Erstellt am 15. April 2013, 10:40

Viele TV-Spiele, aber wenige Zuschauer im ÖFB-Cup. Der österreichische Fußball-Cup fristet im Vergleich zu den Pokalbewerben in den großen Nationen ein bescheidenes Dasein.

Der ÖFB darf sich zwar über 13 Spiele freuen, die bis zum Finale am 30. Mai im Ernst-Happel-Stadion live im Fernsehen übertragen werden und damit den Werbewert für Hauptsponsor Samsung auf über 1,3 Mio. Euro heben, allerdings sind die Zuschauerzahlen ernüchternd.

"Wir haben ein Problem, wir stagnieren bei den Zuschauern", gestand unlängst ÖFB-Generaldirektor Alfred Ludwig. So wurden in den bisherigen drei Runden mit 56 Spielen nur insgesamt 60.463 Zuschauer gezählt. Die acht Partien des Achtelfinales wollten nur knapp über 13.000 Fans sehen, obwohl Traditionsclubs wie Rapid, Sturm oder LASK Heimspiele hatten.

Dabei bietet der Cup den schnellsten Weg in den Europacup, schon mit sechs Siegen (oder fünf, wenn der Cupsieger Meister oder Vizemeister wird) winken internationale Auftritte. Der ÖFB arbeitet daher seit Jahren daran, den Cup auch für die Fans attraktiver zu machen. So wird die kommende Saison zum zweiten Mal mit dem Cup eröffnet (8./9. Juli), erst eine Woche später startet die Meisterschaft. Amateurteams werden bis zum Achtelfinale Heimrecht haben.

Geplant ist auch eine Änderung der finanziellen Regelung, weil laut Ludwig "die Einnahmenteilung aus dem Ticketverkauf nicht mehr zeitgemäß" ist. Mit den Clubs sei man grundsätzlich übereingekommen, dass künftig die Auswärtsmannschaft einen größeren Anteil der Prämien bekommt, die Heimmannschaft dafür die Zuschauereinnahmen zur Gänze behalten darf.

Die Prämien betragen für den laufenden Bewerb 30.000 Euro für jeden Viertelfinalisten, 50.000 für die Halbfinalisten und je 120.000 für die Finalisten. Zudem gibt es eine separate Prämie für den Torschützenkönig (10.000 Euro).

In den nächsten Wochen will der ÖFB ein Finalstadion für die nächsten fünf Jahre festlegen. Zur Auswahl stehen die Happel-Arena sowie die Stadien in Salzburg und Klagenfurt.