Erstellt am 01. August 2015, 20:47

von Bernhard Fenz

Vastic: „Admira wird ein völlig anderes Spiel“. Nach dem sensationellen Sieg gegen Salzburg, hat Mattersburg-Trainer Ivo Vastic längst die Südstadt im Kopf.

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Die Burgenländer verloren mit 1:2, wobei ausgerechnet Toni Vastic – Sohn von SVM-Coach Ivo – mit dem zweiten Tor der Partie für den Siegestreffer sorgte. Der Anschlusstreffer von Markus Pink kam zu spät.  Somit hält der SV Mattersburg nach zwei Spieltagen bei drei Punkten.

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ADMIRA – MATTERSBURG 2:1.
Beide Mannschaften begannen vorsichtig und wählten im Zweifel die sichere Variante. Das wirkte sich insofern aus, als die Partie schlicht und ergreifend arm an sportlichen Höhepunkten blieb. Ein Schuss von Markus Pink am kurzen Eck vorbei, ein riskanter Admira-Rückpass von Philipp Malicsek und noch einmal eine mittelprächtige Möglichkeit von Pink schaffen es angesichts der Chancen-Flaute, erwähnt zu werden.

Erste Admira-Gefahr – und schon war es passiert

Von den Südstädtern war offensiv noch weniger zu sehen, sie überließen den Burgenländern die optische Überlegenheit, um dann nach einer halben Stunde doch richtig konkret zu werden – und in Führung zu gehen. Christoph Knasmüller bekam den Ball im Sechzehner zugespielt, ließ Thorsten Mahrer mit einer einfachen Schuss-Täuschung stehen und bezwang auch noch Markus Kuster.

Nach Wiederbeginn agierten die Grün-Weißen dann wesentlich ambitionierter und sorgten auch für einige Druckmomente. Allerdings blieben trotz steigender Überlegenheit die ganz großen Chancen weiterhin Mangelware. Noch am ehesten in die Kategorie Top-Gelegenheit fällt hier ein Versuch von Karim Onisiwo, der nach einem Luftduell zwischen Goalie Jörg Siebenhandl und Markus Pink plötzlich aus der Drehung zum Schuss kam, das Runde aber über das Gehäuse beförderte. Ein Kopfball von Thorsten Mahrer endete ebenfalls nicht mit einem Mattersburger Torjubel.

Vorentscheidung für die Admira durch Toni Vastic

Auf Seiten der Gastgeber dauerte es eine Weile, bis die aufgrund der SVM-Offensivbemühungen aufgerissenen Räume besser genutzt werden konnten. Erst gab es Elferalarm, als Toni Vastic Markus Blutsch ins Spiel brachte, der auch zu Fall kam, aber den Ball noch zur Mitte brachte. Für Referee Oliver Drachta war das offensichtlich kein Grund für einen Penalty. Nur eine Minute später folgte dann aber die Vorentscheidung zugunsten der Südstädter. Ausgerechnet Mattersburg-Trainersohn Toni Vastic – er wurde zur Halbzeit eingewechselt – versenkte eine Flanke volley ins Eck zum 2:0.

Der SVM probierte zwar auch in der Folge noch, das Spiel zu drehen – jedoch fehlte die Durchschlagskraft. Die beste Gelegenheit hatte da Alex Ibser, der aus halbrechter Position im Eins-gegen-Eins mit Siebenhandl am Tor vorbeischoss.

Anschlusstreffer durch Markus Pink kam zu spät

Und doch wurde es am Ende noch einmal richtig hektisch, als der Aufsteiger durch Markus Pink in Minute 88 doch noch zum Anschlusstreffer kam. Der Goaleador hatte nach einer Flanke von Karim Onisiwo über Siebenhandl hinweg keine Mühe einzunetzen.

Plötzlich wankte Admira ziemlich, hatte Florian Templ aus spitzem Winkel die Gelegenheit zum Ausgleich (oder zum Abspiel auf einen besser postierten Mattersburger) – er zögerte aber zu lange. Die letzte Chance auf den Ausgleich fand dann Legionär Jano in der Nachspielzeit per Freistoß vor, sein Ball landete aber zu zentral – Siebenhandl konnte über die Latte klären. Dann war Schluss – und die erste Niederlage des SVM Tatsache.
Weiter geht es für die Grün-Weißen nun am kommenden Samstag mit dem Heimspiel gegen Ried.  


Stimmen zum Spiel

Karim Onisiwo: „Wir haben es teilweise verabsäumt, in die Tiefe zu spielen – müssen uns jetzt aufrichten und auf die nächste Woche schauen.“
 
Mattersburg-Trainer Ivo Vastic: „Das Tor zum 2:0 (Anm.: Treffer von Sohn Toni) war schon ein komisches Gefühl. Spielerisch hat heute die letzte Überzeugung im Sechzehner gefehlt. Mit der Leistung der Mannschaft an sich kann ich aber trotzdem zufrieden sein. Teilweise waren wir vielleicht zu überlegen, sodass wir uns zu sehr in Sicherheit gewogen haben.“
 
Admira-Trainer Ernst Baumeister: „In der ersten Halbzeit haben wir wenig zum Spiel beigetragen, da sind wir zu wenig in die Tiefe gegangen. Aber wir haben defensiv nicht viel zugelassen.“
 
Toni Vastic: „Ich habe ihm (Anm.: Vater Ivo) zwar nicht gewünscht, dass er verliert, aber meine Mannschaft steht im Vordergrund. Die Punkte waren sehr wichtig. Dass ich jetzt gewonnen habe und mein Vater eben nicht, ist unser Job. Da muss man mit Niederlagen und Siegen umgehen.“


FC ADMIRA WACKER MÖDLING - SV MATTERSBURG 2:1 (1:0).

