Mattersburg

Erstellt am 13. September 2017, 06:30

von Bernhard Fenz

SVM empfängt Salzburg: Wir gegen den Stier. Der SVM empfängt Red Bull Salzburg. Coach Gerald Baumgartner beschwört das Wir-Gefühl und den Kampfgeist.

Mattersburger Umfaller. Luki Rath (r.) und seine Mitspieler mussten gegen die Admira (Maximilian Sax, l.) vor eigenem Publikum eine empfindliche 0:5-Schlappe hinnehmen. Am Sonntag wird die nächste Aufgabe nicht leichter – Meister Salzburg kommt ins Pappelstadion. Los geht es um 16.30 Uhr.  |  BVZ, Bernhard Fenz

Was macht man nach einer 0:5-Heimpleite gegen Admira? Zuckerbrot? Peitsche? Oder am besten gar nichts?

„Klartext geredet. Sachlich. Ohne Emotionen“

„Wir haben uns unmittelbar nach dem Spiel noch zusammengesetzt und Klartext geredet. Sachlich. Ohne Emotionen.“ Auch wenn Gerald Baumgartner sagt, dass es solche Spiele „immer wieder einmal geben kann“, stellt der Mattersburger Chefcoach klar: „Das ist jetzt eine ganz heikle Situation. Man hat gesehen, dass wir vermehrt einwirken, aber die Spieler auch stützen müssen. Dieses 0:5 muss ein Ausrutscher bleiben.“

Dabei gehe es nicht darum, den Profis wieder das Kicken beizubringen. Speziell die mentale Komponente zähle nun. „Wir haben in den 14 Tagen vor dem Admira-Match super trainiert, darum war ich auch sehr überrascht, wie die Partie gelaufen ist. Es gibt im Fußball einfach auch solche Täler, durch die man durch muss. Nun gilt es aber, Charakter zu zeigen und die Ärmel hochzukrempeln.“

Die Kampfansage ist verständlich, heißt doch der nächste Gegner am Sonntag Meister Red Bull Salzburg. Dabei ist die Rückkehr des abgewanderten Kapitäns Patrick Farkas ins Pappelstadion ob der aktuellen punktuellen Flaute nur Nebensache. Wichtiger ist, wie sich Grün-Weiß am Platz präsentieren wird und dem Negativtrend entgegenwirken kann. Baumgartner: „Jetzt brauchen wir jeden Zentimeter am Platz, den wir mit aller Laufkraft beackern. Keiner darf mit hängenden Schultern herumrennen.“

Künftig wieder zwei Helfer für einen Fehler

Kurzum: Es gilt, den Kampfgeist wieder zu beschwören. Zudem sprach Baumgartner auch Klartext, was das Wir-Gefühl betrifft. „Der eine oder andere agiert da mehr Ich-bezogen. Das war schon spürbar, nun hat es gegen die Admira eben in so einem Ergebnis gegipfelt. Bei uns ist aber die Mannschaft der Star.“

Wie sich dieses Wir-Gefühl in der Praxis zeigen müsse? „Macht ein Spieler einen Fehler, müssen zwei da sein, die ihn wieder ausbessern. So etwas zeichnet eine Mannschaft aus. Zudem darf es keine persönlichen Eitelkeiten geben.“

Alles schlechtreden wolle der Coach andererseits natürlich nicht, auch wenn das jüngste Ergebnis mit 0:5 erdrückend deutlich ist. Baumgartner denkt etwa an die ersten beiden Chancen im Spiel gegen die Admira, die seine Truppe vorgefunden – aber nicht verwertet – hat. „Es war nicht alles schlecht. Nur haben uns die beiden Tore vor der Halbzeit das Genick gebrochen, da haben wir uns defensiv schlecht verhalten. Vom Ballbesitz her war es in Ordnung, und in Unterzahl haben wir auch durchaus gut agiert.“

Apropos Unterzahl. Diesen Umstand gelte es ebenfalls abzustellen. Nach Alois Höller (Rot gegen die Austria) musste diesmal mit Stefan Maierhofer der „Major“ vorzeitig vom Platz. Gelb/Rot in Minute 59 beendete gegen die Admira seinen Einsatz. „Ein Stürmer wird im eigenen Stadion durch zwei unnötige Aktionen ausgeschlossen. Solche Undiszipliniertheiten müssen wir einfach generell vermeiden.“

Am Sonntag soll gegen die Salzburger jedenfalls eine topmotivierte Mattersburger Elf einlaufen, allen jüngsten Tiefschlägen zum Trotz. Maierhofer ist gesperrt, statt ihm wird wohl Patrick Bürger diesmal an vorderster Front arbeiten. Ob der zuletzt angeschlagene Abwehrchef Cesar Ortiz bis Sonntag wieder fit wird, soll der Wochenverlauf zeigen. Alois Höller kehrt nach seiner Rotsperre wieder zurück und ist dabei.