Erstellt am 06. Juni 2011, 12:40

Vierjahresvertrag für Fuchs bei Schalke 04. Der österreichische Fußball-Teamspieler Christian Fuchs verlässt den FSV Mainz 05 und spielt ab kommender Saison für den FC Schalke 04.

Christian Fuchs hat den Sprung zu einem der größten Fußball-Clubs Deutschlands geschafft. Der ÖFB-Teamspieler fixierte am Montag, einen Tag vor dem Testmatch in Graz gegen Lettland, seinen Wechsel vom FSV Mainz 05 zum FC Schalke 04. Der Linksverteidiger erhielt beim deutschen Cupsieger einen Vierjahresvertrag. Über die Ablösesumme gab es keine offiziellen Angaben, kolportiert wurde eine Zahlung von rund fünf Millionen Euro.

"Ich freue mich auf die neue Aufgabe, weil ich zu einem Verein komme, der zuletzt im Champions-League-Semifinale war und DFB-Pokalsieger ist, und weil mich der Trainer (Anm.: Ralf Rangnick) unbedingt wollte", erklärte der Niederösterreicher.

Rangnick wollte Fuchs nach dessen Angaben schon vier vier Jahren für Hoffenheim verpflichten, danach sei der Kontakt nie abgerissen. Im Sommer des Vorjahres wäre der 25-Jährige dann fast von Magath zu Schalke geholt worden, der Transfer scheiterte schließlich vorerst an Vertragsmodalitäten. Nach der starken Saison von Fuchs in Mainz war es aber mit dem Zögern der "Königsblauen" vorbei.

Nun will sich der 40-fache Internationale (1 Tor) bei Schalke so schnell wie möglich einen Stammplatz erkämpfen. "Ich freue mich auf die Konkurrenzsituation, die gehört bei einem großen Verein wie Schalke dazu. Ich kann einmal meinen Enkelkindern erzählen, dass ich bei Schalke gespielt habe - das ist schon etwas Besonderes", freute sich Fuchs und bezeichnete die Veltins-Arena, die Heimstätte von Schalke, als "schönstes Stadion Deutschlands".

Mit dem Wechsel vom 5. zum 14. der abgelaufenen Saison in der deutschen Bundesliga hat Fuchs kein Problem. "Dass es ein sportlicher Rückschritt ist, wage ich zu bezweifeln, wenn man alle zwei Wochen vor 60.000 in so einem Stadion bei einem Champions-League-Semifinalisten spielt. Schalke gehört zu den Top-5 Deutschlands."

Auf die Dauer sind laut Fuchs die sportlichen Perspektiven bei Schalke besser als bei Mainz. "Langfristig will ich in die Champions League, und das ist mit Schalke eher möglich." Dennoch bedankte sich der Linksfuß bei seinem nunmehrigen Ex-Verein. "Die Entscheidung ist mir schwer gefallen und hat sehr lange gedauert, weil ich in Mainz die sportlich beste Zeit meines Lebens hatte. Ich weiß, was ich dem Trainer und meinen Mitspielern zu verdanken habe."

Nach seinem dritten Vereinswechsel innerhalb von drei Jahren will der Ex-Mattersburg- und -Bochum-Kicker nun sesshaft werden. "Ich verspreche: Jetzt kommt Ruhe in meine Karriere. Ich habe bewusst einen Vertrag auf vier Jahre unterschrieben. Ich möchte lange bei Schalke bleiben und eine sportliche Heimat finden."

Die Chancen dafür stehen laut Schalke-Manager Horst Heldt gut. "Auf seiner Position in der Abwehrkette hat Schalke in den vergangenen Jahren aus unterschiedlichsten Gründen keine dauerhafte Lösung präsentieren können. Fuchs verfügt über die sportlichen Voraussetzungen, diese künftig darstellen zu können. Er hat seine Klasse in der Bundesliga bereits beim VfL Bochum und bei Mainz 05 unter Beweis gestellt", betonte Heldt.

Fuchs setzt damit die "Österreich-Tradition" bei Schalke fort. Die erste historische Verbindung datiert vom 22. Juni 1941, als der SK Rapid im Endspiel um die deutsche Meisterschaft in Berlin gegen die "Knappen" einen 0:3-Rückstand in ein 4:3 verwandelte. 1958 führte dann der Wiener Edi Frühwirth als Trainer die Schalker zum siebenten und bisher letzten Meistertitel. In weiterer Folge spielten die beiden Wiener Franz Hasil und Hans Pirkner, der Tiroler Kurt Jara und zuletzt von 2003 bis 2004 auch der Steirer Edi Glieder für den Ruhrpott-Verein. Außerdem wurde Schalke von Juli 1975 bis März 1976 vom Wiener Max Merkel betreut.