Mattersburg , St. Pölten

Erstellt am 16. November 2016, 06:17

von Bernhard Fenz

SVM: Von der Sensation zur Pflichtaufgabe. Der Letzte Mattersburg gastiert nach dem 2:1 gegen Salzburg beim Vorletzten St. Pölten. Zumindest ein Punkt ist Pflicht.

Topmotiviert. Der überraschende 2:1-Heimsieg im Mattersburger Dauerregen gegen Meister Salzburg bedeutete für den SVM (im Bild Kapitän Patrick Farkas) auch einen entsprechenden Schub an Selbstvertrauen.  |  BVZ, Ivansich

SKN ST. PÖLTEN - MATTERSBURG, SAMSTAG, 18.30 UHR.

Der zweite Saisonsieg in der vergangenen Runde hat gutgetan. Das gilt pikanterweise für beide Kontrahenten, die sich mit überraschenden Erfolgen bei Sturm Graz (St. Pölten – 2:1) und gegen Meister Salzburg (Mattersburg – 2:1) mental neu positionieren konnten. So gesehen gehen die Niederösterreicher und die Burgenländer gleichermaßen gestärkt in das so wichtige direkte Duell, bei dem beide Mannschaften nun die Gunst der Stunde nutzen wollen.

Klare Ansage: Mattersburg-Trainer Ivo Vastic und sein Team wollen mehr als eine Sieges-Eintagsfliege.  |  Ivansich

Ein Sieg, das wär‘s. SVM-Trainer Ivo Vastic: „Wichtig ist, dass wir den Schwung und die Leidenschaft vom Salzburg-Spiel mitnehmen. Diese Grundtugenden werden nötig sein, ich erwarte einen beinharten Kampf von Anfang bis zum Ende.“

Wie das Kämpfen funktioniert, haben seine Profis gegen Salzburg jedenfalls bewiesen. Aber auch auf St. Pöltener Seite geht Vastic von totaler Gegenwehr aus: „Die sind zuletzt im Auftreten wesentlich aggressiver gewesen und bissig in die Zweikämpfe gegangen, genau so erwarten wir sie am Samstag.“

„Wir wollen erreichen, dass der Sieg gegen Salzburg keine Eintagsfliege bleibt und wir einmal über mehrere Spiele hinweg punkten können.“

SVM-Chefcoach Ivo Vastic

Auch wenn mit Paul Pirvulescu und Daniel Schütz zwei Spieler des Gegners gelbgesperrt fehlen, zudem Martin Grasegger an der Schulter operiert wurde und ausfällt, erwartet sich Vastic einen kompakten Gegner.

Offensiv gelte es in erster Linie die kreativen Ideen eines Lukas Thürauer zu unterbinden oder auch Stürmer Keita zu neutralisieren. „Er hält die Bälle vorne und geht in die Tiefe, da müssen wir sehr wachsam sein.“

Luxusproblem bei der SVM-Aufstellung

Zurück zum SV Mattersburg. Da wolle man selbst reichlich Akzente setzen, um Gefahr auszustrahlen. Schließlich gelte es, kein 0:0 zu ermauern, sondern nach Möglichkeit selbst Tore zu erzielen. Vastic: „Es ist unser Ziel, dass der Sieg gegen Salzburg keine Eintagsfliege bleibt. Wir wollen über mehrere Partien hinweg punkten und damit nach Möglichkeit gleich in St. Pölten starten.“

Personell stehen dem Trainer bis auf Manuel Seidl (er bleibt aufgrund von Adduktorenproblemen weiterhin außer Gefecht), Dominik Doleschal (ebenfalls Adduktorenprobleme), Thorsten Mahrer (Knieprobleme) und Goalie Markus Kuster (noch nicht völlig fit nach seiner Mittelfußknochenverletzung) alle Akteure zur Verfügung.

