Oberpullendorf , Wien

Erstellt am 10. November 2016, 13:08

von Michaela Grabner

Darabos verlässt Rapid-Kuratorium. Ein Mitglied der Wahlkommission habe ihm nahegelegt nicht mehr zu kandidieren. Darabos: „Ich werde trotzdem bei jedem Spiel mit Rapid mitzittern.“

Nicht mehr im Rapid-Kuratorium: Norbert Darabos.  |  Michaela Grabner

Ende November wird das Kuratorium des SK Rapid neu gewählt. Landesrat Norbert Darabos, seit frühester Kindheit Fan der Grün-Weißen, wird dann allerdings nicht mehr darin vertreten sein.

Aussage kam „nicht gut an bei den radikaleren Fans“

Zu jener Zeit, als Darabos die Funktion des SPÖ-Bundesgeschäftsführers ausgeübt hat, wurde er ins Kuratorium gebeten. „Dieses ist ein beratendes Gremium. Es geht vor allem darum auszuloten , wie man dem Verein auf legalem Weg finanziell helfen kann“, meint Darabos. So habe er Rapid eine große österreichische Firma gebracht, die dem Verein  in einem Zeitraum von drei Jahren 8,1 Millionen gebracht habe.

Dass ihm nun trotzdem nahegelegt worden sei, aus dem Kuratorium auszuscheiden, liegt laut Darabos an einer Aussage, die er in einem Interview vor fünf Jahren getroffen hat. Damals war es nach dem Derby gegen die Austria zu einem vorab angekündigten Platzsturm gekommen.

„Ich habe in einem Interview gesagt, dass die Fans, die das angezettelt haben, weg gehören“, sagt Darabos, wozu er noch immer steht. „Das ist nicht gut angekommen bei den radikaleren Fans, die gesagt haben, dass sie auf Leute wie mich verzichten können. Ich habe damals aber rund 400 Mails von Familien bekommen, die  gesagt haben, endlich traut sich jemand etwas sagen.“

„Hätte Rapid noch ein paar Millionen bringen können“

Sein Ausscheiden tue ihm persönlich weh. „Was mich gestört hat ist, dass man einen alten Funktionär und Genossen vorgeschickt hat. Ich habe viel für Rapid gemacht. Ich hätte Rapid noch ein paar Millionen bringen können über andere große private Player. Ich hatte noch zwei Firmen – eine aus dem arabischen Raum und eine aus dem  russischen Bereich, die in den Verein investiert hätten.  Allerdings waren sie dann nicht mehr bereit dazu. Sie haben gemeint, wenn die Fans  ins Spielfeld reinlaufen, wird die Marke kaputt und das bringt ihnen dann nichts.“

Zudem soll Darabos bei zu wenigen Sitzungen anwesend gewesen sein. Dazu meint er: „Dass ich nicht bei jeder Sitzung dabei gewesen bin, stimmt. Aber es gibt Kuratoriumsmitglieder, die waren bei keiner einzigen Sitzung. Wenn Landtag ist, kann ich nicht zur Kuratoriumssitzung.“

Trotz seines Ausscheidens aus dem Kuratorium bleibt Darabos  natürlich „Grün-Weißer“: „Ich werde trotzdem bei jedem Spiel mit Rapid mitzittern.“

Zitate:

„Ich habe mich damals nicht gut vertreten gefühlt von der Vereinsführung.“

„Ich bin schon mit 14 Jahren nach Schulschluss auf die Pfarrwiesen gefahren und habe dem Hans Krankl zugeschaut.“