Erstellt am 07. April 2011, 07:23

Tischtennis: SVS NÖ verlor Semifinal-Krimi. SVS Niederösterreich hat am Mittwoch sein Semifinal-Hinspiel in der Tischtennis-Champions-League im Schwechater Mutltiversum gegen Titelverteidiger Borussia Düsseldorf 2:3 verloren.

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Für das Rückspiel nächste Woche am Samstag (16. April) in Düsseldorf ist aber nach starker Leistung und bei einem Satzverhältnis von 10:11 die Finalchance noch intakt. Beide Punkte für den ohne den kranken Werner Schlager angetretenen ÖTTV-Meister holte Chen Weixing, darunter gegen Timo Boll.

Chen hatte zunächst Vize-Europameister Patrick Baum mit einem 3:0 sehr gut im Griff gehabt. Vor allem mit den Unterschnitt-Bällen des Verteidigers hatte Baum so seine Probleme. Sein Glanzstück lieferte Chen aber im vierten Match des Abends mit einem 3:2-Erfolg gegen den Weltranglisten-Zweiten Timo Boll, einer der sehr seltenen Siege des 38-jährigen Defensivkünstlers gegen den Europameister.

Chen wandelte in den Durchgängen eins und vier jeweils Mehrpunkte-Rückstände in Satzgewinne um, ehe er im fünften Satz mit fantastischen Bällen das Kommando von Beginn an übernahm und seinen zweiten von vier Matchbällen nutzte. "Ich wusste, dass ich gegen Boll aktiv spielen muss", verriet Chen nach dem Coup sein Erfolgsrezept. "Denn alleine mit Verteidigen hat man gegen ihn keine Chance."

Boll hatte schon in seiner ersten Partie gewackelt, als ihn Habesohn an der Kippe hatte. Von Respekt vor dem Weltklassemann war beim Wiener nichts zu merken, auch wenn der in der Weltrangliste 101 Plätze vor ihm liegt. "Ich bin locker reingegangen. Weil ich habe nicht geglaubt, dass ich so eine Chance gegen ihn habe", meinte der 24-Jährige nach seinem Match.

Die Chance zur Sensation war bei 2:1 in Sätzen und 7:3 in Punkten am größten. Bis dahin hatte Habesohn den haushohen Favoriten mit erfrischendem, mutigem Angriffs-Tischtennis in für ihn ungewöhnliche Fehler gezwungen. Schließlich drehte Boll die Partie aber noch zu einem 3:2-Sieg. Anschließend spielte Stefan Fegerl gegen Christian Süß zu fehlerhaft, kassierte gegen den EM-Dritten ein 0:3.

Nach Chens Triumph gegen Boll entschied die Partie Habesohn gegen Baum. Der Lokalmatador startete vor rund 1.800 Zuschauern - darunter Jürgen Melzer, Mirna und Dinko Jukic - mit einem 11:3 fulminant. Danach entwickelte sich eine ausgeglichene, mitreißende Partie - mit dem besseren Ende bzw. einem 3:2 für Baum. Trotzdem lebt für SVS die Chance auf sein sechstes Champions-League-Finale.