Erstellt am 15. Dezember 2010, 00:00

„Was für ein Spieler soll denn das sein?“. TIPP3 BUNDESLIGA / Trainer Franz Lederer denkt mehr an die eigenen (Ex-)Leistungsträger als an den Transfermarkt.

Alex Pöllhuber (verdeckt) brachte Mattersburg gegen die Austria mit 1:0 in Führung. Im Zuge dessen hatten die Mitspieler wie Stefan Ilsanker (vorne) oder Alois Höller (oben) noch großen Spaß an der Arbeit.  |  NOEN
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VON BERNHARD FENZ

Die Auswärtssiege in den Runden zehn und zwölf – 1:0 beim LASK und 3:1 in Ried – gaben Grund zu der Annahme, dass sich Mattersburg doch noch in Richtung Mittelfeld orientieren könnte. Jetzt, nach 19 Runden und nur noch zwei weiteren Punkten mehr, steht fest: Der SVM überwintert als akut abstiegsgefährdeter Verein, weit weg von sicheren Gefilden, dafür mit dem LASK im Nacken.

„Es bleibt doch einiges an Frust über, wenn man auf den Herbst zurückblickt“, macht Trainer Franz Lederer keinen Hehl daraus, wie weit Anspruch und Wirklichkeit auseinandergedrifted sind. Gerade die großteils beherzten, aber unbelohnten Spiele gegen die Top-Mannschaften der Liga nagen. „Da haben wir es verabsäumt, greifbare Ergebnisse mitzunehmen.“ Was Lederer positiv stimmt: „Die Mannschaft als solches funktioniert. Es fehlte in besagten Spielen ein ‚Nuancerl‘, so haben wir auch zu wenig erreicht.“

In der Frühjahrssaison  stehen einige in der Pflicht

Ein „Nuancerl“ ist aber trotzdem mehr als nichts. Ob diese Lücke von einem starken neuen Spieler geschlossen werden kann, bleibt abzuwarten. „Es ist sicher nicht so leicht, eine Verstärkung zu finden, die das Spiel an sich reißt, Tore schießt und wirklich helfen kann. Was für ein Spieler soll denn das sein? Wir werden kaum einen van Nistelrooy bekommen…“, ist sich Lederer der Transferproblematik durchaus bewusst. Weder hat der SVM den Stellenwert, noch scheint das nötige Kleingeld vorhanden zu sein, um einen (für österreichische Verhältnisse) echten Kracher an Land ziehen zu können. Lederers Ansatz geht vielmehr einer anderen Frage nach: Wann werden vermeintliche Leistungsträger wieder zu solchen?

Beispiel: „Ein Michi Mörz hat sich zwar bereits wieder besser präsentiert, er kann aber noch viel mehr. Wir haben einige wichtige Spieler, die unter ihrer Form agiert haben.“ Der Chefcoach hofft hier neben Mörz etwa bei Robert Waltner und Ilco Naumoski, aber auch bei Ronny Spuller noch auf entscheidende Leistungsexplosionen.

Vorerst dürfen sich aber alle ausruhen, ehe die Vorbereitung am 3. Jänner startet – hoffentlich dann bei allen mit vielen guten Vorsätzen.