Erstellt am 17. Februar 2012, 10:08

Urteil im Kartnig-Prozess am Nachmittag. In Graz hat am Freitag nach mehreren Verzögerungen der letzte Tag im Prozess gegen Hannes Kartnig und sieben Mitbeschuldigte aus dem Umfeld des Fußballclubs Sturm Graz begonnen.

Dem Ex-Club-Präsidenten wird schwerer Betrug, betrügerische Krida, grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Das Urteil soll um 14.00 Uhr verkündet werden.

Der 42. und letzte Verhandlungstag hatte wieder reges Interesse bei Zuschauern und Medien hervorgerufen. Hannes Kartnig erschien auffallend dezent mit dunkelblauem Blazer bekleidet und war sichtlich nervös und angespannt. Er wollte vor Verhandlungsbeginn keinen Kommentar abgeben.

Gleich zu Beginn hielt der Verteidiger des achten Angeklagten sein Schlussplädoyer. Er betonte, dass sein Mandant "das letzte Glied in der Kette" gewesen sei. Er habe nur aus "Nibelungentreue zum Verein" bei den Malversationen mitgemacht, einen Vorsatz habe es nie gegeben.

Hannes Kartnig ließ in seinen Schlussworten nochmals die goldenen Zeiten von Sturm Graz Revue passieren. "Es sind viele Fehler passiert, aber wir haben auch dem Volk viel Freude bereitet", so der Ex-Präsident des Clubs. Er gab zu bedenken, dass sich "Millionen Menschen mit uns gefreut haben". Außerdem sei man auch "großartiger Steuerzahler, nicht nur Hinterzieher" gewesen, gab Kartnig zu bedenken. Zur Steuerhinterziehung habe er sich immer schuldig bekannt, "aber ich habe nie jemanden betrogen", so der Angekagte abschließend.