel vor der Winterpause keine großen Kalkulationen anstellen. Jetzt gilt es, noch einmal alles reinzuhauen, um einen positiven Abschluss zu schaffen.“ Einfach blauäugig nach vorne zu spielen, sei aber nach den bisherigen Ergebnissen gegen die Südstädter (1:2 auswärts, 0:4 daheim) der falsche Weg, wie der Cheftrainer klarstellt: „Wichtig wird sein, dass wir die richtige Balance finden.“

Gerade die Admira habe da ihre Gefährlichkeit durch höchst effektive Gegenstöße unter Beweis gestellt, also müsse man laut Vastic hinten stabil wie etwa beim 0:0 in Graz gegen Sturm sein.

Stabilität und Durchschlagskraft gefragt

Parallel dazu müssten gerade im Spiel nach vorne Tugenden wie Leidenschaft und Elan zugemixt werden. Obligate zusätzliche Grundsatznotwendigkeiten für das generelle Auftreten: ein hohes Maß an Laufarbeit und Kampfgeist.

Das habe für den Chefcoach beim 0:0 gegen Salzburg schon gut geklappt, etwa der Teamgeist und die Kampfkraft. Auch wenn für den SVM freilich auch Glück bei den Salzburger Chancen den einen oder anderen Gegentreffer verhinderte, einen starken Goalie Markus Kuster nicht zu vergessen.

„Wir konnten natürlich gegen diese Offensive nicht alles stoppen, aber wir haben uns defensiv stabilisiert. Generell gebührt der Mannschaft nach dieser Leistung für den Einsatz und den Willen ein Pauschallob“, stellte Vastic fest. Wo vor allem nach vorne die Möglichkeiten begrenzt waren.

Hinter Onisiwo bleibt ein Fragezeichen

Karim Onisiwo fehlte krankheitsbedingt, Thorsten Röcher war gesperrt, Michi Perlak wurde von Vastic als Joker in der Hinterhand behalten. „Ich wollte erst zentral mit drei defensiveren Akteuren (Anmerkung: Jano, Manuel Prietl, Sven Sprangler) starten und dann, wenn sich mehr Räume ergeben, mit Perlak noch eine offensivere Alternative bringen.“

Hier habe Vastic gute Ansätze gesehen, auch bei der einen oder anderen Standardsituation im Finish wurde auf der Mattersburger Bank schon mit einem „Lucky Punch“ spekuliert. Wie‘s geht, zeigte Alex Ibser zum Saisonauftakt gegen Salzburg mit seinem Treffer zum 2:1 in Minute 94 bekanntlich bereits vor.

Personell steht Thorsten Röcher am Samstag gegen die Admira fix wieder zur Verfügung. Hinter Karim Onisiwo bleibt allerdings noch ein Fragezeichen. Er fehlte gegen Salzburg krankheitsbedingt, Vastic konnte zu Wochenbeginn noch nicht prognostizieren, ob er wieder auf ihn zurückgreifen könne. An sich sollte der 23-Jährige aber dabei sein.

Wie lange der SVM überhaupt noch auf die Dienste des Neo-Teamspielers (er feierte zuletzt gegen die Schweiz seine Premiere) zurückgreifen können wird, steht noch nicht fest. Bekanntlich soll es im Hintergrund ein Tauziehen um seine Vertragssituation geben – ein ordentliches Gericht könnte entscheiden, aufgrund dessen könnte Onisiwo ablösefrei wechseln, und das schon im Winter.

Da es zahlreiche Interessenten geben soll, ist das Szenario nicht mehr unwahrscheinlich, dass der Offensivspieler im Frühjahr für einen anderen Klub auf Torjagd gehen wird.