Erstellt am 06. Februar 2015, 05:54

von Bernhard Fenz

Parits: „Jetzt raste ich mich einmal aus“. Sportvorstand Thomas Parits hat seinen letzten Arbeitstag bei der Wiener Austria hinter sich und tritt nach gut acht Jahren ab.

»Mein Lieblingsplatz«: Im Garten holte sich Thomas Parits als Ausgleich zum Job die nötige Kraft. Jetzt freut sich der 68-jährige Ex-Profi auf seinen Ruhestand. Foto: Vogler  |  NOEN, Vogler
Am 30. Juni 2015 läuft der Vertrag von Thomas Parits als „AG-Vorstand Sport“ bei der Wiener Austria aus. Der 68-jährige Siegendorfer – er wurde am 20. Oktober 2006 vom damaligen Boss Frank Stronach als General Manager installiert und ist seit der Ausgliederung des Profibetriebs in eine Aktiengesellschaft Sportvorstand – befindet sich aber seit Anfang dieser Woche de facto in Fußball-Pension.

Das bestätigte er gegenüber der BVZ: „Jetzt werde ich einmal meine noch offenen 72 Tage Urlaub aufbrauchen. Die Geschäfte habe ich bereits übergeben und mich total zurückgezogen.“

Parallel-Tätigkeit mache keinen Sinn

x  |  NOEN, GEPA pictures/Walter Luger
Klarerweise stehe er bis zuletzt im Falle des Falles mit Rat und Tat zur Verfügung, tatsächlich ist bei den Veilchen der Machtwechsel auf Ebene der sportlichen Leitung aber vollzogen.

Mit der Bestellung von Franz Wohlfahrt zum Austria-Sportdirektor (Der AG-Posten von Parits wurde in dieser Form nicht nachbesetzt. Künftig soll es einen Vorstand und drei Prokuristen geben) weht seit 13. Jänner ein frischer Wind.

Also zog sich der 2006 engagierte Burgenländer nach einem Gespräch tendenziell zurück. „Es hat doch keinen Sinn, weiterzumachen, wenn ein Nachfolger gefunden ist. Ich habe das immer schon gesagt, dass ich dann die Geschäfte übergeben werde.“

Klar war ohnehin, dass Parits Ende Juni aufhören werde. Unklar war lediglich, wann der Sportdirektor-Posten besetzt werde. Das erfolgte bekanntlich zuletzt, weshalb der ehemalige Profi bei Austria, Granada, Eintracht Frankfurt und Köln, dem violetten Tross auch nicht mehr ins Trainingslager nach Belek gefolgt ist.

„Jetzt werde ich einmal meine noch offenen
72 Tage Urlaub aufbrauchen.“
Thomas Parits über seine aktuellen Pläne,
nachdem er nicht mehr aktiver Austria
Sportvorstand ist

„Präsident Wolfgang Katzian hat mir freigestellt, ob ich in die Türkei mitfliege oder nicht. Ich war der Meinung, dass es besser sei, wenn Franz Wohlfahrt alleine hinfährt. Das war für ihn sicher der beste Einstieg, damit er dort als Alleinverantwortlicher auch die Spieler gleich bestens kennenlernt.“

So blieb Parits unterdessen in Österreich und bereitet seinen Abschied vor. Zurückblicken kann er dabei auf „wunderbare Jahre und eine sehr gute Zeit, die ich einfach genossen habe – auch wenn es natürlich eine anstrengende Tätigkeit war. Wir haben die sportlichen Ziele, die wir uns 2006 gesteckt haben, erreicht – etwa mit dem Meistertitel 2013 oder der Champions-League-Teilnahme. Außerdem steht der Klub auf gesunden Beinen, das ist auch ein wichtiger Faktor.“

Austria-Prognose: „Der Kader ist gut aufgestellt“

Der aktuelle Rückzug sei jedenfalls die beste Lösung für den Siegendorfer. „Das Alter hat mich eingeholt, ich befinde mich im 69. Lebensjahr. Es ist einfach Zeit, dass ich mich zurückziehe, das war auch immer so geplant. Jetzt raste ich mich einmal aus.“

Seine Austria wird der Burgenland-Kroate selbstverständlich weiterhin genau verfolgen. In sportlicher Hinsicht traut er dem aktuellen Sechsten (vier Punkte hinter dem Zweiten, WAC) noch einiges zu: „Ich finde, dass der Kader gut aufgestellt ist. Ganz wichtig wird ein guter Start sein, dann können wir eventuell sogar noch Platz zwei anpeilen.“

Klare Ansage: Am 15. Februar muss die Austria gleich auswärts in Klagenfurt beim WAC ran.
Seinem Nachfolger Franz Wohlfahrt, der als Goalie bei Austria auch über eine starke violette Vergangenheit verfügt, wünscht Thommy Parits so oder so alles Gute: „Der Franz muss sich jetzt profilieren, das wird nicht einfach. Ich gehe aber davon aus, dass er sicher einen guten Job machen wird.“