Durchgetankt. Patrick Bürger (l.) ist derzeit eine Konstante im Angriff der Burgenländer. Am Samstag ist der SV Mattersburg in St. Pölten gefordert – gerade da wäre ein Treffer des Bad Tatzmannsdorfers Goldes wert. Speziell per Kopf ist Patrick Bürger einer der Besten seines Fachs.  |  BVZ, Ivansich

Das bedeutet auch, dass der eine oder andere Akteur in der Warteschleife hängt. Etwa Mike Novak, der nach seiner Knieverletzung wieder fit ist. Auf der linken Seite kommen derzeit aber Vitaljis Maksimenko oder Fran Sanchez zum Zug. Vastic: „Sie haben ihre Sache gut gemacht. Alle Spieler sind wichtig, aktuell haben wir auf der einen oder anderen Position sogar eine Art Luxusproblem. Da heißt es einfach geduldig sein für jene, die dann nicht drankommen.“

Geduldig sein muss demnach offensichtlich auch Stürmer Markus Pink, der zuletzt bei den Amateuren gegen Deutschkreutz (8:2) traf, aber seit der achten Runde (0:3 bei Rapid) nur noch einmal im Kader der Profis aufschien: In Runde elf wurde er bei der 0:2-Niederlage gegen die Austria eingewechselt.

Ansonst blieb er unberücksichtigt. „Das ist so im Profigeschäft, dass man keine Garantie für ein Leiberl hat. Derzeit gibt es ganz vorne eben eine entsprechende Auswahl, alle wollen sich aufdrängen – da muss man einfach weiter konsequent Gas geben und sich empfehlen.“

Jochen Fallmann: „Auf Standards einstellen“

Vastics Gegenüber, St. Pöltens Interimstrainer Jochen Fallmann, sagt im Vorfeld des brisanten Kellerduells: „Wir schauen auf unsere Stärken, die wollen wir auf den Platz bringen. Ich erwarte einen harten Kampf gegen einen robusten und zweikampfstarken Gegner. Da müssen wir dagegenhalten, spielerisch die Linie finden.“ Aufpassen müsse man jedenfalls auf ruhende Bälle seitens der Burgenländer. „Auf Mattersburgs Standards müssen wir uns einstellen – da sind sie extrem stark.“

Dass die Begegnung am Samstag wichtig sei, stellte der Betreuer der Niederösterreicher außer Frage, meinte aber gleichzeitig auch: „Zu vergeben sind nur drei Punkte, wie in jedem anderen Match auch. Entschieden wird die Meisterschaft dadurch nicht.“

Gesamt-Statistik:Vorteil Mattersburg

Bei den bisherigen Duellen der beiden Klubs im Profigeschäft haben die Burgenländer übrigens die Nase vorne. Verantwortlich dafür ist vor allem die makellose Bilanz in der Aufstiegssaison der Ersten Liga 2014/2015, als der SVM alle vier Saisonduelle für sich entscheiden konnte.

Insgesamt hat Mattersburg jedenfalls mit neun Siegen die Nase vorne. Allerdings ist die Bilanz im Jahr 2016 (noch) negativ. Das erste Duell in der Tipico Bundesliga endete (trotz Chancenplus SVM) im Pappelstadion mit 1:1. Wirklich bitter aus Sicht der Grün-Weißen war das Viertelfinale im ÖFB-Samsung-Cup, als Bundesligist Mattersburg am 9. Februar gegen den damaligen Erste-Liga-Klub St. Pölten daheim mit 1:2 unterlag und so die Chance auf das Pokal-Semifinale liegen ließ.

Bilanz Mattersburg gegen St. Pölten

Sky Go Erste Liga:
Saison 2013/2014
26.7. 2013: SVM - St. Pölten 0:1
27.9. 2013: St. Pölten - SVM 1:0
21.3. 2014: St. Pölten - SVM 2:2
2.5. 2014: SVM - St. Pölten 3:2

Saison 2014/2015
4.8. 2014: SVM - St. Pölten 4:0
3.10. 2014: St. Pölten - SVM 0:2
6.3. 2015: St. Pölten - SVM 1:2
1.5. 2015: SVM - St. Pölten 4:0

Tipico Bundesliga:
Saison 2016/2017
27.8. 2016: SVM - St. Pölten 1:1

ÖFB-Samsung-Cup:
Saison 2015/2016
9.2. 2016: SVM - St. Pölten 1:2

Seit dem Einstieg des SV Mattersburg in den Profifußball gab es bisher zehn Pflichtspiel-Duelle. Die SVM-Bilanz: 5 Siege, 2 Remis, 3 Niederlagen. Torverhältnis: 19:10.