Mattersburg

Erstellt am 06. November 2016, 18:44

von Bernhard Fenz

SVM-Sensation im Dauerregen. Heftiger Regen verdarb am Sonntagnachmittag nur Salzburg die Laune. Der SV Mattersburg hatte damit kein Problem, schließlich setzten sich die Burgenländer gegen den Favoriten am Ende sensationell mit 2:1 durch.

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Mattersburg – Salzburg 2:1. Die Partie benötigte keine Aufwärmphase, sondern war von Beginn weg heiß. Und das sah wie folgt aus: Die wenigen wetterfesten Besucher hatten eben erst ihre Plätze im Pappelstadion eingenommen, da stand es bereits 0:1. Es war der erste Salzburger Gegenstoß der Partie – und der hatte es in sich: Flanke von Stefan Lainer auf Valon Berisha, der 23-jährige Salzburger Offensivmann ließ Mattersburg-Schlussmann Markus Böcskör (erneut statt des noch immer rekonvaleszenten Markus Kuster im Tor) keine Chance.

Nur wenige Minuten später hatte Berisha sogar die Chance auf das 0:2, als er eine mutige Böcskör-Kopfabwehr außerhalb des Sechzehners übernahm, der Heber ging aber auch über die Latte.

Die Antwort der davon scheinbar unbeeindruckten Gastgeber folgte allerdings prompt. 10. Minute: Eckball Michi Perlak, Philipp Erhardt bewegte sich gut Richtung erste Stange und scherzelte den Ball per Kopf/Schulter unhaltbar ins lange Eck zum 1:1. Und es kam noch besser: Legionär Jano legte sich nach einem deftigen Ellbogencheck von Upamecano gegen Bürger den Ball zum Freistoß zurecht und beförderte diesen abgefälschterweise ins Netz. Goalie Alkexander Walke hatte keine Chance – 2:1.

In der Folge entwickelte sich eine Partie, in der Salzburg klarerweise optisch überlegen war und sich das Tabellenschlusslicht aus dem Burgenland mit Füßen und Händen wehrte. Da zeichnete sich Böcskör zweimal aus, als er einen Volley von Marc Rzatkowski parierte und im Eins-gegen-Eins mit Hee Chang Hwang Sieger blieb.

Wasserball auf Rasen nach der Halbzeit 

Nach dem Wechsel wurde der Regen dann immer stärker und das Spielfeld permanent tiefer – eine Grauzone zum Irregulären. Dementsprechend schwer war es auch, den Ball kontrolliert in die Gefahrenzone zu bekommen. Salzburg drückte da den SVM weit in die eigene Hälfte, oft blieb die Kugel aber stecken.

Einmal kam eine Flanke von der Seite über den herausgeeilten Böcskör nicht an, ein anderes Mal ließ Böcskör einen Freistoß kurz fallen, um ihn im selben Moment wieder zu bändigen, dann wieder war das Runde nach einer Handabwehr kurz im Strafraum frei - das war es aber auch schon mit gefährlichen Strafraumszenen. Der Rest war zwar immer für Gefahr gut, aber eben nicht gefährlich genug.

Und so kam es, dass Grün-Weiß diesen so wichtigen Erfolg über die Runden bringen konnte. Weiter geht es nun nach der Länderspielpause am 19. November mit dem Duell beim Vorletzten St. Pölten.

Stimmen:

SVM-Präsident Martin Pucher: „Die Mannschaft hat genau das gezeigt, was nötig ist. Sie hat bewiesen, dass sie Charakter hat, an sich glaubt und intakt ist. Deshalb freut mich dieser Sieg besonders.“

SVM-Kapitän Patrick Farkas: „Wir sind schlecht in die Partie gestartet, haben dann aber gut reagiert und auch das nötige Quäntchen Glück gehabt. So, wie wir heute gekämpft haben, müssen wir uns auch weiterhin präsentieren. Die Bedingungen waren schwierig, aber trotzdem für beide Mannschaften gleich.“

Philipp Erhardt: „Wir haben die kalte Dusche schnell weggesteckt, unseren Matchplan durchgezogen – und dann hat bei uns vieles zusammengepasst: Einstellung, Kampfgeist und auch das Wetter war kein Nachteil.“

Ivo Vastic: „Wir sind glücklich über den Sieg, es hat von Beginn an nicht so ausgesehen. Es war nicht einfach, aber die Mannschaft hat an sich geglaubt und Moral gezeigt. Beim zweiten Tor war Glück dabei, aber das braucht man auch, wenn man gegen Salzburg gewinnen will. Am Schluss waren die Wetterbedingungen auch auf unserer Seite – Markus Böcskör hat da phasenweise zudem sensationell gehalten. Und jeder ist ans Limit gegangen.“

Oscar Garcia: „Glückwunsch an Mattersburg. Wir wollten gut reinkommen, das ist uns auch gelungen, und wussten, dass sie die wenigen Chancen über Standards erhalten würden. Da waren sie effizient. Nach dem zweiten Gegentreffer waren wir besser, aber es war einfach sehr schwer, das Spiel zu gestalten. Niemand hat angesichts der Bedingungen heute die zweite Halbzeit genießen können. Das war kein Fußball mehr – es ist schwierig, der Mannschaft etwas vorzuwerfen. Sie hat alles gegeben, war aber eben bei zwei Standards unaufmerksam.“

Statistik:

MATTERSBURG – SALZBURG 2:1 (2:1).- Torfolge: 0:1 (1.) Berisha, 1:1 (10.) Erhardt, 2:1 (18.) Jano.

Gelb-Rot: Upamecano (92., Unsportlichkeit).

Gelb: Upamecano (16., Foul); Bürger (51., Foul), Farkas (81., Foul).

SR: Eisner.- Pappelstadion, 2.200.

Mattersburg: Böcskör; Höller, Erhardt, Rath, Maksimenko; Jano, Sprangler (85. Grgic), Farkas, Perlak, Ibser (55. Röcher); Bürger (75. Templ).

Salzburg: Walke; Lainer, Upamecano, Miranda, Ulmer; Laimer (78. Minamino), Samassekou; Rzatkowski, Berisha; Soriano (17. Dabbur), Hwang.