Erstellt am 05. Februar 2013, 09:46

„Vielleicht meine ich es manchmal zu gut“. Tipp3 Bundesliga | Mattersburg-Stürmer Patrick Bürger (25) spricht im Interview über das A-Team, die sportliche Lage beim SVM und seine Einsatzfreude.

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Von Bernhard Fenz

Er ist einer der ehrgeizigsten Profis im Kader des SV Mattersburg. Er will über kurz oder lang ins Ausland wechseln. Vorerst ist Patrick Bürger vertraglich aber noch an den SVM gebunden. Darum gilt sein Hauptaugenmerk nach wie vor unseren Grün-Weißen. Die BVZ hat den Südburgenländer vor der Rückreise aus dem Trainingslager in Portugal zum Gespräch gebeten.

BVZ: Warum steht der SVM nach dem starken Start jetzt nur mit 21 Punkten da?

Bürger: Die zwölf Punkte am Anfang waren hart erkämpft. Vielleicht ist es für uns dann aber schon zu leicht gegangen – einige haben sich wahrscheinlich gedacht, das geht jetzt von alleine so weiter. Du musst aber noch mehr machen, darfst dich nie zufrieden geben.


BVZ: Und dann konnte die Mannschaft den berühmten Schalter nicht mehr umlegen.

Bürger: Mittlerweile sind alle schon so lange dabei, dass Routine vorhanden sein müsste. So gesehen hätten wir schon wissen müssen, wo und wie der Schalter umzulegen ist. Es wäre viel mehr drin gewesen. Allein bei den Jungen steckt Mörderpotenzial dahinter.


"Ich bin nicht zufrieden. Fünf Tore sind zu wenig"


BVZ: Wenigstens wurde mit den Siegen gegen Admira und Wiener Neustadt Schlimmeres verhindert.

Bürger: Auch wenn wir es vom Druck her nicht nach außen getragen haben: Vor Admira war es schon höchste Eisenbahn.


BVZ: Mit einem guten Frühjahr wird sich das Vereinsziel – Platz fünf bis sieben – ausgehen. Hätten Sie persönlich mehr gewollt?

Bürger: Klar, das möchte jeder – etwa die vier Großen ärgern. Das wird sich diesmal nicht ausgehen, da müssten wir schon einen wilden Lauf haben … Unser Ziel war und ist klar – und das bleibt auch so.


BVZ: Bislang haben Sie fünf Tore erzielt und fünf Assists geleistet.

Bürger: Ich bin nicht zufrieden. Fünf Tore sind zu wenig.



BVZ: Trotzdem schonen Sie sich bei der Arbeit am Platz nicht. Das ist auch ein Leistungsnachweis.

Bürger: Ich laufe und arbeite für die Mannschaft viel. Vielleicht meine ich es manchmal zu gut und powere mich zu sehr aus. Da muss ich einen richtigen Mittelweg finden.


BVZ:Sie wurden für das A-Team gegen Wales auf Abruf nominiert, waren 2012 bereits dabei: Wie wichtig war und ist das Thema Nationalmannschaft?

Bürger: Es war eine Supererfahrung. Ich habe gesehen, dass ich mithalte. Das gibt Selbstbewusstsein. Im Herbst ist es nach dem Deutschland-Match – da hab‘ ich eigentlich geglaubt, dass ich reinkomme – aber nicht so gelaufen.


"Ich soll mich nicht narrisch machen lassen"


BVZ:Besteht der Kontakt mit Teamchef Marcel Koller trotzdem?

Bürger: Ja. Er erkundigt sich immer und ruft mich an.


BVZ:Was sagt er beispielsweise?

Bürger: Ich soll mich nicht narrisch machen lassen und weiter an mir arbeiten. Er weiß, was ich kann und er weiß, was er an mir hat.


BVZ:Trotzdem haben Sie sportlich schon bessere Zeiten erlebt.

Bürger: Da muss man drüberstehen. Wir haben als Mannschaft im Herbst offensiv zu wenig Chancen herausgearbeitet. Den Kopf in den Sand stecken hilft sowieso nichts – also weitermachen, irgendwann triffst du dann wieder.


BVZ:Bleibt dem SVM im Frühjahr der Abstiegskampf erspart?

Bürger: Ja. Wir arbeiten jetzt einmal auf einen guten Start hin, dann sehen wir weiter. Fünf Punkte sind wir vor Innsbruck, aber wir sind auch nur fünf Punkte hinter Platz fünf und den Riedern.


BVZ:Wer wird Meister?

Bürger: Austria. Die spielen sehr stark und haben die nötigen Akteure für den Titel.



Infos zu Patrick Bürger
• 27. Juni 1987
• Stammt aus Bad Tatzmannsdorf
• 2005 vom BNZ Burgenland zu Mattersburg gewechselt
• 2008 zu Hartberg in die Regionalliga Mitte transferiert, dort aufgestiegen in die Erste Liga
• 2010 zum SVM retour
• Leistungsbilanz anhand geschossener Tore: 2009/2010 (Hartberg, Erste Liga): 18 Tore; 2010/ 2011 (SVM): 14 Tore; 2011/ 2012 (SVM): 12 Tore
• In der Saison 2012/2013 hält Bürger bei fünf erzielten Treffern
• Der 25-Jährige ist neben den Toren bekannt für seine große Einsatzbereitschaft
• 2012 nominierte ihn Teamchef Marcel Koller für insgesamt vier Länderspiele (Ukraine, Rumänien, Türkei, WM-Quali gegen Deutschland). Zum Einsatz kam Bürger beim 3:2 gegen die Ukraine und beim 0:0 gegen Rumänien.
• Für das freundschaftliche Länderspiel heute, Mittwoch, in Wales, wurde er auf Abruf nominiert.