Erstellt am 17. Juli 2013, 07:12

Völlig neue Rollen für die Auftaktspiele. Erste Liga | Mattersburg gastiert als Favorit beim FC Liefering, Parndorf geht gegen Lustenau als Außenseiter ins Rennen.

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Von Bernhard Fenz

Liefering statt Austria oder Rapid. Austria Lustenau statt FAC oder Sollenau. Für Absteiger Mattersburg und Aufsteiger Parndorf wird es am Freitag mit dem Saisonstart in der neuen Liga ernst. Beide Klubs haben im Vergleich zur Vorsaison völlig vertauschte Rollen. Aus Ostliga-Meister Parndorf wird ein Außenseiter. Der SVM wiederum schlüpft aus der Abstiegskandidaten- in die Mitfavoriten-Rolle – spannende Trendumkehren warten.

In diesem Kontext Prognosen zu wagen, ist in Runde eins doppelt schwer, Mattersburgs Cheftrainer Alfred Tatar ist zudem ohnedies kein großer Spekulant, wenn es um Spiele seiner Mannschaft geht. „Wir begeben uns, so wie auch Liefering, zu Meisterschaftsstart auf schwieriges Terrain. Beide Mannschaften wissen noch nicht, wo sie stehen, daher ist die Auftaktpartie nicht so leicht einzuordnen. Wir werden uns jedenfalls gewissenhaft vorbereiten und wissen, was uns erwartet. Ganz uninformiert gehen wir sicher nicht in das Spiel.“
Co-Trainer Markus Karner konnte sich beim 1:2-Test gegen das Wolfsburger Zweierteam von der Qualität des Aufsteigers überzeugen. Inwieweit Tatar den Red-Bull-Satellitenklub eher spielerisch oder kämpferisch erwartet, wollte er nicht verraten: „Jedes Match hat einen eigenen Charakter. Ich weiß ja nicht, welche Waffen und Mittel der Trainer gegen uns einsetzen will. Wir wissen jedenfalls, was zu tun ist.“
Auch bei der Bewertung der Auftaktpartie bleibt der 49-Jährige üchtern: „Dieses Spiel ist 1/36 der Saison, nicht mehr und nicht weniger.“

Mit positiver Energie in das erste Spiel

Am Personalsektor steht hinter dem Einsatz von Michael Mörz noch ein Fragezeichen. Der Kapitän spürte im Cup-Spiel bei Blau Weiß Linz einen Stich im Oberschenkel und wurde zur Sicherheit ausgetauscht. Ob er am Freitag gegen Liefering auflaufen kann, ist noch nicht fix. Sehr wohl fix ist aber, wie der 33-jährige Routinier bestätigte, dass die Stimmung in der Mannschaft passt: „Es taugt mir voll – wie jedem einzelnen auch. Natürlich müssen wir das aber auch ausnützen, wir werden schließlich an Siegen und Punkten gemessen.“

Parndorf will einige Nadelstiche setzen

Anders als der SVM geht der SC/ESV Parndorf als Außenseiter in die erste Begegnung daheim gegen Austria Lustenau. Trainer Paul Hafner zeigt großen Respekt vor den Vorarlbergern, die speziell in der Offensive „schon sehr gut aufgestellt“ sind.

Wie es mit einer Überraschung klappen kann? „Wir brauchen ein bissl Glück, müssen im Vergleich zum Cup (Anm.: erst in der Verlängerung beim 2.-Landesliga-Klub Leopoldsdorf weitergekommen) sehr viel gut machen, Fehler vermeiden und die nötigen Nadelstiche setzen.“ Der Gegner sei für Hafner jedenfalls ein richtiger Kracher. Auch Kapitän Roman Kummerer weiß, was auf Parndorf zukommt: „Das wird garantiert schwierig. Lustenau ist eine sehr starke und gestandene Truppe. Ich erwarte jedenfalls ein interessantes Match auf hohem Niveau.“

Der Abwehrchef der Nordburgenländer traut dem Aufsteiger freilich sehr wohl eine Überraschung zu, für einen Punktegewinn müssten aber einige Parameter greifen. „Wir haben die Euphorie mitgenommen. Die Mannschaft ist außerdem zusammengeblieben – und der Heimvorteil kann natürlich auch etwas ausmachen.“
Fraglich ist übrigens Patrick Baumeister. Er muss derzeit passen. Der seit heute, Mittwoch, 21-Jährige zog sich einen Bändereinriss im Knöchel zu, startete etwas zu früh wieder und hat jetzt Beckenprobleme. Wieder fit ist hingegen Richard Stern. Auch die zuletzt noch nicht eingetroffene Freigabe von Neuzugang Martin Mikulic wird erfolgen.