Erstellt am 24. Mai 2012, 10:27

Teamchef Koller feilt in Tirol an Spielidentität. Österreichs Fußball-Nationalmannschaft bezieht am Donnerstag das Teamcamp in Seefeld, die erste Trainingseinheit steht am Freitag auf dem Programm. Auch wenn mit Christian Fuchs, Emanuel Pogatetz, Martin Harnik, Stefan Maierhofer (alle verletzt) oder Franz Schiemer (Hochzeit) einige Schlüsselspieler fehlen, hat sich Marcel Koller für die zwölf Tage in Tirol sehr viel vorgenommen.

Der Teamchef möchte bis 5. Juni die Basis für eine erfolgreiche WM-Qualifikation legen, wobei auch die Länderspiele gegen die Ukraine (1. Juni) und Rumänien (5. Juni, jeweils in Innsbruck) auf dem Programm stehen. "Das ist ein wichtiger Lehrgang für uns, wir wollen einen Schritt weiterkommen", meinte der Schweizer vor dem letzten längeren Trainingscamp vor dem Qualifikations-Startschuss am 11. September in Wien gegen Deutschland. Die Akteure von Meister Salzburg und Schweiz-Legionär Aleksandar Dragovic rücken am Samstag ins Teamhotel ein.

"Wir haben erst acht Tage auf dem Platz mit dem Team gearbeitet", rechnete Koller vor, dass er seit seinem Amtsantritt nicht viel Zeit hatte, um im Training neue Akzente zu setzen. Und der 51-Jährige sieht sich als Mann der Praxis: "Wir wollen dem Team unsere Ideen weiter vermitteln. Das geht nicht im Hotelzimmer oder auf der Playstation. Dafür musst du auf dem Platz stehen. Du musst den Ball, den Rasen, den Mitspieler und den Gegner sehen und spüren. Wir wollen, dass sich die Sachen in den Köpfen festsetzen, nur so können sie dann auch umgesetzt werden."

Besonders am Herzen liegt Koller die Arbeit im Bereich Pressing. "Es ist wichtig, dass wir unsere Identität kriegen. Wir wollen unsere Spielweise weiter festigen. Ich hoffe, dass man in den zwei Partien gegen die Ukraine und Rumänien schon sehen kann, wie wir spielen wollen. Wir wollen sagen: 'Okay, das ist unser Spiel, das ist ein Merkmal von uns.'" Neben dem Pressing sollen laut Koller auch das schnelle Umschalten von Defensive auf Offensive, das Nützen der Räume und das Suchen von Abschlüssen zu den künftigen ÖFB-Spieleigenschaften zählen. Koller will auch in der Defensive den Hebel ansetzen.