Erstellt am 08. April 2016, 05:24

von Bernhard Fenz

Trimmel: Wenn eine Verletzung zum Glücksfall wird. Christopher Trimmel, Legionär bei Union Berlin, arbeitet nach einer Kreuzbandzerrung schon am Comeback.

Am Ball: Christopher Trimmel war zuletzt außer Gefecht, sein Comeback naht aber bereits. Foto: GEPA pictures/Roger Petzsche  |  NOEN, GEPA pictures/Roger Petzsche

Beinahe hätte das sportliche Frühjahr von Christopher Trimmel vor knapp drei Wochen abrupt geendet. Beim Abschlusstraining vor der Heimpartie gegen Eintracht Braunschweig verdrehte sich der Mannersdorfer das Knie: Ein Klassiker, wenn es um die bittere (Langzeitausfalls-)Diagnose „Kreuzbandriss“ geht.

Der Burgenländer kam aber mit dem Schrecken sowie einer Zerrung des vorderen Kreuzbandes davon – und hatte Glück im Unglück.

Zwangspause: Bluterguss und Flüssigkeit im Knie

Seitdem musste Trimmel aufgrund eines Blutergusses und der Flüssigkeit im Knie zwar pausieren, das mögliche Comeback ist aber bereits wieder in Sichtweite. Schöne Aussichten für den ehrgeizigen Profi: „Einerseits ist es blöd, weil ich natürlich spielen will – wenn nötig, auch mit Schmerzen. Andererseits wäre das Risiko wirklich zu groß gewesen, darum habe ich auch kürzergetreten.“

In Trimmels Abwesenheit gelang den „Eisernen“, wie die Union Berlin-Familie genannt wird, ein 3:1-Heimsieg gegen Braunschweig und am Freitag auch endlich wieder einmal ein Auswärtspunkt.

Das 0:0 im Duell der Kultklubs beim FC St. Pauli war erst der zweite Frühjahrs-Zähler in der Ferne nach einem 2:2 zum Auftakt am 5. Februar in Kaiserslautern. Daheim im Stadion „An der Alten Försterei“ ist der 1. FC Union sowieso eine Macht.

1. Deutsche Bundesliga oder England als Ziel

Somit liegen die Berliner mit 37 Punkten auf Platz acht der 2. Deutschen Bundesliga. Trimmel: „Wir wollen unbedingt dranbleiben. Unser Saisonziel war Platz eins bis sechs – und das können wir noch erreichen.“
Wie es danach weitergeht, wird sich erst weisen – Stichwort möglicher Kaderumbruch.

Ergo lässt sich der 29-jährige Burgenländer, längst Stammspieler und mit einem Vertrag bis Juni 2017 ausgestattet, auch noch nicht in die Karten blicken. „Mir gefällt es hier sehr gut, das Klima passt. Natürlich werde ich früher oder später den Kontakt zur Klubleitung suchen, um über die Zukunft zu sprechen.“

Schließlich will der Profi auch etwaige weitere Perspektiven berücksichtigen, denn: Optimalerweise wäre Trimmel mit Union Berlin in dieser Saison gerne aufgestiegen, um danach im Rahmen seines aktuellen Vertrags das Flair der deutschen Eliteliga zu inhalieren.

Das wird sich bei 19 Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz (drei) nicht mehr ausgehen. „Nächstes Jahr werde ich 30 und ich würde in meiner Karriere sehr gerne noch in der 1. Bundesliga oder vielleicht in England spielen.“

Ex-Horitschon-Stürmer in der Defensive

Zukunftsmusik. Derzeit zählt wie so oft im Leben eines Profis das nächste Spiel – da treten Trimmel und Kollegen am Freitag wieder auswärts an, diesmal beim Vorletzten Paderborn. Ob der Ex-Horitschon-Stürmer, der danach zu Rapid wechselte und dort meist von hinten heraus die rechte Seite bearbeitete, wieder mit dabei sein wird?

Fakt ist, dass sich der Rechtsfuß im Falle des Falles wieder dort finden wird, wo er bei den Eisernen in dieser Saison etatmäßig zum Einsatz kam: in der Defensive auf der linken Seite, entweder in der Viererkette, oder auch in der Dreierabwehr. Die flexible Einsatzmöglichkeit des Burgenländers bescherte ihm diesen Positionswechsel.

Also gibt Christopher Trimmel wie gewohnt genau dort alles, wo er gerade für das Team gebraucht wird. Einziger kleiner Wermutstropfen: „Wenn mir eines hin und wieder abgeht, dann ist es eine gewisse offensive Freiheit.“