Erstellt am 08. August 2011, 13:01

Walter Mayer in Doping-Prozess schwer belastet. Der ehemalige ÖSV-Betreuer Walter Mayer ist am Montag zum Auftakt seines Doping-Prozesses im Wiener Straflandesgericht von einem Mitangeklagten schwer belastet worden. Ein Dachdecker, der 2003 aus einer mehrjährigen Haftstrafe entlassen worden war, gab zu Protokoll, er habe für Mayer Doping-Mittel besorgt.

"Ich war verwundert, dass der Walter Mayer etwas bei mir bestellen muss. Aber er war wahrscheinlich zu bekannt mit seinem Namen", sagte Karl Heinz R. (42). Die erbetenen Präparate - Wachstumshormone, EPO, später auch Dynepo - habe er ab Dezember 2005 einem Wiener Apotheker abgekauft, der in der Bodybuilder- bzw. Fitness-Szene als "Quelle" für illegale Substanzen bekannt war. Die Übergaben an Mayer hätten an einer Autobahn-Raststätte bzw. bei ihm zu Hause stattgefunden, sagte R.

Zur letzten Übergabe wäre es Ende Oktober 2008 - und damit noch über zwei Monate nach Inkrafttreten des Anti-Doping-Gesetzes - in Klagenfurt gekommen, wobei damals unter anderem zwei Packungen Dynepo den Besitzer wechselten. Die Mittel habe er "vorfinanziert", sagte Karl Heinz R. Mayer habe offenbar finanzielle Engpässe gehabt, er habe dem Geld "nachlaufen müssen". Mayer habe ihn auch ersucht, zusätzlich zum EPO Vitaminpräparate zu beschaffen: "Ich hab' gar nicht gewusst, dass diese Zusatzpakete für EPO notwendig sind."

Bei den im Strafantrag als angebliche Endabnehmer angeführten Namen - der unter Blutdoping-Verdacht geratene Langlauf-Olympiasieger Christian Hoffmann, Langlauf-Ex-Vizeweltmeister Alois Stadlober, Ex-Biathlon-Vizeweltmeister Ludwig Gredler und die nach der sogenannten Blutbeutel-Affäre bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ausgeschlossenen Langläufer Jürgen Pinter und Roland Diethart sowie der vormalige Biathlet Wolfgang Perner - habe es sich um "eine Vermutung von mir" gehandelt, da er speziell vor den Olympischen Spielen 2006 Mayer verstärkt mit EPO versorgt habe, meinte R.