Tore: 1:0 (31.) Knasmüllner, 2:0 (70.) Vastic, 2:1 (88.) Pink.
Gelbe Karten: Prietl (51., Foul), Ebner (72., Foul), Blutsch (87., Foul), Grozurek (92., Foul).
Admira: Siebenhandl; Ebner - Schößwendter - Wostry -Wessely; Lackner (65., Neuhold); Grozurek -Schicker- Malicsek (55., Toth)- Blutsch; Knasmüllner (46., Vastic).
Mattersburg: Kuster; Höller - Mahrer - Prietl - Novak (32., Röcher); Jano - Sprangler (77., Templ); Farkas - Perlak (63., Ibser) - Onisiwo; Pink.
BSFZ Arena, 2940.- Schiedsrichter Drachta.


Lesen Sie auf Seite 2 den Vorbericht zum Match.

Vorbericht:
Vastic: „Admira wird ein völlig anderes Spiel“

Nach dem sensationellen Sieg gegen Salzburg hat Mattersburg-Trainer Ivo Vastic längst die Südstadt im Kopf.

Der Jubel und die gelöste Stimmung nach dem 2:1-Sieg gegen Salzburg, all das hat den samstägigen Auftakt für den SV Mattersburg in die tipico Bundesliga emotional geprägt. Der letzte Eindruck ist schließlich oft der stärkste, da schwingt also noch immer das Außenrist-Kontertor von Alex Ibser in der Nachspielzeit mit, der einen Fehler von Salzburgs Miranda nutzte.

Ibsers Tor war eine dieser hervorragenden Geschichten der Partie. Der 24-Jährige war nach einer notwendigen Hüft-Operation das gesamte Frühjahr außer Gefecht, nun traf er. „Einfach unbeschreiblich für mich und die Mannschaft“, so der Weigelsdorfer nach dem Spiel.

Hinzu kam das Blitztor von Markus Pink nach 16 Sekunden, der einen raschen Einwurf von Mike Novak inklusive Assist von Michi Perlak nutzte. Dazwischen bot der Aufsteiger dem Meister Paroli, mit dem glücklichen Ende am Schluss. Denn nach dem Ausgleich in Minute 82 rettete noch die Stange, schon in der ersten Halbzeit hatte Johnny Soriano bei einem Lattenfreistoß Pech. Grün-Weiß wiederum fand durch Sven Sprangler zwei sehr gute Gelegenheiten vor, nach der Pause war dann öfter viel Platz im Konter. Trainer Ivo Vastic: „Jeder einzelne hat das Maximum herausgeholt, wir haben uns gut gegen das Angriffspressing zur Wehr gesetzt und selbst immer wieder das rasche Umschaltspiel praktiziert.“

"Haben uns gegenseitig geholfen"

Hohe Disziplin und volle Konzentration seien zudem Tugenden gewesen, die Vastic wohlwollend bei seiner Mannschaft registrierte. Dass der Sieg am Ende ein „bisschen glücklich“ war, störte den Chefcoach nicht. „Wichtig waren die Punkte, außerdem hat es mich sehr gefreut, dass so viele Zuschauer da waren. Sie haben die Mannschaft permanent unterstützt, was wichtig war. Das Interesse war sehr groß – und ich gehe davon aus, dass keiner der Mattersburg-Fans den Besuch bereut hat.“

Sehr zufrieden war Vastic übrigens auch mit dem Defensivverhalten seiner Profis, die mit einem 3-5-2-System aufs Feld geschickt wurden– auch wenn Salzburg dann und wann gefährlich wurde: „Wir haben die Mitte sehr gut zugemacht, deshalb war Salzburg oft gezwungen, über die Seite zu kommen. Da sind sie aber nicht so gefährlich.“ Mittendrin in der zentralen Abwehr war auch Thorsten Mahrer, der 25-Jährige feierte seine Bundesliga-Premiere. Resümee? „Wir haben als Team sehr gut verteidigt und uns gegenseitig geholfen – das hat gut geklappt.“

Weiter geht es für den SV Mattersburg am Samstag um 18.30 Uhr mit dem Antritt bei der Admira. Vastic: „Das wird ein völlig anderes Spiel.“ Und damit meint der 45-Jährige nicht, dass die Aufgabe leichter wird. „Jeder hat die Admira schon als Fixabsteiger abgeschrieben, dabei haben sie in Graz bei einem Titelaspiranten sportlich überlebt – und hätten auch gewinnen können. Das ist eine sehr gefährliche und unberechenbare Mannschaft, die jetzt sicher noch motivierter auftritt.“

Keine Eiszeit wegen Familienduell

Mittendrin beim Gegner könnte übrigens Vastic-Sohn Toni sein, der nach einem überstandenen Muskelfaserriss wohl wieder in den Kader rückt. Eiszeit herrscht im Hause Vastic aufgrund des möglichen Familienduells aber nicht, warum auch? „Natürlich plaudern wir, das ist kein Problem. Heutzutage gibt es ja keine großen Geheimnisse mehr.“ Personell gibt es in Mattersburg laut Vastic keine Ausfälle – gut möglich, dass in der Südstadt wieder dieselbe Mannschaft wie am Samstag auf das Spielfeld einlaufen wird. Auf Thorsten Mahrer und Co. wartet also der nächste heiße Tanz, trotzdem bleibt der Verteidiger entspannt: „Defensiv werden wir genauso konzentriert wie gegen Salzburg arbeiten – und nach vorne ist immer etwas drin.“

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