Erstellt am 09. Februar 2016, 21:00

von Bernhard Fenz

Überraschendes Cup-Aus. Am 4. April 2006 fand das letzte ÖFB-Cup-Heimspiel des SV Mattersburg statt. Damals besiegten die Burgenländer Rapid im Viertelfinale der Saison 2005/2006 mit 1:0. Das Cup-Comeback im Pappelstadion am Dienstag gegen den SKN St. Pölten erinnerte aber nicht an legendäre grün-weiße Pokalspiele.

 |  NOEN, zVg

Damals besiegten die Burgenländer Rapid im Viertelfinale der Saison 2005/2006 mit 1:0. Das Cup-Comeback im Pappelstadion am Dienstag gegen den SKN St. Pölten erinnerte aber nicht an legendäre grün-weiße Pokalspiele. Die Bundesliga-Mannschaft von Ivo Vastic musste sich dem Erste-Liga-Team SKN St. Pölten im Viertelfinale 2015/2016 mit 1:2 geschlagen geben und schied als Favorit somit überraschend aus.

MATTERSBURG – ST. PÖLTEN 1:2. Ähnlich dem ersten Pflichtspiel 2016 am Samstag gegen Ried startete der SVM ambitioniert in die Partie, ähnlich wie gegen die Oberösterreicher folgte aber prompt die kalte Dusche. Der Zweite der Ersten Liga, prinzipiell ausgestattet mit einem abwartenden Defensivkonzept, traute sich rasch doch etwas zu und kam durch Manuel Hartl in Minute sieben zur ersten Top-Chance: Mattersburg-Goalie Markus Kuster rettete per Handreflex in den Corner. Die verhängte Ecke brachte dann allerdings das 0:1. Andreas Dober verwertete den Abpraller, und wie – per Direktschuss ins Kreuzeck.

Die Mattersburger Reaktion? Optisch blieben die Burgenländer klar überlegen, was sich zumindest beim Ballbesitz widerspiegelte. Ernsthaft gefährden konnten die Gastgeber den SKN allerdings zu wenig. Somit blieb Zwingendes gegen die dicht gestaffelten Gäste Mangelware. Ein Kopfball von Markus Pink verdient Erwähnung, weit gefährlicher war aber dann ein St. Pöltener Entlastungsangriff, im Zuge dessen Hartl die Kugel über Kuster ins lange Eck drehen wollte und nur knapp das Ziel verfehlte.

Die Schlussphase der ersten Hälfte gehörte dann doch noch den Burgenländern. Schon davor wurde ein ambitionierter Volley von Patrick Bürger abgeblockt (und war daher nicht mehr gefährlich), ehe der durchstartende Thorsten Röcher im Strafraum attackiert wurde – es roch verdammt nach Elfer, Referee Alexander Harkam allerdings ließ weiterspielen. Praktisch mit dem Pausenpfiff scheiterte Röcher noch mit einem Schuss neben das Tor.

Röcher verpasste Ausgleich, Wisio baute die Führung aus

Nach Wiederbeginn machte der SVM dann insofern ernst, als die Offensivbemühungen mit noch mehr Intensität betrieben wurden – ergo kamen die Niederösterreicher gleich ziemlich unter Druck. Dass es nicht rasch 1:1 stand, lag an der mangelnden Kaltschnäuzigkeit von Thorsten Röcher, der alleine vor Christoph Riegler auftauchte, aber am Tormann scheiterte. Kurz danach entschied das Schiedsrichterteam auf Abseits, als Thorsten Mahrer nach einem Jano-Freistoß per Kopf traf.

So oder so: Der Ausgleich lag in der Luft, getroffen hat aber dann der SKN. Minute 57: Freistoß von Dober, der Ball ging auf die weite Reise und landete am Fuß von Tomasz Wisio, der die Führung per Volley ausbaute.
Das sollte letztlich auch die Entscheidung gewesen sein. Der SVM bemühte sich zweifelsohne auch in der Folge redlich, aber es war einfach zu wenig – die letzten paar Prozentpunkte fehlten.

Abschließendes Beispiel für den verkorksten Abend: Thorsten Röcher sorgte nach einem Eckball in der 88. Minute mit einem Drehschuss noch für den Anschlusstreffer, womit eine hektische Schlussphase eingeläutet war. Aber auch da sollte der Ausgleich nicht mehr fallen, bis Harkam das Duell schließlich beendete.

Somit ist der Traum von einem weiteren möglichen Cup-Finale der Vereinsgeschichte (wie das bereits 2006 und 2007 der Fall war) vorbei. Die Burgenländer können (müssen) sich nun ausschließlich auf die Tipico Bundesliga konzentrieren, wo es am Samstag beim Auswärtsspiel in Altach weitergeht.

STIMMEN

Kapitän Patrick Farkas: „Die Enttäuschung ist riesengroß. Wir wollten unbedingt aufsteigen und die Chance auf das Halbfinale nutzen, haben auch das gesamte Spiel über dominiert, aber leider zu wenig daraus gemacht. Wenn wir früher das Tor erzielt hätten, wäre das Spiel wahrscheinlich noch anders verlaufen, aber es hilft nichts. Jetzt gilt es für uns, dass wir uns da wieder selbst rausziehen.“
 
Thorsten Röcher: „Wir waren heute die bessere Mannschaft, haben aber trotzdem verloren. Die Enttäuschung ist riesig.“
 
Nedeljko Malic: „Bis zum Schluss haben wir alles versucht, aber es hat eben nicht gereicht. Wir sind alle sehr enttäuscht.“

STATISTIK

SV MATTERSBURG – SKN ST. PÖLTEN 1:2 (0:1).
Torfolge: 0:1 (8.) Dober, 0:2 (57.) Wiso, 1:2 (88.) Röcher.
Gelb: Dober (52., Foul), Ambichl (86., Foul), Malic (72., Foul).
SR: Harkam.- Pappelstadion, 2.300.
Mattersburg: Kuster; Farkas, Malic, Mahrer, Maksimenko (75. Templ); Röcher, Jano, Prietl, Perlak (62. Ertlthaler);  Bürger (62. Ibser), Pink.
St. Pölten: Riegler; Dober, Huber, Wisio, Grasegger; Gschweidl (83. Schibany), Ambichl, Thürauer, Schagerl (67. Dieng); Hartl, Segovia (61. Petrovic).