Mattersburg

Erstellt am 12. November 2016, 06:11

von Bernhard Fenz

SVM mit Kampfansage aus der Kellerregion. Mattersburg gelang mit dem 2:1-Sieg gegen Salzburg ein „Big Point“, obwohl der Druck vor Anpfiff enorm war.

Ein großer Tag: Philipp Erhardt gelang gegen Salzburg der Ausgleich per Kopf zum 1:1 (Bild), auch danach glänzte der Defensivspieler mit einer bärenstarken Leistung.  |  Martin Ivansich

Die St. Pöltner Überraschung bei Tabellenführer Sturm Graz hat in Mattersburg zumindest kurzfristig Stress erzeugt. Am Tag vor dem Spiel gegen Meister Salzburg war der Vorletzte durch das 2:1 in der Steiermark auf vier Punkte davongezogen.

Die Burgenländer mussten nachziehen, um vor dem direkten Duell in der niederösterreichischen Landeshauptstadt, das nach der Länderspielpause am 19. November ansteht, auf Tuchfühlung zu bleiben.

Nach dem Schlusspfiff beteiligte sich Ausgleichsschütze Philipp Erhardt natürlich am Wasserrutsch-Jubel vor der Haupttribüne des Pappelstadions.  |  Martin Ivansich

Es gelang mit einem 2:1, das hart erkämpft war. Markus Böcskör, der den noch rekonvaleszenten Einsertormann Markus Kuster wieder ersetzte, blickt auf die Lage vor dem Anpfiff wie folgt zurück: „Wir haben das Ergebnis aus Graz zur Kenntnis genommen und uns eingeschworen. Wichtig ist, dass wir im Abstiegskampf richtig reagieren – das haben wir getan.“

Vielleicht war die Sensation aus Graz laut Trainer Ivo Vastic sogar ein zusätzlicher Motivator: „Die Mannschaft hat jedenfalls den unbedingten Willen gezeigt und an sich geglaubt. Ein Kompliment auch an das Publikum, von dem aus der Funke übergesprungen ist. Das hat der Mannschaft in der schwierigen Phase nach der Pause sehr geholfen.“

„Wenn wir es nun weiterhin schaffen ans Limit zu gehen, wird es schwer, uns zu schlagen.“

Goalie Markus Böcskör über die nötigen Mattersburger Tugenden im Abstiegskampf.

Schwierig war auch der Rückschlag gleich zu Beginn wegzustecken, als Salzburg nach einer knappen Minute in Führung gegangen war. „Ich hatte vor dem Anpfiff ein echt gutes Gefühl. Nach dem 0:1 kamen dann ganz kurz Zweifel auf, aber dann war wieder sofort klar, dass wir unseren Matchplan durchziehen würden“, erinnert sich Böcskör an die emotionale Achterbahnfahrt zu Beginn der Partie.

Da drehten Philipp Erhardt nach einem Eckball per Kopf und Jano mit einem abgefälschten Freistoß das Ergebnis um. Für den Mörbischer Erhardt war es der erste Bundesliga-Treffer.

Auch am Tag danach war die Freude beim 23-Jährigen groß: „Trotz des Rückstands haben wir uns richtig gut zurückgekämpft. Auf einmal bist du dann da, merkst, es geht was – und mit jedem Zweikampf wirst du sicherer.“ Diesen Trend gelte es nun zu konservieren und fortzusetzen, wie auch Böcskör einfordert: „Wenn wir es nun weiterhin schaffen ans Limit zu gehen, wird es schwer, uns zu schlagen.“