Erstellt am 21. Dezember 2013, 15:38

Tennis: Peya, Thiem und Haider-Maurer mitten in Saisonvorbereitungen. Während sich Österreichs Nummer eins, Jürgen Melzer, weiter von seiner Schulterverletzung erholt und ein Comeback-Termin noch nicht bekannt ist, bereiten sich Doppel-Ass Alexander Peya, Jungstar Dominic Thiem und Andreas Haider-Maurer intensiv auf die neue Saison vor. Letzterer wird allerdings erst am 20. Jänner ins Geschehen eingreifen.

Andreas Haider-Maurer (26) trennte sich Anfang März 2012 von Langzeit-Coach Karel van Wyk.  |  NOEN
Für den US-Open-Doppel-Finalisten Peya sind die vergangenen Wochen nicht optimal verlaufen. Der 33-jährige Wiener musste Zahnimplantationen über sich ergehen lassen und war auch eine Woche krank. "Es läuft nicht unbedingt geschmiert, aber ich kann am 27.12. voll fit nach Doha fliegen", erzählte Peya am Freitagabend im Rahmen einer Pressekonferenz des Sponsors "Simacek", der sowohl den Vertrag als Hauptsponsor des ÖTV um drei Jahre verlängert hat, als auch u.a. das oben genannte Trio finanziell unterstützt. Mit dem Ex-Spitzenspieler Hans Kary hat man nun übrigens auch einen "Botschafter" ins Sponsorenteam geholt.

Peya hat sich in Wien vorbereitet, sein Partner Bruno Soares in dessen Heimat Brasilien. "Wir treffen uns in Doha und haben mit Auckland zwei Wochen Zeit, um uns perfekt auf Australien vorzubereiten", weiß Peya, der klare Ziele hat. "Das große Ziel muss es sein, einen Grand Slam zu gewinnen und wir hoffen wieder auf eine Masters-Teilnahme." Andererseits gelte es aber auch, die so erfolgreiche Saison 2013 zu bestätigen. "Von einer Ablöse der Bryan-Brüder sind wir noch ein Stück weg."

Dominic Thiem ist die große Hoffnung im heimischen Tennis und hat dies heuer u.a. mit zwei Viertelfinali in Kitzbühel und Wien untermauert. Der 20-jährige Niederösterreicher hat sich fünf Wochen auf Teneriffa auf die nächste Saison vorbereitet und auch in Frankreich und Tschechien Liga gespielt. "Dass ich mich bei den Australien Open qualifiziere, ist mein erstes großes Ziel. Dann habe ich bis zu den French Open kaum Punkte zu verteidigen. Ich hoffe, dass ich bis dahin die ersten 100 schaffe und dann bei den French Open und in Wimbledon im Hauptbewerb bin", hat Thiem große Ziele. In Kitzbühel und Wien möchte er dann schon ohne Wildcard dabei sein.

Neuigkeiten gibt es bei Andreas Haider-Maurer, der bis zum Schluss um den Platz im Hauptbewerb der Australien Open gekämpft, ihn aber verpasst hat. Die Qualifikation will sich "AHM" aber nicht antun, sondern eine gezielte Vorbereitung machen. "Ich habe erst letzten Dienstag mit dem Aufbau angefangen und mich entschlossen, dass ich Australien heuer auslasse. Die Zeit ist einfach zu kurz. Mein großes Ziel war der Hauptbewerb, das habe ich leider nicht geschafft", erklärte Haider-Maurer.

Der Niederösterreicher trainiert nun bis 20. Jänner und beginnt seine Saison in Heilbronn und spielt danach vier Wochen in Südamerika. Eine Diskussion um diese geänderte Saisonvorbereitung mit Coach Joakim Nyström gab letztlich auch den Ausschlag für die Trennung vom Schweden. "Er wollte unbedingt, dass ich Quali in Australien spiele und hat mich mehr oder weniger vor die Wahl gestellt: entweder Australien mit ihm oder ich bleibe da und suche eine andere Lösung. Die Wahl ist mir im Nachhinein nicht schwer gefallen", erzählte Haider-Maurer, dem ein gezielter Aufbau wichtiger ist.

Der Weltranglisten-112. und aktuell zweitbeste Österreicher hat sich die baldige Rückkehr in die Top 100 zum Ziel gesetzt. "Ich habe in den ersten Monaten eine gute Ausgangsposition. Von dem her möchte ich in Paris und Wimbledon im Hauptbewerb starten und ich würde gerne das Jahr in den ersten 80 abschließen." Haider-Maurer arbeitet nun mit seinem Bruder Mario und Konditionstrainer Christian Kohl.

Routinier Alex Peya kommentierte auch die Frage zu den überraschenden Trainer-Verpflichtungen von Boris Becker durch Novak Djokovic bzw. die im Raum stehende Zusammenarbeit von Stefan Edberg mit Roger Federer. "Ich war sehr überrascht. Ich habe das mit Becker im Radio gehört, und habe einmal geschaut, ob es Dezember oder April ist. Das kommt für alle aus dem Nichts, weil man Becker in so einer Position nicht gesehen hat, was er in letzter Zeit so gemacht hat", sagte der Masters-Halbfinalist. "Die Herren werden sich was dabei denken, anscheinend sucht er irgendeinen Impuls. Bei Murray (Zusammenarbeit mit Ivan Lendl, Anm.) hat es ja auch funktioniert, es gibt sicher gewisse Dinge, die einem diese Leute beibringen können. Bei Federer glaubt Peya, dass Edberg dem Schweizer helfen könnte, aggressiver zu spielen.