Mattersburg

Erstellt am 09. September 2016, 06:01

von Bernhard Fenz

Der Mattersburg-Kapitän hat den Fokus wieder. Patrick Farkas‘ volle Konzentration gilt dem SVM – und dem Abbau seines Formtiefs.

Patrick Farkas durchlebte sportlich schwierige Wochen. Der Kapitän des SV Mattersburg will nun wieder rasch mit Leistung überzeugen – und zeigt sich zuversichtlich. Foto: Bernhard Fenz  |  Bernhard Fenz

Zweikampfstärke, Kampfkraft, Zielstrebigkeit und dazu ein schnörkelloses Spiel: Patrick Farkas verfügt über genau solche Teamplayer-Qualitäten, die nicht nur in Mattersburg geschätzt werden.

Den 23-Jährigen, der am Freitag seinen 24. Geburtstag feiert, hätte ganz sicher auch der eine oder andere Klub gerne in den eigenen Reihen. Es ist auch kein Geheimnis, dass der an sich extrem vereinstreue Oberdorfer früher oder später den nächsten Schritt wagen und sich verändern will. In diesem Spannungsfeld kann die Transferzeit, die bis vergangenen Mittwoch andauerte und die voller Meldungen und Gerüchte steckt, schon ein gewisser mentaler Hemmschuh sein.

„Eine Zeitlang wollte ich zu viel. Da habe ich auf die einfachen Dinge vergessen und mich zu sehr unter Druck gesetzt.“

Patrick Farkas mit dem Blick zurück

Fakt ist jedenfalls: Patrick Farkas wurde nach seiner Ende April zugezogenen Meniskusverletzung rechtzeitig vor dem Bundesliga-Auftakt wieder fit, hat aber schon weit besser Fußball gespielt als in den letzten Wochen.

Fakt ist auch: Beim SVM ging laut Franz Lederer „die eine oder andere Anfrage“ wegen des Kapitäns ein. „Es war davon aber nichts so konkret, dass es dann auch eine Win-Win-Situation für beide Seiten gegeben hätte“, stellte der Sportliche Leiter klar. Mit Farkas, der eine Stütze ist und noch über einen laufenden Vertrag bis 2017 verfügt, würde schließlich nicht irgendwer abgegeben.

Der sympathische Profi aus dem Südburgenland fügte beim Rückblick auf die jüngste Vergangenheit jedenfalls einige Faktoren an, das Transferthema inklusive: „Es ehrt mich natürlich, wenn Interesse besteht. Trotzdem ist es nicht einfach, weil so etwas schon auch im Hinterkopf herumschwirrt.“

„Ich will der Mannschaft wieder wie gewohnt helfen, mit Leistung überzeugen und bin voller Tatendrang.“

Patrick Farkas mit dem Blick nach vorne

Andererseits war und ist Farkas Profi genug, um seinen Job gleichzeitig mit vollem Einsatz auszuüben. Just schlitterte er zuletzt aber quasi volley in ein Tief. „Eine Zeitlang wollte ich zu viel. Da habe ich auf die einfachen Dinge vergessen und mich zu sehr unter Druck gesetzt. Dadurch macht man sich zu viele Gedanken und verkrampft.“

Dass ihn Trainer Ivo Vastic gegen den WAC und in Salzburg auf die Ersatzbank beorderte, ist für den ehemaligen U21-Teamspieler übrigens nur verständlich. „Kein Thema. Es sollen die Besten spielen, das verstehe ich. Ich finde es auch gut, weil das den Konkurrenzkampf belebt und Antrieb gibt, um wieder Gas zu geben.“

Gas geben. Genau das hat Farkas längst wieder vor. „Ich will der Mannschaft wieder wie gewohnt helfen und mit Leistung überzeugen.“ Den richtigen Mix für die Rückkehr zur Topform will sich die Nummer 17 der Grün-Weißen gleich direkt im Training holen. „In unserem guten Mannschaftsgefüge geht das. Außerdem können wir uns gegenseitig austauschen und motivieren. Ich bin jedenfalls voller Tatendrang.“

„Spüre keine Unruhe in der Mannschaft“

Nach der länderspielbedingten Bundesliga-Pause geht es für den SVM am Samstag in Altach weiter. Dort braucht es nicht nur einen wiedererstarkten Patrick Farkas, sondern generell eine starke Teamleistung, um im Ländle bestehen zu können. Altach verlor zwar die letzten beiden Auswärtsspiele gegen die Austria und Sturm Graz (jeweils 1:3), hat sich aber mit vier Siegen aus den ersten vier Partien einen tollen Saisonstart bereitet.

In Mattersburg wiederum tritt Grün-Weiß nach dem jüngsten 1:1 gegen St. Pölten und mit einer Bilanz von vier Punkten aus den ersten sechs Spielen am Stand. Farkas: „Man spürt aber, dass in der Mannschaft trotz der bisherigen Ausbeute keine Unruhe drin ist. Wir haben bisher gesehen, dass wir in einigen Spielen überlegen waren und grundsätzlich mit jedem Gegner in der Liga mithalten können. Andererseits haben wir viel zu wenig Zählbares mitgenommen, nicht zuletzt aufgrund der Chancenverwertung. Also wollen wir endlich unsere Leistung auch mit einem entsprechenden Ergebnis untermauern.“

Die Erinnerungen an Altach sind jedenfalls nicht die schlechtesten. Im Februar setzte sich der SVM mit 2:1 durch. Auch damals roch es im Vorfeld nicht nach einem vollen Erfolg, die Burgenländer belehrten ihre Kritiker aber eines Besseren.