Erstellt am 09. September 2015, 05:57

von Christopher Ivanschitz

Weltmeister Stocker: „Die Genugtuung ist mein Antrieb“. Der Saison-Dominator zieht zufrieden Bilanz und verrät, dass er mindestens bis 2017 weitermachen wird.

Jackpot: Michi Stocker kam mit vier WM-Medaillen aus Italien nach Hause. Foto: zVg  |  NOEN, zVg
Erst vor zwei Wochen sicherte sich der für den SC Neudörfl startende Michael Stocker beim Weltcup-Finale in Kaprun den Gesamtsieg im Weltcup und feierte einen seiner größten und wertvollsten Erfolge.

Vergangene Woche legte der Sportpool Burgenland-Athlet bei der Weltmeisterschaft im italienischen Tambre-Belluno noch einen drauf und krönte dieses erfolgreiche Jahr mit Gold im Slalom – zweimal Silber und einmal Bronze rundeten das hervorragende Ergebnis bei diesem Großevent ab.

BVZ.at hatte berichtet:

Bereits bei seinem ersten Auftritt im Super-G hatte Stocker allen Grund zum Jubel. Mit nur 20 Hundertstel Rückstand auf Lokalmatador Mattia Arrigoni sicherte sich der 32-Jährige die Bronzemedaille in dieser Disziplin.

In der Super-Kombination musste sich Stocker lediglich dem Tschechen Jan Nemec geschlagen geben, einen Tag danach folgte jedoch der Höhepunkt aus der Sicht des Österreichers.

Mit einem tadellosen und beinahe fehlerfreien Auftritt wurde der Gesamtweltcupsieger seiner Favoritenrolle im Slalom gerecht, verwies Nemec mit nur fünf Hundertstel Vorsprung auf Rang zwei und kürte sich somit zum Weltmeister.

Abschließend sicherte sich Stocker auch noch Silber im Riesenslalom. Die BVZ fragte beim frischgebackenen Weltmeister nach:

BVZ: Nach der Weltmeisterschaft ist deine Medaillensammlung weiter angewachsen. Macht dieser große Erfolg auch förderungstechnisch und finanziell Sinn?
Michael Stocker: Natürlich bringt dieser Triumph auch finanzielle Vorzüge mit sich, allerdings standen diese bei mir nie im Vordergrund. Man bereitet sich jahrelang auf solch ein Großereignis vor – umso größer ist die Erleichterung, wenn man mit Medaillen im Gepäck wieder die Heimreise antreten kann. Der Gewinn sowie die persönliche Genugtuung ist mein Antrieb und meine Motivation.

Du bist nun Gesamtweltcup-Sieger und hast deine erste WM-Goldmedaille erobert.
Natürlich wird es in den nächsten Jahren schwer das zu toppen. Allerdings ist man als Sportler immer erfolgshungrig, auch wenn man schon einiges erreicht hat.

Welche Ziele gibt es da noch?
Das Hauptaugenmerk gilt nun der Heim-Weltmeisterschaft in Kaprun 2017. Wenn ich verletzungsfrei bleibe und es der Körper zulässt, werde ich bis dahin sicherlich weiter im Weltcup starten.

Der Tscheche Jan Nemec ist ebenfalls eine fixe Grasskigröße und seit Jahren einer deiner größten Konkurrenten. Nachdem er dir 2009 bei der WM in Rettenbach noch Gold vor der Nase weggeschnappt hat, gab es diesmal die Revanche – eine Genugtuung?
Nein, daran habe ich in dieser Situation nicht gedacht. Jan und ich sind im Laufe unserer Karriere zusammengewachsen und bereits mehr Freunde als Konkurrenten. Ich gönne ihm seinen Erfolg und er mir sicher meinen. Wie schon oft erwähnt, kommen die Hundertstel irgendwann zurück und das war eben dieses Mal der Fall.