Erstellt am 05. Mai 2016, 05:24

von Peter Wagentristl

Weltklasse zu Gast in Podersdorf. Ein letztes Mal gibt sich die Elite der Surfer vor der Strandbar die Ehre. Das Event soll aber weiter am Neusiedler See gehalten werden.

Bestens gelaunt. Kitesurfer Michael Schitzhofer aus Schützen, Snowboard-Olympiasiegerin Julia Dujmovits (die im Teambewerb der Kiter starten hätte sollen) und der Weidener Windsurfer Max Matissek (v.l.) genossen den Auftakt beim Surf Opening in Podersdorf, auch wenn die Bewerbe dem nicht vorhandenen Wind zum Opfer fielen. Auf das richtige Lüftchen hoffen die Windsurfstars nun in der zweiten Woche. Fotos: Martin Reiter  |  NOEN, Martin Reiter
Dieses Wochenende geht das Weltcup-Event mit den besten Kite- und Windsurfern der Welt am Neusiedlersee über die Bühne.

Am vergangenen Sonntag hätte bereits der Kitesurf-Teamcontest über die Bühne gehen sollen, das Wetter zwang die Mannschaften, denen jeweils auch ein prominenter Gast wie Snowboard-Olympiasiegerin Julia Dujmovits oder Winzer Leo Hillinger angehörten, an Land zu bleiben.

Damit muss auch „Local-Hero“ Michael Schitzhofer aus Schützen weiter auf einen Einsatz warten.

Mike Schitzhofer trotz Rückschlägen motiviert

Schitzhofer kam direkt vom zweiten Stop der World-Tour in Leucate. In den französischen Gewässern konnte der Kitesurfer aus Schützen nicht alle Register ziehen und scheiterte „am Wind und mir selbst.“ Obwohl er in Leucate im Jahr 2009 mit einem vierten Platz sein bestes Weltcup-Resultat erzielen konnte, blieb er heuer mit einem 17. Platz hinter den Erwartungen. „Mit zu wenig Selbstvertrauen in den Tricks und den schwierigen Windverhältnissen war ich von meiner Leistung enttäuscht.“

Damit ruhen nun alle Augen auf den Windsurfern, bei denen heute, Mittwoch, mit dem PWA Windsurf World Cup der Hauptbewerb in Podersdorf startet. Heißestes Eisen aus der Region ist der Weidener Max Matissek.

Der 28-Jährige durfte an seinem „Homespot“ bereits über einige Erfolge jubeln. Erst 2014 holte er sich hier den Sieg bei den Österreichischen Meisterschaften im Freestyle und im Tow-in. Vor allem die Tow-in-Bewerbe wären vom derzeitigen lauen Wind kaum betroffen: Bei dieser Disziplin starten die Surfer wie beim
Wakeboarden mit einem Seil an einem Jetski, weshalb die Windbedingungen relativ irrelevant für einen guten Sprung sind.

Die internationale Konkurrenz wird dem Lokalmatador allerdings nichts schenken. Unter den Startern finden sich auch Granden des Surfsports. Etwa startet der sechsfache Weltmeister Gollito Estredo aus Venezuela beim PWA Freestyle-Bewerb, mit dem Belgier Dieter van der Eyken, Kiri Thode, Steven van Broeckhoven finden sich drei weitere Weltmeister unter den starken Konkurrenten von Max Matissek.

Auch Windsurf-Ikone Björn Dunkerbeck zieht es regelmäßig an den Neusiedlersee. Vor allem die vielseitigen Möglichkeiten haben es der 1,91 Meter großen Surflegende angetan: „Vom Anfänger bis zum Profi kann jeder hier beim Windsurfen Spaß haben. Bei Süd- und Westwind können die Bewerbe auch direkt vor dem Strand ausgetragen werden — das macht es für Zuschauer natürlich attraktiver.“

Dunkerbeck: „Hatte hier immer Spaß“

Der dänisch-niederländische Surfer war bereits beim allerersten Bewerb in Podersdorf 1998 am Start. „Damals hab ich den dritten Platz im Freestyle gemacht. Insgesamt war ich hier etwa sechs Mal am Start, auch 2009 beim Slalom-Bewerb“, erinnert sich der 41-fache Weltcup-Sieger, der direkt von Gran Canaria an den Neusiedlersee kam. Für den See selbst hat Dunkerbeck einiges an Lob übrig: „Einer der besten Seen zum Windsurfen in ganz Mitteleuropa.“

Die Größen des Surfsports werden in jedem Fall das letzte Jahr in Podersdorf gastieren. Ob das Event in Neusiedl stattfinden soll, ist noch nicht endgültig geklärt, mit Björn Dunkerbeck hätte man aber bereits einen prominenten Befürworter: „Auch in Neusiedl könnte man direkt vor dem Strand surfen. Die öffentliche Anbindung, etwa an Wien, wäre natürlich ein Argument für die Seestadt.“

An den Start gingen dafür Surf-Stars und andere Promis beim Stand-up-Paddeln, also stehend auf einem Surfbrett. Neben Max Matissek und Björn Dunkerbeck hatte dabei auch Michael Schitzhofer seinen Auftritt, auch Snowboard-Olympiasiegerin Julia Dujmovits machte auf dem Surfbrett eine gute Figur.


Programmübersicht

Donnerstag, 5. Mai:
PWA Windsurf Freestyle
10-17 Uhr

Freitag, 6. Mai:
PWA Windsurf Freestyle
10 - 17 Uhr

Samstag, 7. Mai:
PWA Windsurf Freestyle
10 - 17 Uhr

Sonntag, 8. Mai:
PWA Windsurf Freestyle
10 - 17 Uhr
Siegerehrung
16 Uhr