Erstellt am 01. November 2015, 18:54

von Bernhard Fenz

SVM-Niederlage nach heißer Schlussphase. Der SV Mattersburg hat am Sonntag daheim gegen die Wiener Austria knapp mit 1:2 verloren. Lange Zeit war es ein müder und von kollektiver Defensivtaktik geprägter Kick, in den letzten zehn Minuten fielen dann noch alle drei Treffer – mit dem besseren Ende für die Violetten.

 |  NOEN, APA/HERBERT PFARRHOFER

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MATTERSBURG – AUSTRIA 1:2. Das Kaiserwetter unter Tags versprach einen echten Fußball-Hit zwischen dem Fünften und dem Zweiten der Tabelle. Diesen Erwartungen konnte die Partie in Halbzeit eins aber keineswegs gerecht werden, stattdessen waren die Besucher Zeitzeugen einer tendenziell zähen Angelegenheit.

Einmal wurde Thorsten Röcher nach einem Eckball am Fünfer bedient, er überhob per Kopf und mit dem Rücken zum Gehäuse dann nicht nur den herauseilenden Austria-Ersatztormann Osman Hadzikic, sondern auch das Tor.

Dann wiederum fanden die Violetten eine gute Gelegenheit vor, als Fabian Koch Alex Gorgon mit einer Flanke mustergültig bediente, dieser aber das Runde volley nicht aufs Tor brachte.

Der Rest war großteils Stückwerk – weil einerseits die Angriffe zu wenig entschlossen vorgetragen wurden, andererseits der letzte Pass misslang. Überhaupt neutralisierten sich beide Teams recht gut, im Zweifel galt es, hinten nichts anbrennen zu lassen.

Je einmal wurde es auf beiden Seiten vor dem Pausenpfiff aber trotzdem noch einmal brenzlig. In Minute 40 ging ein Schuss von Karim Onisiwo knapp an der Stange vorbei, praktisch im Gegenzug tauchte dann der wieselflinke Kayode nach Vorlage von Roi Kehat vor Tormann Markus Kuster auf, der den Ball per Fußabwehr parieren konnte. 

Wenn ein müder Kick nach der Pause mehr Fahrt aufnimmt…

… dann sind das offensichtlich gute Vorsätze auf beiden Seiten, der offensiv schwachen Darbietung ein Ende zu setzen. In der Tat intensivierte sich die Begegnung in Halbzeit zwei anfänglich, ohne dass aber eine Flut an Großchancen entstand. Philipp Zulechner prüfte Kuster nach einer Stunde aus spitzem Winkel, der SVM-Schlussmann wehrte ab. Beim SVM wurde es einmal durch Jano im Ansatz gefährlich.

So oder so: Jedenfalls flachte die Begegnung wieder merklich ab. Die Austria wurde zwar optisch etwas stärker und setzte sich öfter in der Hälfte der Burgenländer fest, wirkliche Gefahr erzeugten die Wiener aber auch nicht.

Turbulente Schlussphase entschädigte noch

Und doch sollte die Partie an diesem Nachmittag im Finish noch mächtig Fahrt aufnehmen. Erst war es Larry Kayode, der gut in die Gasse ging und eine flache Vorlage an Kuster vorbei ins lange Eck beförderte.

Als nur drei Minuten später Lukas Rotpuller nach einem Holzhauser-Freistoß (den Kevin Friesenbichler in der Luft auf recht unkonventionelle Art stoppte und so den Assist gab) den Ball zum 0:2 über die Linie drückte, schien das Match gelaufen zu sein (84.). Weil aber Florian Templ im Gegenzug (85.) mit einem Flachschuss verkürzte, kam plötzlich wieder Spannung und Hektik in das Match.

Letztlich sollte es aber beim Gästesieg bleiben, die Wiener Austria brachte die drei Punkte über die Distanz und sicherte sich so die Tabellenführung vor dem Schlager in der nächsten Runde daheim gegen Salzburg. Auf den SV Mattersburg wiederum wartet am Samstag die nächste Aufgabe – da ist die Mannschaft von Ivo Vastic in Wolfsberg gegen den von Didi Kühbauer betreuten WAC gefordert.
 
 

STATISTIK

MATTERSBURG – AUSTRIA 1:2 (0:0).- Torfolge: 0:1 (81.) Kayode, 0:2 (84.) Rotpuller, 1:2 (85.) Templ.
Gelb: Höller (50., Foul), Mahrer (64., Foul), Röcher (73., Unsportlichkeit), Ibser (86., Foul); Zulechner (53., Foul), Koch (71., Foul).
SR: Schüttengruber.- Pappelstadion, 7.800.
Mattersburg: Kuster; Höller, Malic, Mahrer, Maksimenko; Prietl, Jano; Farkas, Röcher (84. Bürger), Onisiwo (80. Ibser); Pink (70. Templ).
Austria: Hadzikic; Koch, Windbichler, Rotpuller, Martschinko; Holzhauser; Gorgon, Grünwald, Kehat (88. Serbest), Zulechner (80. Friesenbichler); Kayode (90. Shikov).

STIMMEN

SVM-Trainer Ivo Vastic: „80 Minuten haben wir taktisch sehr diszipliniert gespielt und vor allem in der ersten Halbzeit auch gute Chancen gehabt. Leider war das 0:1 abgefälscht und unglücklich. Trotzdem haben wir am Ende noch Moral bewiesen.“
 
Austria-Trainer Thorsten Fink: „Es war ein taktisch geprägtes Spiel, das wir unter Kontrolle gehabt haben. Meine Mannschaft wollte unbedingt die drei Punkte, das hat man gesehen und darauf bin ich stolz.“
 
Kapitän Patrick Farkas: „Es ist natürlich ärgerlich, weil wir bis zum 0:1 nicht viel zugelassen haben. Wir hätten einen Punkt mitnehmen können.“
 
Manuel Prietl: „Wir waren mit der Austria auf Augenhöhe. Leider ist uns die Revanche für das 1:5 nicht gelungen. Jetzt müssen wir eben auswärts beim WAC etwas mitnehmen.“
 
Florian Templ: „Es war ein offenes Spiel bis zum 0:1, mit ein bisschen Glück hätten wir am Ende noch den Ausgleich schaffen können. Alles in allem war es eine bittere Niederlage. Dass Kayode schnell ist, haben wir gewusst. Leider haben wir in dieser Situation auf ihn vergessen.“