Erstellt am 11. Juli 2013, 15:19

Vierkampf um Bundesliga-Aufstieg: Mattersburg defensiv. Die Mannschaft ist fast zur Gänze erhalten geblieben. Dennoch will Bundesliga-Absteiger SV Mattersburg die Favoritenrolle in der Fußball-Erste-Liga nicht annehmen, wie sich auf der Saisoneröffnungs-PK am Donnerstag in Wien zeigte.

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Auch die Vorarlberger Clubs SCR Altach und Austria Lustenau sowie der SKN St. Pölten äußerten am Donnerstag bei einer Pressekonferenz der zweithöchsten Spielklasse in Wien Aufstiegsambitionen.

Mattersburg in "Pole Position", St. Pölten plant "Gipfelsturm"

Aus der Pole Position gehen aber die Mattersburger ins Rennen. "Wir haben einen Kader, der schon in der Bundesliga jahrelang Hervorragendes geleistet hat. Wir lassen uns aber nicht von extern unter Druck setzen", betonte Neo-Trainer Alfred Tatar, der von der Vienna ins Burgenland gewechselt ist. Sein Vorgänger Franz Lederer, unter dem der Club nach zehn Jahren im Oberhaus abgestiegen ist, blieb als Sportdirektor erhalten.

Altach ist als Zweiter zuletzt dreimal in Serie nur knapp am Wiederaufstieg vorbeigeschrammt. "Wir treten nicht an, um ein viertes Mal Zweiter zu werden", versicherte Sportchef Georg Zellhofer. "Das Ziel ist der Aufstieg. Wir wollen keinen weißen Bart bekommen in der zweiten Liga." Die Rheindörfler hatten sich 2009 als bisher letzter Vorarlberger Club aus der höchsten Spielklasse verabschiedet.

Auch der Lokalrivale aus Lustenau träumt zum 100-jährigen Bestandsjubiläum 2014 von einer Rückkehr in die Bundesliga. In der Vorsaison hatte die Austria nach einem starken Herbst wie der sichere Aufsteiger ausgesehen, nach einem Einbruch im Frühjahr folgte ein Radikalumbau der Mannschaft. Zehn Spieler sind neu. "Wir haben im Frühling viel erkannt und müssen die Lehren daraus ziehen", erklärte Trainer Helgi Kolvidsson.

St. Pölten richtete seine Augen bei der Mission "Gipfelsturm" vor allem auf die Defensive. "60 Gegentore sind verbesserungswürdig", gestand Chefcoach Martin Scherb, der in diesem Zusammenhang den Polen Tomasz Wisio von RB Leipzig als "Königstransfer" bezeichnete.

Aufsteiger Parndorf und Liefering wollen "drin bleiben"

Als fünfter Verein könnte Aufsteiger FC Liefering ins Titelrennen eingreifen. Der Satellitenclub von Red Bull Salzburg, gespickt mit Routiniers um Ex-Teamspieler Rene Aufhauser, ist laut Bundesliga-Angaben aber nicht zum Aufstieg berechtigt. "Es ist ein eigenständiger Verein, es ist aber ein beherrschendes Verhältnis gegeben. Daher ist ein Aufstieg im Zuge der Wettbewerbsintegrität nicht möglich", begründete Ligavorstand Georg Pangl.

Der Aufstieg ist auch nicht das erklärte Ziel der Lieferinger. Stattdessen soll der Zweitliga-Ableger den Bullen als Ausbildungsmöglichkeit für junge Spieler dienen. "Zuerst einmal wollen wir in der Liga drinbleiben. Wir wollen mindestens Achter werden", erklärte Liefering-Trainer Peter Zeidler bescheiden. Ein Ziel, das er mit Mitaufsteiger Parndorf teilt.

Horn verlor Leistungsträger: "Spricht aber für unsere Arbeit"

Auch die Vienna und Hartberg wollen so schnell wie möglich nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Die Wiener starten wegen Verstößen gegen die Lizenzierungsbedingungen mit drei Minuspunkten. "Wir wollen den nächsten Schritt machen, auch fußballerisch, und ins Mittelfeld verstoßen", umriss Gerhard Fellner, der Tatar nach drei Jahren als dessen Co-Trainer auf den Chefposten nachgefolgt ist, die Vienna-Ziele.

Im Mittelfeld befindet sich bereits die Kapfenberger SV. Die Steirer wollen nach einem starken Frühjahr ebenso mit einem neuen Chefcoach (der Ex-Internationale und bisherige Assistent Kurt Russ folgte Klaus Schmidt) unter die Top 5 wie der SV Horn. Die Waldviertler haben mehrere Leistungsträger in die Bundesliga verloren. "Wenn das jedes Jahr so ist, spricht das aber für unsere Arbeit", meinte Neo-Trainer Willi Schuldes.