Erstellt am 04. Juni 2015, 06:55

von Bernhard Fenz

Der SVM rüstet sich. Ab 15. Juni wird in Mattersburg wieder trainiert. Personelle Veränderungen? Das Zauberwort heißt „punktuell“.

Karim Onisiwo, Spieler der Saison in der Ersten Liga, stemmte den Meisterteller in die Höhe.  |  NOEN, Bernhard Fenz
Ein tolles 4:0 zum Saisonabschluss gegen Liefering, eine meisterwürdige Party einschließlich des nächsten Tags – der SV Mattersburg hat das zweijährige Kapitel Erste Liga würdig geschlossen und ist wieder Mitglied der höchsten österreichischen Liga.

Ziel: Für Bundesliga punktuell verstärken

Derzeit genießen die Profis ihren zweiwöchigen Urlaub. Bereits am 15. Juni startet die Vorbereitung auf die neue Meisterschaft, die am 25. Juli angepfiffen wird. Dann könnte im Optimalfall auch schon das eine oder andere neue Gesicht mit an Bord sein.



Klar ist: Der Kader wird sich in der höheren Liga verändern. Von einem personal-strukturellen Umbruch kann jedoch keine Rede sein, dafür ist das erfolgreiche Gefüge zu gefestigt und intakt.

Oder wie Klubchef Martin Pucher sagt: „Ich kann allen Beteiligten nur gratulieren. Es freut mich sehr, dass wir zum wiederholten Male einem Trainer-Team und einer Mannschaft das Vertrauen geschenkt haben – ohne dauernde Veränderungen und Einkäufe. Und wir werden auch weiter zu einem überwiegenden Teil auf diese Spieler bauen.“



Sehr wohl aber will man sich im Burgenland punktuell verstärken, wie der Sportliche Leiter Franz Lederer bestätigt: „Wichtig ist, dem Kader weitere Qualität zuzuführen.“

Schließlich soll die Meistertruppe auch gegen starke Bundesliga-Gegner voll mithalten können. Deshalb soll laut Pucher in jeder Formation gehandelt werden, „damit wir ganz oben noch breiter aufgestellt sind“.

Thema Bürger nur am Papier noch offen

Im Sturm könnte Patrick Bürger, der nach seinen langen Verletzungs-Problemen wieder durchstarten will, als Quasi-Neuzugang gewertet werden. Sein Vertrag läuft aus – eine weitere Zusammenarbeit scheint aber so gut wie fix zu sein. Pucher: „Ich habe ihm bereits bestätigt, dass wir von unserer Seite selbstverständlich verlängern werden.“

Schöne Symbolik in dieser Hinsicht am Rande der Feierlichkeiten von Freitag auf Samstag: Bürger durfte sich den 14.000 Euro wertvollen Neusilber-Meisterteller ausborgen und dann mit nach Hause nehmen. „Er hat mich gefragt – und für mich war das o.k.,“ so Pucher schmunzelnd.

Externer personeller Transfer-Handlungsbedarf besteht also tendenziell in der Abwehr und im Mittelfeld. Ob und um wie viele Spieler der Kader angesichts von möglichen Neuzugängen dann wieder reduziert wird, ließ der SVM-Boss offen. „Ich will noch gar nicht darüber reden, ob es zu Abgängen kommen kann oder nicht. Jetzt haben die Spieler Urlaub, danach wird es noch das eine oder andere Gespräch geben.“

Amateure noch am RLO-Schleudersitz

Offen ist auch, wer hinter Markus Kuster künftig die fixe Nummer zwei im Tor sein wird. Routinier Thomas Borenitsch war im Frühjahr durch Rückenprobleme außer Gefecht. Martin Pucher: „Er arbeitet hartnäckig an seinem Comeback. Wir haben ein gutes Miteinander und werden uns die Zeit geben, um dann zu klären, ob er fit genug ist.“

Beim SVM ist demnach fast alles rosig. Wäre da nicht der Schleudersitz der Amateure in der Ostliga.

„Sonst wäre ich rundum glücklich,“ sagt auch der Vereins-Chef, der wie die Amas-Crew nun darauf hoffen muss, dass Parndorf die Relegation gegen Austria Klagenfurt gewinnt. Andernfalls geht es in die BVZ Burgenlandliga. Dann würde der sportliche Abstand zwischen Profis und Amateuren künftig vier Leistungsstufen umfassen.