Erstellt am 03. Juni 2016, 00:15

von Bernhard Fenz

Unterwegs mit ÖFB-Team: „Das ist eine feine Wertschätzung“. Stefan Kutsenits aus Hornstein wird das Nationalteam in Frankreich nicht chauffieren, aber dabei sein.

Der Chef und der Bus: Stefan Kutsenits vor seinem Gefährt mit dem Kennzeichen »EU TEAM1«. Der offizielle Bus des österreichischen Nationalteams wird traditionellerweise auch vom Chef des Busunternehmens k&k Busreisen gelenkt - vor allem, wenn die Profis und Betreuer des A-Teams an Bord sind.  |  NOEN, Foto: Bernhard Fenz
Fußball und Stefan Kutsenits, das war in früheren Jahren aktives Kicken bei Hornstein, in Steinbrunn sowie in Leithaprodersdorf. Mittlerweile hat der ehemalige Goalie (der es bis in die Landesliga geschafft hat) zwar nach wie vor eine intensive Beziehung zum Fußball, seine Position und das Niveau haben sich aber geändert.

Denn Stefan Kutsenits ist als Chef seines mit Bruder Gerald geführten Busunternehmens „k&k Busreisen“ vom kickenden Amateur zum beruflichen Vollprofi gereift. In dieser Funktion kommt der professionelle Fußball ins Spiel, weil der 45-Jährige seit 2006 für den Österreichischen Fußball-Bund (ÖFB) und seit 1. Jänner 2009 für unsere Nationalmannschaft den Bus chauffiert – bei Heimspielen und bei Trainingslagern sowieso, auswärts dann, wenn es in einem der Nachbarländer zur Sache geht.

Der Busfahrer als voll  integriertes Mitglied

Klar, dass sich da im Lauf der Jahre ein entsprechendes Vertrauensverhältnis aufgebaut hat. Und ebenso klar ist, dass der Busfahrer als offizieller Teil des Betreuerstabs (ausgewiesen etwa auf der ÖFB-Homepage) auch mit zur Europameisterschaft nach Frankreich fahren darf. Das ist insofern interessant, als Kutsenits‘ ureigentliche Qualifikation gar nicht benötigt wird.

x  |  NOEN, Foto: Fenz


Bei der EURO stellt nämlich die UEFA selbst Busse und eigene Busfahrer zur Verfügung. Kutsenits ist auf Wunsch des Teams trotzdem dabei – und freut sich: „Ich sehe das von der Mannschaft und den zuständigen Stellen als feine Wertschätzung an mich, dass ich jetzt auch am Höhepunkt mit dabei sein darf.“

Kein Wunder, die Chemie passe schließlich absolut, wie der Burgenländer klarstellt: „Das Verhältnis zu allen Beteiligten ist sehr gut. Der Busfahrer ist hier nicht irgendein Untermensch, sondern ein gleichwertiger Mitarbeiter. Das passt perfekt.“

„Danach gibt es nur noch Endspiele“

Untätig wird der Hornsteiner, zu dem beim Team alle liebevoll „Busi“ sagen, jedenfalls nicht sein. Zu tun gibt es schließlich immer etwas, wenn man will: „Ich habe das nie so gehandhabt, dass ich gesagt habe, ich fahre mit dem Bus und alles andere ist mir egal. Entweder unterstütze ich den Zeugwart oder ich arbeite mit, wo auch immer ich gebraucht werde. Da sehe ich mich als Mann für alle Fälle. Der Tag wird auch so ausgefüllt sein, wenn man sinnvoll dahinter ist.“

Rein sportlich räumt Stefan Kutsenits dem Team zwar grundsätzlich alle Möglichkeiten ein, vorerst begnügt er sich aber mit der defensiven Prognose: „Es wäre ein Hit, wenn wir nach den Spielen gegen Ungarn, Portugal und Island die Gruppenphase überstehen würden. Dann gibt es nur noch Endspiele – und da muss eben viel zusammenspielen.“ Nachsatz: „In Österreich ist man gleich Europameister, wenn man sich qualifiziert hat. So vermessen wird aber niemand sein und sagen, wir putzen alle weg. Da muss man schon Realist bleiben.“

Der Teambus

Kennzeichen: EU TEAM1

Fahrer: Stefan Kutsenits

Ersatzfahrer: Gerald Kutsenits, Alfred Martini

Sitzplan: Vorne nehmen in der ersten Reihe direkt hinter dem Fahrer Co-Trainer Thomas Janeschitz und Sportdirektor Willi Ruttensteiner Platz, auf der rechten Seite sitzt Teamchef Marcel Koller. Dahinter platziert sich das weitere Betreuerteam. Bei den Spielern haben Goalie Robert Almer und György Garics die letzte Reihe inne. Unmittelbar davor finden sich an zwei Vierertischen Sebastian Prödl und Marc Janko mit Martin Harnik und Marko Arnautovic sowie auf der anderen Seite Aleksandar Dragovic und David Alaba mit Rubin Okotie. Davor macht es sich Zlatko Junuzovic gemütlich.

Weitere Sitznachbarn: Martin Hinteregger und Stefan Ilsanker, Ramazan Özcan und Christian Fuchs, Julian Baumgartlinger und Florian Klein, Markus Suttner und Heinz Lindner, Kevin Wimmer und Marcel Sabitzer oder Jakob Jantscher und Lukas Hinterseer.