Erstellt am 04. Dezember 2013, 10:53

Trainerfrage auf Zeit. Erste Liga | Mattersburg-Boss Martin Pucher hat Namen im Kopf und wird fix einen neuen Coach bestellen – spätestens bis Jänner.

Noch wartet Martin Pucher zu, die Bestellung eines neuen Trainers wird bald erfolgen.  |  NOEN, Foto: BVZ
Von Bernhard Fenz

Was macht SVM-Boss Martin Pucher, wenn seine Mannschaft in Lustenau spielt, es 0:0 steht und er daheim vor dem Fernseher die Konferenzschaltung auf Sky verfolgt? Er schaltet um.

„Eine Frechheit. Ich habe mich so über den nicht gegebenen Elfmeter an Markus Pink geärgert, dass ich weggeschaltet und mir dann „The Voice of Germany“ angesehen habe.“ Umso verwunderter war der Bankdirektor nach Schlusspfiff beim Blick auf den Teletext – 4:0 für Austria Lustenau.

Herbst für Klub-Boss ein „herber Rückschlag“

Dass die Vorarlberger aktiver waren – 15:7 Schüsse belegen das – sei für Pucher nur die eine Seite. Die andere: „Das Spiel hat sich total verdreht. Erst haben wir den klaren Elfer zum möglichen 0:1 nicht bekommen, während der Strafstoß zum 2:0 (Anm.: Jailson fiel im Zuge eines Zweikampfs mit Dukagjon Karanezi) fragwürdig war. Den pfeift nicht jeder Schiri.“

Was am Ende des Herbstes für Pucher bleibt? Ein „herber Rückschlag“ – Verletzungssorgen inklusive. „So eine Fülle an Ausfällen kann in Österreich nur Salzburg ersetzen, sonst niemand.“ 21 Punkte sind die magere Ausbeute. Mental ist die Mannschaft angeknackst – der Urlaub soll die Akkus der Spieler nun wieder aufladen.

Trainerfindung: Bis Jänner gut, vor Weihnachten besser

In dieser Phase will Pucher auch das Trainer-Thema erledigen. Am 2. Jänner 2014 startet die Vorbereitung auf das Frühjahr, spätestens dann soll ein neuer Coach da sein.

Besser wäre es für den Klub-Präsidenten aber, wenn noch vor Weihnachten eine Bestellung erfolgen könne. „Ich hätte es früher lieber, aber weil ich gewisse Vorstellungen habe, dauert es eben noch ein wenig. In manchen Ländern läuft noch die Meisterschaft.“

Der potenzielle Nachfolger von Alfred Tatar und Interimscoach Franz Lederer (konzentriert sich künftig wieder auf die Funktion des Sportlichen Leiters) soll noch Zeit haben, um auch bei Transferfragen seine Meinung abgeben zu können.

„Wollte auf keinen Fall rasch einen neuen Trainer da reinstoßen“

Hier wolle der Big Boss „aktiv versuchen“, die eine oder andere punktuelle Verstärkung zu verpflichten – und sagt dazu noch: „Man wird Mattersburg künftig wieder anders erleben. Mit einem neuen Trainer wird ein neuer Takt vorgegeben, es werden vielleicht neue Ansätze gefunden – und: Das Verletzungspech nimmt hoffentlich ein Ende, das wäre mein Wunsch an das Christkind.“

Noch einmal bekräftigte der 57-Jährige auch die Entscheidung, nach der Ablöse von Alfred Tatar auf das Interims-Trainerduo Franz Lederer/Max Karner gesetzt zu haben: „Die Mannschaft war tot. Ich wollte auf keinen Fall rasch einen neuen Trainer da reinstoßen. Nun ist es für eine neue Person möglich, sich gut einzustellen und mit Beginn der Frühjahrsvorbereitung neu durchzustarten.“

Wer es letztlich sein soll, bleibt noch ein Geheimnis. Kandidaten gibt es einige, ein solcher könnte St. Pöltens Ex-Coach Martin Scherb sein. Pucher ließ sich dazu nur folgendes entlocken: „Ein erdiger Bursche, der so wie andere auch interessant ist.“