Mattersburg

Erstellt am 28. Oktober 2016, 05:27

von Bernhard Fenz

Vastic: „Gut für alle, aber wir sind noch Letzter“. Das 2:2 bei Sturm Graz wirkt wie ein gefühlter Sieg. Trotzdem braucht der SV Mattersburg noch mehr für eine Wende.

Harte Gegenwehr: Philipp Erhardt (l., erstmals in der heurigen Saison in der Bundesliga im Einsatz) und Alois Höller (r.) gegen Bright Edomwonyi.  |  BVZ

Ein unbekümmerter Schuss von Legionär Fran Sanchez in der 95. Minute sicherte Mattersburg in Graz noch einen Punkt. 2:2 bei Leader Sturm – wie groß ist die Erleichterung nach so einer Überraschung? „Sehr groß ist sie deshalb nicht, weil wir uns jetzt gerade einmal einen Punkt erarbeitet haben“, spielt Trainer Ivo Vastic auf die allgemeine Lage an. Sehr wohl weiß der Chefcoach, was so eine Moralinjektion wert sein kann.

„Speziell der Wille in Graz war vorbildlich“

„Das gibt auf jeden Fall viel Kraft und Motivation für die weiteren Aufgaben – und die haben alle einen hohen Stellenwert.“ Am Samstag steht das Duell in Wolfsberg an, wo der WAC zuletzt beim 1:0 in Ried einen Big Point holte. Mit 13 Punkten haben die Kärntner doppelt so viele wie der SVM. „Natürlich ist der Blick auf die Tabelle nicht schön. Genau das wollen wir so schnell wie möglich ändern“, sagt Vastic, der bei besagtem Blick zumindest St. Pölten in Sichtweite hat. „Wir sind durch das 2:2 bei Sturm nähergerückt.“

Freilich müsse man aber ohnehin nur auf sich selbst schauen. „Die Leistung in Graz hat gepasst, speziell der Wille war vorbildlich. Wir wissen aber auch, dass wir das bestätigen müssen.“

Ähnlich sieht es Legionär Fran Sanchez, der in dieser Saison bei den Profis wieder mehr Praxis erhält. Zwei Einsätze von Beginn weg (Ried, Admira) und eine Einwechslung bei Sturm brachten ihm bislang etwas über 150 Minuten Spielzeit. Zum Vergleich: In der Saison 2015/2016 kam der 26-Jährige in 36 Runden gerade einmal auf knapp über 50 Minuten Bundesliga-Einsatz.

Ein Busserl für den SVM. Fran Sanchez, Torschütze zum späten 2:2 bei Sturm Graz, herzte im Jubel das SV Mattersburg-Logo auf seinem Trikot.  |  BVZ, Gepa

Was der Madrilene zu seinem Tor in der Nachspielzeit sagt: „Natürlich war das auch für mich gut. Ich bin immer bereit, trainiere auch dafür, aber viel wichtiger war und ist das für die Mannschaft. Gut für alle, aber wir sind noch Letzter. Deshalb brauchen wir mehr und müssen im nächsten Spiel wieder Vollgas geben.“

Auch Vastic freute Frans Treffer, weil er „gut trainiert und immer alles gibt. Er verliert nie die Motivation und hat auch viel an seiner Schusstechnik gefeilt. Das hat sich ausgezahlt.“

Mögliche Rückkehrer und fixe Ausfälle

Am Personalsektor hofft der SVM-Trainer am Samstag auf die Rückkehr des zuletzt angeschlagenen Thorsten Röcher. Die Nummer 27 der Grün-Weißen sagte zu Wochenbeginn: „Mir geht es schon wesentlich besser. Ob es sich für das WAC-Match ausgeht, wird der Wochenverlauf zeigen.“ Auch Mike Novak (bei den Amateuren bereits im Einsatz) könnte wieder eine Überlegung sein.

Flo Templ fiel zuletzt ebenfalls aus (die Leiste bereitete Schwierigkeiten), befindet sich aber auf Nachfrage der BVZ am Weg zurück. „Es sieht gut aus, auch wenn ich es zeitlich noch nicht ganz genau abschätzen kann.“ Bitte warten heißt es fix für Manuel Seidl, seine Adduktorenprobleme lassen noch kein Comeback zu. Selbiges gilt für Nedeljko Malic, der diese Woche aber wieder zumindest leicht einsteigen will.

Ob es sich bei Einsergoalie Markus Kuster (Mittelfußknochenverletzung) ausgeht, wird sich erst im Lauf der Woche weisen. „Es geht mir schon besser. Ich darf auch schon wieder langsam einsteigen, muss aber einmal abwarten, wie es mir geht. Überstürzen werde ich sicher nichts, sondern auf meinen Körper hören.“ Sollte Kuster nicht können, steht klarerweise Routinier Markus Böcskör parat.