Erstellt am 04. März 2014, 23:59

von Martin Ivansich

Weiter Wahl-Amerikaner?. Der Güssinger Kondi-Trainer Toni Beretzki bejubelte mit dem alpinen US-Speed-Team der Herren zwei Olympia-Medaillen. Dennoch ist seine weitere berufliche Zukunft ungewiss.

Toni Beretzki (hier noch bei seiner Tätigkeit als Kondi-Trainer von Admira Wacker) sorgt beim US-Speedteam der alpinen Herren dafür, dass die Athleten auch die notwendige Kondition auf die Piste bringen. Seine Schützlinge holten in Sotschi Silber und Bronze.  |  NOEN, Gepa
Von Martin Ivansich

Verbindet man das Südburgenland mit den Olympischen Spielen in Sotschi, denkt man natürlich erst einmal an die Goldmedaille von Snowboarderin Julia Dujmovits. Es war aber nicht nur die Sulzerin, die eine Medaille bejubeln durfte. Der Güssinger Toni Beretzki — seit Sommer 2013 Konditionstrainer des US-Speedteams der alpinen Herren — feierte mit seinen Schützlingen Silber und Bronze im Super G.

Während Platz zwei von US-Skifahrer Andrew Weibrecht für viele Ski-Fans weltweit doch etwas überraschend kam, blieb das große Staunen bei seinem Konditions-Trainer aus: „Wir haben ja gewusst, dass er es drauf hat. Das hat er immer wieder im Training gezeigt. Es haben halt einfach die Top-Resultate im Weltcup gefehlt. In Sotschi waren der Berg und die Gegebenheiten jedenfalls ideal für Andrew. Da hat er gezeigt, dass er vorne mithalten kann.“

„Bode Miller ist ein sehr angenehmer Mensch"

Die Super G-Bronzene für den US-Superstar Bode Miller beurteilte Beretzki so: „Für ihn lief es in Sotschi nicht ganz nach Wunsch. Dennoch hat er seine Medaille gemacht und das haben ihm im Sommer nicht mehr alle zugetraut.“ Die Zusammenarbeit mit dem 36-Jährigen empfand der Südburgenländer bislang als durchwegs gut: „Er hat natürlich seine eigenen Ideen und Vorstellungen, aber das hat er schon seit 15 Jahren. Ich bin mit ihm sehr gut ausgekommen und wir haben ein gutes Verhältnis, auch weil er ein sehr angenehmer Mensch ist.“

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Neben den Erfolgen mit dem US-Ski-Team freute sich der 44-Jährige logischerweise vor allem über den Triumph seiner Landsfrau Julia Dujmovits: „Ich muss leider sagen, dass ich ihren Lauf gar nicht live gesehen habe. Natürlich war aber die Freude, nachdem ich von der Goldenen gehört habe, riesig. Ich kenne Julia sehr gut und gönne ihr wirklich diesen herausragenden Erfolg, auch wenn er für mich etwas überraschend kam.“

Zurück zu Beretzki: Was seine berufliche Zukunft betrifft, wäre es nach den Olympia-Erfolgen durchaus nachvollziehbar, würde sein Lebensmittelpunkt weiterhin in Utah bleiben. Der Burgenländer lebt in Park City – also in der Nähe von Salt Lake City, wo sich ein Trainingszentrum des US-Skiteams befindet.

Zukunft entscheidet sich erst im April

Den Verbleib bei den Amerikanern konnte der Erfolgstrainer aber weder bestätigen noch dementieren: „Erst einmal steht nun das Weltcup-Finale in Lenzerheide am Programm. Danach folgen noch Rennen in den USA, am 9. April ist dann die Saison offiziell zu Ende. Danach wird man sich zusammensetzen und die Zukunft besprechen. Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich wirklich noch nicht sagen, ob ich beim US-Team bleiben werde.“

Der weitere Weg des rot-goldenen Weltenbummlers, der zuvor schon beim ÖSV, bei Admira Wacker, FC Kärnten, Red Bull oder Spartak Moskau tätig war, ist also noch nicht fixiert. Dass Fußball und Skifahren seine berufliche Laufbahn prägten, lässt sich übrigens durchaus in Einklang bringen, auch wenn es für den studierten Sortwissenschaftler natürlich Unterschiede gibt: „Sicher gibt es zwischen dem Skifahren und Fußball verschiedene Trainingsphilosophen und Strategien. Aber für mich als Konditionstrainer gibt es da im Bereich Motorik und Grundübungen viele Gemeinsamkeiten. Die Umstellung ist da nicht wirklich so groß.“

Schmunzelnder Nachsatz des zweifachen Vaters: „Fakt ist aber, dass Wintersportler schon andere Typen sind als Fußballer.“