Erstellt am 01. August 2012, 00:00

„Viel spricht für den Bernd“. GOLF / Richard Senninger, geschäftsführender Präsident unseres Golfverbands, sieht Bernd Wiesberger langfristig an der Spitze – der aktuelle USA-Trip diene zum Lernen.

Bernd Wiesberger jubelte bei den Lyoness Open in Atzenbrugg – nun tritt er in den USA an.GEPA  |  NOEN
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VON BERNHARD FENZ

Die unglaubliche Schlussrunde und die damit verbundene finale Offensive bei den Lyoness Open in Atzenbrugg (sieben Birdies auf den letzten zehn Löchern) sind Geschichte. Bernd Wiesberger hat sich nach Markus Brier zum zweiten österreichischen Sieger bei einem Heimturnier der European-Tour gekürt, ließ mit 269 Schlägen und 19 unter Par die beiden Zweitplatzierten (der Franzose Thomas Levet und der Ire Shane Lowry – beide 272/16 unter) deutlich hinter sich, war der viel umjubelte Held bei den 5000 Zuschauern, nahm einen Siegerscheck von 166.660 Euro entgegen, verbesserte sich in der Verdienstrangliste somit auf 654.984 Euro und kletterte bei der Qualifikation für das lukrative Finalturnier in Dubai („Race to Dubai“ – die Top-60 sind dabei) von Platz 34 auf Platz 19.

Zwei Turniere in den USA  zum Sammeln von Erfahrung

Ziemlich viel auf einmal, dementsprechend war auch Wiesbergers Resümee über seinen zweiten Sieg auf der European Tour nach den Ballantine‘s Championship Ende April in Südkorea: „Mit diesem Sieg vor eigenem Publikum ist ein Traum für mich in Erfüllung gegangen. Da geht nicht mehr viel drüber, vielleicht ein Sieg bei einem Major.“

Gutes Stichwort: Der 26-jährige Oberwarter befindet sich mit seinem Tross seit Anfang der Woche in den USA, wo er morgen, Donnerstag, beim Bridgestone Invitational in Akron abschlagen wird. Kommende Woche darf er dann nach dem Sieg in Atzenbrugg zum Drüberstreuen bei seinem ersten Major der Karriere ran – der PGA Championship in South Carolina.

Dass er dabei gleich auf Anhieb vorne landen kann, ist aber nicht zu erwarten. So meint etwa Richard Senninger: „Auf der European Tour wird der Bernd heuer sicher noch starke Turniere spielen. Auch für Dubai traue ich ihm einiges zu, der Platz liegt ihm. Für die USA habe ich aber gemischte Gefühle. Das sind dort schon andere Dimensionen, da spürt man dann auch schon die Ellbogen der Konkurrenten. Im Vordergrund wird nun stehen, Erfahrungen zu sammeln, das erste Major aufzusaugen und gut zu verarbeiten.“

An Wiesbergers Entwicklung zweifelt der geschäftsführende Präsident des Burgenländischen Golfverbandes jedenfalls in keiner Sekunde: „Der kleine Durchhänger nach Südkorea war eine Art Durchatmungsphase – und klar nachzuvollziehen. Trotzdem passt es bei ihm vom Setup her – Bernd verfügt mittlerweile über eine unglaubliche mentale Stärke, die er am Wochenende wieder in den entscheidenden Phasen abrufen konnte.“ Auch die gute körperliche Verfassung sei für Senninger ein weiterer Punkt auf der Liste, die für den Oberwarter Golfprofi spricht: „Die Entwicklung des Golf im Spitzensport kommt ihm entgegen, unter anderem neben dem spielerischen Können auch die mittlerweile nötige körperliche Fitness. Viel spricht für den Bernd.“

Nicht zuletzt durch seine European-Tour-Erfolge ist der sympathische Südburgenländer übrigens auch in der Öffentlichkeit längst gefragt. So trudelten beim Verband längst Wünsche von Schulen für Autogrammstunden ein. Wiesberger ist eben „in“.