Erstellt am 13. April 2011, 00:00

Was Pucher wirklich ärgert. TIPP3 BUNDESLIGA / Ein  geschlossener  Zugang für Volksschulkinder brachte den SVM-Boss mehr in Rage als das 2:2 der Profis gegen Ried.

Gedränge: Die Mattersburger Profis (Patrick Farkas, vorne) bezogen nach dem Spiel gegen Ried am Balkon des Vereinshause Stellung.Z.V.G./LORENZ  |  NOEN
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VON BERNHARD FENZ

Was sind schon zwei verlorene Punkte im Abstiegskampf, wenn Kinder vergeblich warten, um nach dem Schlusspfiff aufs Spielfeld zu gelangen? Martin Pucher gab am Samstag die Antwort.

Lautstark und tatkräftig.

Weil ein Security-Mitarbeiter den jungen Fans aus St. Martin an der Raab, Raiding, Pilgersdorf und Gols nach dem Spiel – so wie das im Rahmen der Volksschulaktion seit zehn Jahren üblich ist – nicht den Weg von der Haupttribüne auf den Platz freigab, machte sich der geladene Pucher vom Pressebalkon aus über das Innere des Vereinshauses schnellen Schrittes auf den Weg.

Eine Platzüberquerung später hatte der Security-Mann nicht mehr viel zu sagen, und Pucher war bereits wieder auf dem Weg zurück – mit den Kindern und den Begleitpersonen an seiner Seite.

Spontan-Treffen auf dem  Balkon des Vereinshauses

Schließlich hatte der Obmann ganz offensichtlich einen klaren Plan, wie die verzwickte Lage doch noch eine glückliche Wende erfahren sollte: So endete der spontane Jungfan-Zug mit Pucher an der Spitze wenige Meter neben der SVM-Kabine – wo er die gesamte Mannschaft antanzen ließ, um die Autogrammwünsche der kleinen Anhänger zu erfüllen. Das höchst skurrile, aber nicht minder sympathische Nachspiel der Volksschulaktion mündete so in ein Spontan-Treffen zehn Minuten nach dem Schlusspfiff am Balkon des Vereinshauses.

Und während die Profis Autogramme schrieben, sprach Pucher im Inneren der SVM-Zentrale Klartext: „Seit April 2001 läuft diese Aktion, wir haben in dieser Zeit 17.000 Kinder und rund 2500 Begleitpersonen begrüßt – alle konnten nach dem Spiel aufs Feld, dies ist ein Teil der Aktion. Das lasse ich mir nicht zusammenhauen, nur weil jemand nicht mitdenkt. Man darf ja auch nicht vergessen: Die Kinder sind unsere Fans von morgen und übermorgen.“

Genau diese jungen Personen sollen durch das Gesamtpaket (Abholen vor Ort, Essenseinladung, Stadionführung, Autogramme nach dem Spiel, für alles kommt der Verein auf) Geschmack am SVM finden. Gegen Ried waren es 184 Kinder, gegen Innsbruck am 7. Mai sind es gar 500.