Erstellt am 21. Dezember 2011, 00:00

Wenn der Abschied in den Urlaub schmerzt. TIPP3 BUNDESLIGA / Mattersburg muss eine späte Niederlage verkraften, Wiener Neustadt einen schwer verletzten Spieler.

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VON BERNHARD FENZ

UND PETER GRUBER

So lange sah es am Samstag nach einem ganz normalen Ende eines ganz normalen Spiels aus. Die an sportlichen Höhepunkten arme Partie zwischen Mattersburg und Wiener Neustadt hatte sich keinen Sieger verdient, ergo warteten die 2600 Unverwüstlichen auf den Schlusspfiff und die offizielle Erlaubnis, endlich heimgehen zu dürfen.

Dass es letztlich anders kam, lag an einer Unaufmerksamkeit der Burgenländer (die nach einer abgerissenen Flanke auf Tomas Simkovic vergessen hatten, dieser knallte trocken unter die Latte) und an den finalen Ausgleichsbemühungen der Grün-Weißen kurz vor Schluss – traditionell mit hohen Bällen vorgetragen. Logischerweise brachte Trainer Franz Lederer daher seinen baumlangen Verteidiger Alex Pöllhuber als kurzfristige Spitze ins Spiel.

Der erzielte zwar nicht den Ausgleich, traf aber bei einem Luftduell im Strafraum der Gäste Neustadt-Stürmer Günter Friesenbichler unglücklich mit dem Ellbogen. Unmittelbar danach pfiff Schiedsrichter Gerhard Grobelnik die Partie ab.

Erst als der Offensivspieler nicht mehr aufstand, um die drei Punkte zu bejubeln, war der Ernst der Lage für alle klar. Minutenlang wurde Friesenbichler in der Kabine erstversorgt, über das Neustädter Krankenhaus ging es schließlich ins Wiener AKH.

Die Diagnose: Oberkiefer, Jochbein, Kieferhöhle und Augenhöhle sind gebrochen. „Positiv ist eigentlich nur, dass der Augapfel in Ordnung ist. Die Brüche im Gesicht müssen nun verplattet werden“, erklärte Wiener Neustadts Teamärztin Barbara Schwab. Noch sei nicht seriös vorhersehbar, wie lange der Profi ausfallen werde.

Auch bei den Transfers  steht eine ruhige Zeit an

Während bei den Niederösterreichern die Verletzung von Friesenbichler schmerzt(e), haderten die Burgenländer mit der spät eingefangenen Niederlage. Chefcoach Franz Lederer fehlte der Nachdruck, SVM-Boss Martin Pucher war auch nicht angetan: „Schade, dass wir da nicht drübergekommen sind und auf Platz acht mit 20 Punkten überwintern. So sind die Neustädter nun fünf Punkte vor uns, ich habe sie aber nicht um fünf Punkte besser gesehen. Das ist bitter – vor allem, weil das zweite Quartal der Meisterschaft o.k. war und nun leider der Abschluss vor der Winterpause daneben gegangen ist.“

Sei‘s drum. Der SVM liegt mit sieben Punkten Vorsprung auf Schlusslicht Kapfenberg nach wie vor näher an den oberen Plätzen und kann sich somit in aller Ruhe auf das Frühjahr vorbereiten.

Ruhig wird auch die bevorstehende Transferzeit. In den letzten Jahren waren die Einkaufsaktivitäten stets defensiv, daran wird sich auch in diesem Winter nichts ändern.