Erstellt am 18. November 2013, 13:58

USA-Match als Spagat zwischen Test und Ernstfall. Die Ära zwei von Marcel Koller als Österreichs Fußball-Teamchef startet am Dienstagabend. 20 Tage nach seiner Vertragsverlängerung trifft die ÖFB-Auswahl in einem freundschaftlichen Länderspiel im Wiener Ernst-Happel-Stadion auf die USA.

 Der 53-jährige Schweizer will gegen die USA in seinem 19. Match als ÖFB-Chefcoach einen erfolgreichen Spagat zwischen Test und Ernstfall hinlegen. Einerseits möchte Koller natürlich das Jahr mit einem positiven Ergebnis abschließen und deshalb die stärkste Truppe auf den Rasen schicken. Andererseits weiß Koller aber auch, dass die Möglichkeiten, etwas zu testen und auszuprobieren, rar sind. "In der Quali ist alles ein bisschen hektischer und angespannter. Rund um Freundschaftsspiele ist es einfacher, etwas auszuprobieren", meinte Koller, der hinzufügte: "Wir wollen nicht allzu viel durchmischen, um eine gewisse Stabilität reinzubringen."

Durch die Verletzungen von Zlatko Junuzovic, der sicher ausfällt, und Sebastian Prödl, der höchstwahrscheinlich kein Thema ist, sind die Chancen auf zwei A-Team-Debüts ohnehin rasant gestiegen. In der Innenverteidigung könnte Martin Hinteregger gemeinsam mit Aleksandar Dragovic zum Zug kommen, im Mittelfeld hat Lukas Hinterseer gute Karten. "Sie sind beide auf einem guten Weg", meinte Koller, der sich zu Aufstellungsfragen traditionell sehr ungern äußert.

Über den Dienstag-Gegner, der sich souverän für Brasilien qualifiziert hat und seit 1990 bei jeder WM dabei war, meinte Koller: "Sie sind sehr kompakt und lassen defensiv nicht viel zu. Ihr Prunkstück ist aber, dass sie in der Offensive Leute haben, die individuell stark sind und Spiele im Alleingang entscheiden können."

Die USA sind als 13. der FIFA-Weltrangliste recht deutlich über Österreich (53.) zu stellen und daher auch für Koller Favorit. "Wenn man die Weltrangliste hernimmt, dann ist da ein ganz klarer Unterschied. Aber mit Leidenschaft, Spielwitz, Selbstvertrauen und Ruhe am Ball können wir ihnen wehtun." Die Serie an schwachen Ergebnissen in Testspielen - die jüngsten drei wurden gegen die Elfenbeinküste (0:3), Wales (1:2) und Griechenland (0:2) verloren - wollte Koller vor dem USA-Match schon ein wenig relativieren.

"Wir suchen uns die Testspielgegner so aus, dass sie meistens besser sind, in der Weltrangliste sogar Top 30. Das machen wir bewusst, damit wir an die Grenzen gehen müssen und uns so steigern können", stellte Koller klar. Dem Teamchef ist aber bewusst, dass Österreich in Zukunft auch in den Tests überzeugen muss, um in der Weltrangliste nach oben zu klettern.